Home » Reviews, Tonträger

ALLAH-LAS – Covers #1 (EP)

2 Dezember 2017 No Comment
Share

Nach dem Schrecken von Rotterdam im August 2017 und im Zuge der Aufnahmen zur neuen Studioplatte hat sich das Quartett aus Los Angeles an einer Reihe von Coverversionen verdingt, die nun im Rahmen einer exklusiven 10“-Reihe auf Vinyl veröffentlicht werden. #1 umfasst 4 Stücke, die gleichmäßig auf beide Seiten des anachronistischen Sixties-Formats verteilt wurden.

„Cloud Nine“ war 1987 für den Ex-Beatle ein kommerziell großer Erfolg. „Fish Out Of Sand“ war zwar keine Single und ist nicht so bekannt wie z.B. der Radiohit „I’ve got my mind set on you“ trägt aber unverkennbar die Handschrift der späten Beatles-Beiträge des scheuen Mannes aus Liverpool. Die Allah-Las entkernen den Song. Sie entfernen die schlecht gealterte Spätachziger-Produktionshaut und drücken dem Lied ihren unverkennbaren Stempel auf. „Fish Out Of Sand“ klingt nun wie von Eric Burdon & The Animals in den Mittsechzigern aufgenommen. Das Schlagzeug rumpelt, die Gitarren gängeln, der Backing Chor trägt und Miles Michaud hat die junge Sehnsucht in der Stimme um Harrisons späten Liebesschwur die nötige Authentizität zu verleihen. Cover gelungen!

Einen nicht verwendeten Song der „Marquee Moon“-Sessions von Televison zu covern zeugt von Ideenreichtum und Geschmack. Durch posthume Veröffentlichungen an die Oberfläche gespült, klingt „Hard On Love“ aus dem Jahr 1975 nun wie für die Allah-Las geschrieben. Die feinen, für Television typischen, Gitarrenskizzierungen von Verlaine und Lloyd werden von Lead-Gitarrist Pedrum Siadatian transzendiert und mit den sehnsüchtigen Backing-Vocals wiederum in die 60s verordnet, wo sich die vier Charakterköpfe am wohlsten fühlen. Wiederum eine gelungene Umsetzung der Allah-Las.

Wer jemals das Vergnügen hatte die Allah-Las live zu sehen und deren Schlagzeuger Matthew Correia beim spielen und singen zusehen konnte, der kann sich sehr gut vorstellen, wie die Band hier „J.O. Eleven“ noch mehr Psychedelika einhaucht als die Neunzigerjahre-Kultband Further dem Original. Auch hier gelingt die Adaption der Kollegen aus Los Angeles und die entrückten Midtempo-Vibes sind wunderbar.

Matthew Correia singt auch lässig den vierten und letzten Track dieser sehr schönen EP. Beim Cover von „The Earth Won’t Hold Me“ kann man förmlich die mexikanische Wüstenluft einatmen und die Gitarre läuft mit mächtig viel Hall und Reverb heiß. Der Garagen-Folk des Originals der längst vergessenen 70s Singer-Songwriterin Kathy Heideman wird entschleunigt und fast auf Zeitlupe gedreht.

Diese EP zeigt nochmals auf Neue, dass die Allah-Las, mit ihrem Garagen- und Psychedelic-Rock über einen hohen Wiedererkennungswert verfügen und auch fremde Kompositionen scheinbar mühelos in ihre musikalische Sprache übersetzen können. Auf weitere Ausgaben der Covers-Reihe und die den neuen Longplayer darf man für 2018 jetzt schon gespannt sein.

Bewertung: 5 von 6
VÖ: 23.11.2017
www.allah-las.com
Label: Mexican Summer
Format: 10” Vinyl / Download

Tracklist:
Side A:
01 – Fish On The Sand (George Harrison)
02 – Hard On Love (Television)
Side B:
03 – J.O. Eleven (Further)
04 – The Earth Won’t Hold Me (Kathy Heideman)

Sascha Kilian
Sascha Kilian

Letzte Artikel von Sascha Kilian (Alle anzeigen)

Share

Leave your response!

Add your comment below, or trackback from your own site. You can also subscribe to these comments via RSS.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

You can use these tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar.