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ANGRY POP FESTIVAL – 14.12.2013, Düsseldorf, zakk

18 Dezember 2013 No Comment
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Captain Planet @ Angry Pop Festival 2014Es gibt in Düsseldorf einige Gründe zornig zu sein, das Angry Pop Festival gehört nicht dazu. Dank drei feiner Bands und genau der richtigen Anzahl an entspannten Besuchern feierte das Festival im zakk eine gelungene Premiere.

Mit dem Festival wollen die Macher den schwammigen Begriff des Punk wieder auf den Punkt bringen, hieß es in der Ankündigung. Laut, mitreißend und unbequem sollte die Musik und auch irgendwie Pop sein. Ganz egal ob nun Henne oder Ei und ob zuerst dieser Gedanke oder das Line-Up da waren, gepasst hat es auf jeden Fall, denn genau solche Musik machen die eingeladenen Bands nun mal, die allesamt irgendwo zwischen Punk und Pop herumirrlichtern und dabei das Beste aus beiden Welten mitnehmen.

Den Anfang machten LEITKEGEL aus Essen, die noch ganz am Anfang ihres musikalischen Schaffens stehend interessiert gehört wurden und manchmal auch schon etwas mehr. Angesichts der vielen mitnickenden Köpfe in den Reihen der Zuhörer ist davon auszugehen, dass sich an diesem Abend einige den Namen der Band notiert haben, der ja nicht nur merkenswert, sondern auch leicht zu merken und zu finden ist.

Etwas anders ist das bei LOVE A, die es sich mit ihrer Namenswahl ja suchmaschinentechnisch etwas schwerer gemacht haben, die sich aber in den vergangenen Jahren und mit zwei formidablen Platten in die Herzen vieler Menschen und im Google-Algorythmus weiter nach oben gearbeitet haben. Erfolg ist also auch ohne SEO möglich, guter Musik und feiner Songs sei dank. Davon haben LOVE A inzwischen eigentlich irgendwie ziemlich viele, auch wenns eben eher Lieder zum Mitwippen sind und die Wut vor allem in den Texten zu finden ist.

Headliner des Abends waren die famosen CAPTAIN PLANET, die ja erst im Herbst in Köln gezeigt haben, dass sie inzwischen auch größere Clubs problemlos füllen können. Und das völlig zurecht, denn nicht erst seit ihrem großartigen letzten Album hat die Band ihren ganz eigenen und in Deutschland ziemlich einmaligen Stil gefunden.

So krachten sich CAPTAIN PLANET auch an diesem Abend mit der Macht von vier Gitarren durch ihre Songs, deren Raffinesse man beinahe überhören würde und die sich oft erst langsam erschließen. Geliebt werden CAPTAIN PLANET im zakk also vor allem von denen, die die Band bereits kennen und ihre Songs mitschmettern oder zumindest wissend begleiten können. Davon allerdings gab es ziemlich viele und der durchweg überzeugende Auftritt der Band setzte dem Angry Pop Festival sein Krönchen auf.

Ins Auge fiel dabei übrigens, wie bunt das Publikum war. Offensichtlich werden Bands wie LOVE A und CAPTAIN PLANET über Szene- und Altersgrenzen hinweg für besuchenswert befunden. Das wiederum tat dann auch dem entspannten und atmosphärischen Abend mehr als gut, wozu sogar der oft etwas karg wirkende Saal des zakk seinen Teil beitrug, der Lichterkettenbeleuchtung der Party vom Vorabend sei dank.

Insgesamt gab es also nichts zu meckern am Angry Pop, dessen Macher alles richtig gemacht haben und sich hoffentlich an eine Neuauflage wagen. Düsseldorf könnte schließlich durchaus etwas mehr wütende und gute Musik vertragen.

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