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ARCTIC MONKEYS – 03.12.2007, Köln, Palladium

5 Dezember 2007 No Comment
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ARCTIC MONKEYS - 03.12.2007, Köln, Palladium

Ob sich das Geld gelohnt hätte? Fragten doch wirklich einige Besucher am verregneten Montagabend. Ok, „A Certain Romance”, „Mardy Bum“ oder „505“ haben gefehlt, aber mit 75 Minuten kann man bei einem ARCTIC MONKEYS Konzert äußerst zufrieden sein. Dass die vier Inselaffen eher arktische Kälte im Umgang mit ihrem Publikum hegen, ist nichts Neues. Die große Mehrheit der von weit und fern angereisten Indiekids war dennoch total aus dem Häuschen. Hauptsache, die am heißesten vereehrte Indieband besucht die Domstadt. Im Vergleich zum 2006er Stollwerk Gig diesmal etwas reservierter und selbst Fotografen waren nicht zugelassen. Alex und sein Pickelproblem…?

REVEREND AND THE MAKERS – ebenfalls aus Sheffield – machten an diesem aufregenden Abend erstmal den Anfang. Das Septett mit normalen und einem elektronischen Drum-Set hinterließ einen recht frischen Eindruck. Ihre Singles „Open your window“ und “Heavyweight champion” entzückten überraschenderweise den halben Saal, der bei den insgesamt neun Songs in 40 Minuten „La, La“-Chöre mitsang und sich in die Keyboarderin Laura Manuel im Hippie Dress verguckte. Die tanzte ekstatisch im Duet mit dem ähnlich deplatziert wirkenden Sänger, Reverend Jon McClure. Seine MAKERS dudelten ganz nette New Rave Liederchen, zu denen der Frontmann Ian Brown-eskes Schattenboxen und ähnliche Akrobatiken vorführte. Um 21 Uhr war es dann aber an der Zeit für weniger aufgesetzte Bühnenpräsenz und etwas mehr Gitarren!

Ob sie jetzt die nächsten OASIS sind oder nur durch Myspace berühmt geworden sein sollen, interessierte im Palladium kurz vor dem Auftritt wirklich niemanden. ARCTIC MONKEYS wollte jeder, sofort, für immer. Eine Riesenstimmung. Nach einem ungewöhnlichen Intro namens „Sandtrap“ (früher instrumental „Wagon“), meldete man mit dem ersten richtigen Song an wo’s lang geht: „This House Is A Circus“. Gleich hintendran die neue Single „Teddy Picker“ vom aktuellen, zweiten Album „Favourite Worst Nightmare“. Als hinnehmbarer Albtraum erwies sich leider der Sound im ausverkauften Palladium. Dies schien die Leute aber kaum zu stören. Der Zirkus kochte. Trotzdem fragte Alex Turner spitzfindig „are some of you in the bathroom? very quiet…”. Sonst noch ein paar genuschelte “Thanks”, das war’s mit der Publikumsliebe. Für eine so junge Band, die die Gallaghers als ihren größten Einfluss zählt, kein Grund sich aufzuregen. Beim diesjährigen Rock Am Ring Auftritt gab’s noch weniger zu hören.

Zu „I bet you look good on a dancefloor“, dem Über- und Durchbruchs-Song der ARCTIC MONKEYS, gefolgt von „Dancing shoes“, flippte die Meute mit beachtlichem Engländeranteil noch mehr aus. Sound hin oder her. Dass das Ticket 30 € kostete, störte dann selbst die Schüler nicht mehr. Neben den bekannten Schlagern der beiden Alben, war das neue „Put me in a terror pocket“ eine wahre Überraschung. Ebenso „Da frame 2R“, das nur auf der limitieren Matador „Single“ zu bestaunen ist. Spätestens nach dem orgiastischen „Do me a favour“ und nach einer Stunde dem vorerst letzten Song „Brianstorm“ bekundeten etliche Zuschauer ihre Begeisterung. Aber auch blaue Flecken und den Schrecken, denen ihnen die britischen Fans mit ihrer eigenen, sehr enthusiastischen Art zugesetzt hatten.

Drei Minuten “Zugabe” und “Aarc-tic Mon-keys” Jubel bis Alex und Co. für drei Songs zurückkamen. Als DEATH RAMPS haben die Jungs letzte Woche eine white label Platte raus gebracht, auf der die erste Zugabe „Nettles“ zu hören ist. Dass das rare Sammlerstück der Todesrampen in Sekundenschnelle ausverkauft war, hat sich als nicht weiter tragisch heraus gestellt. Zum Abschied gaben uns die ARCTIC MONKEYS noch eine Warnung mit auf den Heimweg: „If you were there, beware“. Die letzten Worte des Abends vielleicht auch ein rechtmäßiger Gruß an die Kritiker: “I don’t know what it is that they want / But I haven’t got it to give.” Manchmal muss es eben auch genügen die Musik für sich sprechen zu lassen.

Setlist:
01 Sandtrap
02 This house is a circus
03 Teddy Picker
04 I bet you look good on the dancefloor
05 Dancing shoes
06 From the Ritz to the Rubble
07 Fake tales of San Francisco
08 Balaclava
09 Old yellow bricks
10 Put me in a terror pocket
11 When the sun goes down
12 D is for danger
13 Fluorescent adolescent
14 Da frame 2R
15 Still take you home
16 Do me a favour
17 Brianstorm

18 Nettles
19 View from the afternoon
20 If you were there, beware

 

Reverend and the Makers
01 State of things
02 What the milkman saw
03 Heavyweight champion
04 18-30
05 Open your window
06 Bandits
07 Armchair
08 The machine
09 He said he loved me

www.arcticmonkeys.com

www.iamreverend.com

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