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ARCTIC MONKEYS – 10.02.2010, Düsseldorf, Philipshalle

11 Februar 2010 No Comment
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ARCTIC MONKEYS
Im verschneiten Oberbilk, dem Working-Class Suburb Düsseldorfs traf sich zu den britischen Indie-Prinzen ARCTIC MONKEYS ein überraschend junger Mob aus irgendwie „Indie“ kultivierten Discogängern und pubertären Zeitgenossen. Für Erstere sind die wilden Sheffield-Affen von damals schon seit ihrem zweiten Album keine heiße Ware mehr. Der Sound der „gereiften“ und jetzt langhaarigen Band geht mit dem dritten Album „Humbug“ vielmehr ins Herz als ins Bein. Ein wesentlicher Schritt, den bei dem eher mittelmäßigen Philipshallen Gastspiel einige Besucher gerne vorher gewusst hätten.Die Opener „Dance Little Liar“ und „Brianstorm“ krachten noch mit explizit nordenglischen Salven ausgetüftelten Indierocks, bis ihr Nick Cave Cover „Red Right Hand“ stellvertretend für den zurückhaltenden Start ins zweistündige Set eher reservierte Begeisterung auslöste. Damit konnten die Kids nicht viel anfangen. Stimmungsausbrüche gab es insgesamt bei eher wenigen Songs und/oder wenigen Teilen von Songs. Erinnert man sich an die aufgedrehten Power-Konzerte zu „Whatever People Say…“-Zeiten, wirkte die ARCTIC MONKEYS Deutschland 2010 Tour jetzt eher dröge, obwohl auch irgendwie spitzfindiger und wendiger. Hits haben sie ja reichlich, gespielt wurden jedoch nur wenige.

ARCTIC MONKEYS
Um Punkt 22h brach es dann aber aus Ihnen heraus. Mit ihrem Indie-Disco-Schlager „I Bet You Look Good On The Dancefloor“ verwandelte sich die Meute vor dem ersten Wellerbrecher zu einem reißenden Circlepit wilder Twens mit Razorlight- oder Blink 182-Sozialisation. Die darauf folgende, aktuelle Single „Cornerstone“ entschleunigte das Ganze wieder, um kurz drauf mit „Do Me a Favour“ wieder einen Knaller zu schmettern. Am Schlagzeug dreschte es unentwegt und selbst die dialogisch perfekten Gitarren brummten und quietschten ohne erkennbaren Qualitätseinbußen. Instrumentalisch haben sie sich absolut etabliert.Die sonst in buntem und Stobo-Licht gehaltene und nur stellenweise mitreißende Show, erleuchtete bei „Crying Lightning“ dann komplett in weiß. Hell genug, um zu sehen, dass die Philipshalle definitiv größer ist als die ARCTIC MONKEYS in Deutschland. Beim letzten regulären Song „Secret Door“ explodierten dafür dann die Karnevalskanonen mit weißen Papierfetzen. Scheinbar zerschnittende Longpapers. Es würde zumindest zur neuen Haarlänge der Band passen.

Zur lautstark geforderten Zugabe rieselten noch die letzten Schneeflocken von der Hallendecke, bevor „Fluorescent Adolescent“ den Gig mit der Zeile “the best you ever had. Is just a memory and those dreams. Not as daft as they seem” ganz gut zusammenfasste. Auch wenn die Performence perfekt, aber wortkarg inszeniert war, nur die alten Hits vermochten die Zuschauer zum Glücklichsein zu bewegen. Die neuen waren da zu schwerfällig. Zum Abschluß hauten sie dann aber noch das absolut geniale „505“ raus, das für den Rest des Abends die eindringlichste Melodie auf Welt zu sein schien.

ARCTIC MONKEYS
www.arcticmonkeys.com

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