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BELLE & SEBASTIAN – Days Of The Bagnold Summer (OST)

23 September 2019 No Comment
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Auch wenn manche Pressestimme bereits vorab lauthals schrie, dass die Rückkehr der Schotten zu ihren Wurzeln nur halbherzig sei und die alte Qualität des entschleunigten 90s Sounds nicht mehr erreicht werden könne, so ist der Soundtrack zum Film „Days Of The Bagnold Summer“ doch eine willkommende Reminiszenz an den Sound, den die Band einst bei so vielen einsamen Shoegazern ins Jugendzimmer brachte.

Vorbei scheint vorerst der Flirt mit „Contemporary Dance Music“, der schön und gut war aber in der Masse der letzten beiden Alben einfach zu einer leichten Übersättigung an „Sie können es auch lauter und farbefroher“ führte.

„Days of the Bagnold Summer“ entstand 2012 ursprünglich als preisgekrönte Graphic-Novel von Jef Winterheart. Nun wurde sie von Simon Bird (The Inbetweeners, Friday Night Dinner) als abendfüllender Kinofilm inszeniert. Für Bird ist es das Regiedebüt auf der großen Leinwand.  

Erscheinen wird der Film 2020. „Days of the Bagnold Summer“ ist eine zarte aber komische Comimg Of Age-Geschichte über einen jugendlichen Metal-Fan, dessen ursprüngliche Pläne für die Sommerferien ins Wasser fallen. Stattdessen muss er den Sommer mit der Person verbringen, die er am meisten nervt: seiner Mutter!
 
Belle & Sebastian Mastermind Stuart Murdoch war schon lange bevor Regisseur Simon Bird auf ihn zukam, ein großer Fan des Comicbuchs. Bird ist wiederum großer Bewunderer der Musik von Belle & Sebastian und so war sehr schnell klar, dass man an diesem Projekt zusammenarbeiten will. 

In der Summe ist es aber diese wunderbare Spätsommeratmosphäre, wie sie nur der metaphorisch starke September bieten kann (Ende der Ferien / Ende der Jugend), den diese Platte perfekt einfängt. Warm, mit Banjo, vielen Akustikgitarren und Blechblasinstrumenten schleichen sich die sieben Schotten im Kollektiv auf ganz leisen Sohlen wieder in die Gehörgänge der Fans und Kinobesucher.

Der Soundtrack von „Days of the Bagnold Summer“ beinhaltet 11 brandneue Belle & Sebastian Songs sowie die beiden neu aufgenommen Althits „Get Me Away From Here I´m Dying“, der im Original vom 1996er Album „If You´re Feeling Sinister“ stammt und „I Know Where The Summer Goes“. Beide tun in ihren Neuaufnahmen nicht weh, sind etwas fokussierter, nicht mehr ganz so traurig und waren ein ausdrücklicher Wunsch des Regisseurs/Fanboys Simon Bird.

Neben den vielen wunderbar-stimmungsvollen Instrumentalstücken, die alle einen anachronistischen Spätsommer-Flair ausstrahlen, haben Stevie Jackson, Stuart Murdoch und Co. mit „Safety Valve“ u.a. auch eine 25-jahre alte Skizze zum Leben erweckt und der Song ist „Vintage B & S“ pur.

Die Vorabsingle „Sister Buddha“ groovt zwar etwas lauter als der Rest der Platte und ist fast noch ein Nachhall auf die letzten beiden Scheiben, mit donnernden Gitarrenanschlägen von Stevie Jackson, aber nach ein paar Spins hat man auch das lieb gewonnen. Immerhin geht es im Film ja um einen Jugendlichen der Metal hört.

Insgesamt ist dieser Soundtrack viel gelungener als der erste Versuch der Band mit „Storytelling“ 2002 und im Gesamtkontext des britischen Kinofilms eine ganz feine Rückbesinnung auf die DNA von Belle & Sebastian.

Bewertung: 5 von 6

: 13.09.2019
Label: Matador Records
Web: www.belleandsebastian.com
Format: Vinyl / Download / CD

Tracklist:
01. Sister Buddha (Intro)
02. I Know Where The Summer Goes
03. Did The Day Go Just Like You Wanted
04. Jill Pole
05. I’ll Keep It Inside
06. Safety Valve
07. The Colour’s Gonna Run
08. Another Day, Another Night
09. Get Me Away From Here I’m Dying
10. Wait And See What The Day Holds
11. Sister Buddha
12. This Letter
13. We Were Never Glorious

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