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BERLIN FESTIVAL 2013, Flughafen Tempelhof

11 September 2013 No Comment
BERLIN FESTIVAL - 06.-07.09.2013, Flughafen Tempelhof

 

Im achten Jahr hat sich das BERLIN FESTIVAL bei einer Besuchermarke von 20.000 eingependelt und lockte bei strahlendem Sonnenschein im Anschluss an die Berlin Music Week mit Ü40-Hochkarätern wie Björk, Blur, My Bloody Valentine und Pet Shop Boys auf den Flughafen Tempelhof, dem ehemals flächengrößten Gebäude der Welt.

Natürlich gab es auch für die jüngeren unter den Hauptstadt-Hipstern reichlich Bühnenprogramm: King Casper mit der Livepremiere seines neuen Nummer-1-Albums „Hinterland“, Fritz Kalkbrenner, Klaxons und Turbostaat, UK-Pop von Ellie Goulding, düsteren Indie von White Lies – und beim Electro-Nachtprogramm in der Arena: Miss Kittin, Justice, Boys Noize und Maxim von The Prodigy an den Turntables.Im Vergleich zum letzten Jahr stand die 2013er-Mainstage auf der gegenüberliegenden Seite des Eingangsbereichs und war nicht mehr mit riesigen Flugzeugflügeln flankiert. Die beiden Nebenschauplätze Pitchfork Stage und Zippo Enore Stage wurden weiter auseinander gerissen, als ob mit doppelt so vielen Zuschauern gerechnet wurde. Doch die Rechnung ging auf, ein weitläufiges Areal, das Art Village mit einem eigenen Hangar, und das beste: Am Sound konnte man dieses Jahr absolut nicht mäkeln.

Überraschend ging es am Freitagmittag schon gut gefüllt mit Bastille und Capital Cities auf der Hauptbühne los. MIA., Get Well Soon und The Sounds glänzten im Anschluss und auf der kleinen Bühne des neuen Schwester-Showcase-Festivals „First We Take Berlin“ begeisterten besonders die Wahlkölner OK KID. Im Ohr geblieben sind dort auch die Newcomer Say Yes Dog und die Folkbands Mighty Oaks und Still Parade.

Welthits gab es dann nach Sonnenuntergang von den Pet Shop Boys. Quirligbunte Bühnenshow, wechselnde Freak-Outfits und wahrscheinlich Vollplayback. Die zahlreichen Bandshirt-Träger und zehn Jahre Liveabstinenz ließen es vermuten: Die Vorfreude auf den Topact Blur war immens größer und spätestens als sich Gastsänger und Quadrophenia-Hauptdarsteller Phil Daniels bei „Parklife“ zu Damon Albarn in den Ring stellte, war allen klar: ein legendärer Auftritt! Das BERLIN FESTIVAL spricht selbst von einem der besten Konzerte in seiner Geschichte.

Was sollte die Übermacht des Blur Auftritts am zweiten Festivaltag da noch übertreffen? Erst mal das Wetter. Denn während im Rest der Republik Regen und Sturm tobte, lachte die Berliner Sonne über das Rollfeld in die schattigen Hangars. Die Orsons wippten schon mal die Hände warm und Casper begutachtete seine Arena. Sollte er etwa der musikalische Messias des Samstagprogramms werden? Dem Scientology-Artwork seiner anstehenden Platte zufolge, hätte er bestimmt nichts dagegen. Aber die Zeit bis zur vermeintlichen Erlösung am Abend sollte ja noch genutzt werden. Erstes Highlight: SOHN auf der Zippo-Bühne mit Rauchverbot. Post-Dubstep aus London und Wien, der erstmals im Januar beim Eurosonic auf der Bühne stand.

Im Anschluss eine fantastische Band, die ebenfalls beim Eurosonic und kürzlich beim Haldern Pop Festival gefiel: Die Indie-Iren Villagers um Singer-Songwriter Conor J. O’Brien. Huch, ganz vergessen auf die ihr zu gucken. Den Anfang von Casper verpasst. Dachte man, den Tag bei 16 Stunden Programm ruhig angehen zu lassen, hatte man sich bei Casper geschnitten. Da mussten die Hände hochgehalten werden, manchmal auch nur die Mittelfinger, dann wollte er uns schreien hören und konnte uns nicht hören. „Geht das auch lauter, Berlin?!“ Lauter ging es auf jeden Fall bei den Shoegaze-Veteranen My Bloody Valentine zu.

Zu einer wirren Psychedelic-Videoshow verloren sich Kevin Shields und Band in noch wirreren Soundwänden mit ganz viel Gitarre und noch mehr Verzerrern. So wunderschön kann 30 Jahre alter Lärm sein. Da kann Casper noch so schreien. Wir wünschen ihm trotzdem nur das Beste! Im Endeffekt war Björk sogar noch schlimmer. Kritik an der – sagen wir mal – unkonventionellen Isländerin von einer Randposition mit direktem Thekenzugang  zu äußern, ist aber wirklich vermessen. Für das weltweit letzte Konzert ihrer Biophilia-Tour hat Björk eigens ein beeindruckendes Bühnenoutfit entwerfen lassen und ist ja nicht umsonst berühmt für ihre pompösen Shows.

Zum Abschluss Fritz Kalkbrenner, Pantha Du Prince und Graf von Botthmer, bevor die Shuttlebusse zur Aftershow in die Arena zogen. Unter anderem mit einem Ed Banger Megamix und Justice. Immer was los in Berlin! Wann schlafen die eigentlich? Es war uns wieder eine Freude am Flughafen Tempelhof  den Festivalsommer zu beenden und wir kommen 2014 bestimmt wieder!

Facebook-Fotoalbum vom BERLIN FESTIVAL 2013

Facebook-Fotoalbum vom BERLIN FESTIVAL 2013

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berlinfestival.de

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