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BETRAYERS OF BABYLON zum Album „Herzlich Willkommen“

1 März 2016 No Comment
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BETRAYERS OF BABYLON

Mit dem Sänger & Gitarristen Luks von den BETRAYERS OF BABYLON aus Neuss haben wir kürzlich ein Interview geführt und bei der Gelegenheit auch gleich ein Video für unser CCTV mit ihrem Song „Aggro Opa“ aufgenommen::

Hallo Luks. Ihr fühlt euch ja offensichtlich in der Reggae und Ska–Ecke sehr wohl. Welche weiteren Stile fließen noch in eure Musik mit ein?
Das Grundkonzept ist Reggae und Ska mit unterschiedlichen anderen Stilen zu vermischen, um Abwechslung einzubringen. In einem neueren Song haben wir einen Swing Part eingebaut, mal sind es Latin-Grooves, mal rockigere Riffs. Dabei kommt es immer darauf an, was es für ein Reggae-Groove ist, oder was thematisch gut zueinander passt und das Ganze auffrischen könnte.

Wie kommt dieser Mix aus unterschiedlichen Einflüssen, wie Dancehall, Ska und Reggae beim Publikum an?
Grundsätzlich sehr gut. Wenn das Publikum nicht gerade ausschließlich für Reggae-oder Ska-Musik gekommen ist, finden die Leute unsere Vielseitigkeit klasse. Wir versuchen immer möglichst gut einzuschätzen, welches Publikum uns erwartet. Inzwischen haben wir das schon ganz gut raus, also ob die Leute gerade eher Ska oder Reggae, oder auch beides ausgeglichen hören wollen. Bei einem Festival beispielsweise spielen wir eine bunte Mischung, aber bei einem Konzert im Park, wo die Leute picknicken, wird mehr Reggae gespielt. Es kommt also auch auf den Rahmen des Konzertes an.

Eure Songs sind ja teilweise sehr gesangslastig. Um was geht es in euren Songs und was bedeuten die Texte für euch?

Unsere Texte sollen die Leute zum Lachen bringen und sie ihre Sorgen vergessen lassen. Dann gibt es auch immer mal wieder Texte mit Message, wie das Lied „Herzlich Willkommen“ über Flüchtlinge, oder bei „GEPA“ über moderne Sklaverei und Fairtrade. Solche Themen sind uns dann schon wichtig und um so mehr man sich damit beschäftigt, umso mehr Text-Ideen fallen mir dazu ein. Mir ist aber wichtig, dass es immer eine positive, motivierende Message gibt. Wir möchten uns aber als Band auch nicht zu sehr in die Politik einmischen. Am liebsten schreiben für wir unsere Songs aber immer noch über irgendeinen Unsinn, oder alltägliche Dinge.

Was möchtet ihr mit eurer Musik erreichen?
Unsere Musik soll den Leuten zeigen, dass es uns hier besser geht, als wir das oft wahrnehmen und dass wir unsere Probleme und den Stress auch mal vergessen müssen. Außerdem versuchen wir, Reggae und Ska auch an Orte zu bringen, wo sie kaum gespielt werden: In die Jugendzentren und kleineren Clubs und Festivals, wo ansonsten viel Pop, Rock und Metal gespielt wird.

Was habt ihr bereits für Veröffentlichungen und was steht bei Euch als nächstes an?
Wir hatten erst eine EP produziert, die eher als Demo galt und nach einiger Zeit nahmen wir dann unser Album auf. Im Juli 2015 war unser Release des Debütalbums „Herzlich Willkommen“. Damit sind wir nun ordentlich unterwegs, arbeiten aber natürlich wieder an neuen Songs und probieren auch häufiger, aus dem Rheinland und Ruhrpott herauszukommen. Anfang März geben wir beispielsweise in Berlin und Hamburg 2 Konzerte.

Was denkt ihr von der deutschen Reggae Szene? Gibt es hier eurer Meinung nach viele Talente?
Es gibt sehr viele coole Reggae Bands in Deutschland finde ich, von denen wir uns auch sehr inspirieren lassen. Uns alle betrifft das glaube ich, wenn wir sagen, dass uns „Seeed“ und „Berlin Boom Orchestra“ sehr beeinflusst haben und ja, ich persönlich feiere auch besonders „Sebastian Sturm“ und einige andere Acts.
Ich denke es gibt schon sehr hochkarätige Raggae-Musiker in Deutschland: Gentleman, Patrice, Nneka, alle möglichen.

In eurem Song „Autotune“ lasst ihr Euch ein wenig über kommerzielle Musik aus. Was genau stört Euch an der Musikszene?
Es geht in dem Song „Autotune“ nicht wirklich implizit um „Autotune“ selber, sondern eher um die industrialisierte Art, Musik zu machen. – Haha – Man nennt es zwar auch Musikindustrie, aber es gibt ja diesen Trend super schnell, super stumpf Musik zu produzieren und ich finde, dass das auch einen Druck auf andere Musiker auslöst, die sich eigentlich Zeit lassen möchten für ihre Musik und ihre Liebe und ihr Herzblut da rein stecken wollen. Und dann kommt man nicht mehr mit denjenigen mit, die einfach so maschinell, nach dem 08/15-Charthit Prinzip, Musik produzieren. „Autotune“ ist ein Effekt der alles richtig pitcht, der bei vielen Charthits verwendet wird. Dabei geht es für mich nicht um den ernsthaften Umgang mit Musik sondern eher um Geld. Wir sind als Musiker selber natürlich Fans von handgemachter Musik und würden uns wünschen, dass dies vom Publikum ein wenig mehr wertgeschätzt wird und es sich auch überlegt, ob es nicht lieber unkommerzielle Musik unterstützen möchte. Anstatt einfach das nächste Lied bei Spotify anzumachen, was natürlich eine viel größere Reichweite hat. Wir möchten etwas Bewusstsein dafür schaffen, dass unkommerzielle Musik die Unterstützung der Hörer braucht.

Was ist für Euch das perfekte Konzert?
Viele Leute die Spaß haben. Das ist auf jeden Fall die Hauptsache. Unser perfektes Konzert ist immer ein hart schwitzender Haufen von Leuten, die schon vom Rumspringen auf die Bühne fallen. Ich bin immer verblüfft, wenn Leute unsere Texte mitsingen können. Wenn das Publikum deine Texte mit so viel Euphorie lautstark mitsingt, ist das ein unglaubliches Gefühl.

Mit welchen Bands würdet ihr gerne einmal zusammen auftreten?
In letzter Zeit hatten wir echt Glück, mit fetten Bands spielen zu dürfen. Wir haben zum Beispiel die Amsterdam Klezmer Band, Jamaram, Jahcoustix und Jaya the Cat supportet. Das waren immer super geile Konzerte. So würden wir einfach weitermachen, uns weiter in der Reggae Szene etablieren und mit Leuten spielen, dessen Musik wir auch hören. Klar.

Zu allerletzt: Was würdet ihr mit 10.000 Euro in eurer Bandkasse machen?
Luks: Unsere erste Investition ist unseren Fahrern zuliebe ein schöner Bus. 
Marvin: Auja.
Den brauchen wir unbedingt! 
Luks: Was brauchen wir nach dem Bus? Ich denke erst mal einen Kasten und ein paar Club Mate für Kaminski. – Alle lachen –
Dann organisieren wir auch ein cooles Konzert für coole Menschen.
Zur Zeit müssen wir ja noch sehr darauf achten, dass auch in Zukunft ein bisschen Geld in der Bandkasse bleibt, für Merch und alle möglichen Investitionen. Aber wenn wir dadurch eine Absicherung hätten, wäre es sicherlich cool auch dann mal wieder Benefizkonzerte zu organisieren. Man könnte auch ohne Druck und Sorgen ins Studio gehen. Super viele Bands nehmen nur noch mit einer Crowdfunding-Kampagne auf, da sie sich das sonst überhaupt nicht leisten könnten. Damit ist natürlich auch viel Zeit und Arbeit verbunden und es verkompliziert einfach immer den ganzen Prozess des Aufnehmens.



Vielen Dank für das Interview, Luks!

Wir haben zu danken!

Weiterführende Links:
www.facebook.com/betrayersneuss
www.betrayers-of-babylon.de

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