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BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB – 16.06.2008, Essen – Weststadthalle

20 Juni 2008 No Comment
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BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB - 16.06.2008, Essen - Weststadthalle

Eigentlich sollte der Abend mit einer irischen Vorband namens The Brothers Movement beginnen, vielleicht erhielten die aber, weil die Iren das Nein zur Euroreform gaben, spontanes Einreiseverbot. Denn pünktlich zum Anpfiff des Entscheidungsspiels Deutschland gegen Österreich kam auf einmal keine Vorband, sondern gleich der BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB auf die Bühne. „666 Conducer“, das normalerweise weiter hinten im Set für helle Aufregung sorgt, diente vor „Berlin“ und „Wheapon Of Choice“ als feuriger Opener. Allesamt Songs der letzten Platte „Baby 81“, die den BRMC zurück in die düstere Psychrockarena beförderte und das Konzert zu aller Überraschung erstmal beben ließ.

Das gemischte Publikum in der mit 450 Leuten nur halb ausgelasteten Weststadthalle in Essen, sah sich der Farbe Schwarz genauso eng verbunden, wie der kultige Bandname anmuten lässt. Immerhin vier Alben und zehn Jahre Bandgeschichte vereinten alte Rocker mit Bierbauch neben langhaarigen Indiekids und blonden Groupies, die selbst den grandiosen, zuvor nie gespielten Song „Pretender“ mitsangen. Der Abend sollte nicht nur farblich immer mehr einer schwarzen Messe ähneln. Die beiden Frontmänner Robert Been Levon und Peter Hayes traten ein unglaubliches Konzert los, das in seiner Song Zusammensetzung keine Wünsche übrig ließ, von den etlichen Hits fehlte einzig „Love Burns“. Zwischen die Kracher („Stop“, „Six Barrel Shotgun“,…) wurden immer wieder Akustik Songs vom dritten Americana Album „Howl“ gestreut. Dass trotz Deutschland Spiel überhaupt so viele Leute gekommen waren, freute die beiden Lederjacken aus San Fransisco ungemein, sie präsentierten sogar drei neue Songs und suhlten sich wie immer in der Menge. Rock’n’Roll eben. Nach einer Stunde gab es dann auch die ersten Crowd Surfer und Stagediver.

Zu hypnotisierenden Bassläufen und übersteuerten Blues-Akkorden tanzte und psychedelisierte ein rundum begeistertes Publikum, das die direkte Nähe zur Band aus den zurückliegenden Prime Club Gigs bereits kannte, für die sich die Band noch mal artig bedankte. Doch das deutsche Publikum wurde noch wenige Tage zuvor durch einen MySpace Bulletin vom BRMC-Drummer Nick Jago geschockt, der mitteilte, die Band verlassen zu haben oder verlassen wurde: “It’s true, Nick wont be joining us for the upcoming European tour, but it’s not true that he is fired. We just feel Nick needs time to sort out exactly what he wants right now,” so die darauf folgende Richtigstellung der Band. Statt Nick, der bereits im Sommer 2004 aus der Band flog und kurzerhand durch einen Fan ersetzt wurde, saß diesmal eine Frau namens Leah hinter dem Schlagzeug, die zuvor bei The Raveonettes und der Death Combo brillierte.

Während der Gitarrenverliebte Peter Hayes zur Akustik Zugabe zurück auf die Bühne kam, schoss Ballack das entscheidende 1:0 für die deutsche Mannschaft. Der aufkommende Jubel durch Zeitverzögerte SMS und Jubelschreie, konnte der US-Amerikaner zuerst nicht so recht zuordnen und musste mehrmals nachfragen, warum sich alle so freuten, um dann den neuen Song „A Fine Way To Loose“ erneut anzuspielen. Den Songtitel bezog man natürlich vorausahnend auf die Österreicher. Der eigentliche Bassist Robert bestritt dann den zweiten Teil des fast zweistündigen Sets, sowohl hauptamtlich am Mikro und zunehmend auch auf der rechten Bühnenseite samt Gitarre bei Mitgröllparaden wie „(Whatever Happened To My Rock’Roll?) Punk Song“ oder dem genial-eingängigen „Spread Your Love“.

In absoluter Feierlaune spielten BRMC sage und schreibe 22 Songs, von denen die meisten bis zu acht Minuten lang gewesen sein müssen, vielleicht lag das aber auch an der Gras-geschwängerten Luft der Weststadthalle. Ein wahres Gänsehaut Erlebnis war jedoch ein riesiger, hinter der Bühne installierter Sternenhimmel, der nur kurz zu den beiden Songs „Howl“ und zu Beginn der zweiten Zugabe bei „Took Out A Loan“ aufleuchtete. Dass man sich für den Black Rebel Motorcycle Club statt Fußball entschieden hatte, bereute nach dem Sieg der Deutschen erst recht keiner mehr. Irgendwie konnte man ja beides feiern, zusammen mit der Band. Und anstatt eines normalen Heimweges hupten die Fußball-Fans auf den Straßen die nächste Party ein.

Setlist:

01. 666 Conducer
02. Berlin
03. Wheapon OF Choice
04. Ain’t No Easy Wat Out
05. Stop
06. White Palms
07. Red Eyes And Tears
08. Awake
09. Six Barrel Shotgun
10. Heart & Soul

11. Fault Line
12. Fine Way To Loose
13. Pretend
14. Shuffle
15. Howl
16. River Stykx
17. American X
18. Punk Song

19. Took Out A Loan
20. Spread Your Love
21. Steal A Ride
22. All You Do Is Talk

www.blackrebelmotorcycleclub.com

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