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BON IVER – 09.07.2012, Köln, Tanzbrunnen

13 Juli 2012 No Comment
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BON IVER - 09.07.12, Köln, Tanzbrunnen

Kaum zu glauben, dass das wellenschlagende Debütalbum ‚For Emma, Forever Ago‘ von BON IVER  schon fast 5 Jahre alt ist. Damals betrat Justin Vernon aus den verschneiten Wäldern Wisconsins mondlandartig die Folkbühne der Großen und steht seitdem Pate für allerlei Holzfäller-Songwriter. Für Deutschland auf dem Haldern Pop Festival entdeckt, zuletzt im E-Werk, wählte man für sein aktuelles Köln Gastspiel die Open Air Location am Tanzbrunnen.

Familiäre Sonntagsstimmung an einem Montag, mit Decken auf Wiesen snackende Twen-Pärchen, die dem Jutebeutel so gerade entwachsen sind und sich auch mal von BON IVER in den Sommerabend wiegen lassen wollen. Dem gemischten 1LIVE-Publikum waren natürlich auch die geneigten Flanellhemd und überlangen Bartträger beigemischt, aber irgendwie schien dieses Konzert eher der ersten Gruppe gefallen zu haben.

Um 20.15 Uhr betrat der gute Bonny mit seiner Band (samt 2 Schlagzeugern, etlichen Multi-Instrumentalisten und lustigen Blechbläsern) die Bühne und schnallte sich eine goldene Les Paul um. Vom Bühnendach hingen alte Fetzen herab, die schon seit geraumer Zeit keine Kartoffel oder Fische mehr umhüllt haben und an der Front standen olivgrüne Windlichter im Orgelpfeifen-Design, die die halbüberdachte Festival-Stimmung etwas gemütlichen versuchten.

BON IVER war noch nie der große Frontmann, der sich oder sein Spiel in den Vordergrund rücken wollte. Den entspanntesten Eindruck hatte man von ihm als er am Keyboard verschwand. In den Ansagen lobte er hauptsächlich die Vorband POLICA, die wir leider verpasst hatten, da der Open-Air-Konzertabend schon um 22 Uhr zu Ende sein musste. Hören sich auf Platte aber wirklich großartig an und Erzählungen zufolge soll ihr Auftritt recht begeistert bejubelt worden sein.

Ob es an den Songs, dem großen Faktor „neu“ oder einfach am Einfühlungsvermögen des Schreibers liegt, man weiß es nicht, aber die Lieder von BON IVERs selbstbetitelten zweiten Album wollen bis auf wenige Ausnahmen wie “Perth” oder “Calagary”  einfach nicht so gut gefallen wie die Debüttracks. Die Arrangements leben zwar alle von großen Emotionen, doch allzu lange kann man das auch nicht ertragen.

Bei „Skinny Love“ oder „Blood Bank“ drückten sich die Publikumspaare besonders eng aneinander und streichelten ihre Körper etwas gefühlvoller als ewta bei „Creature Fear“, das in eine uferlose Soundorgie ausartete.  Nach 2 Zugaben, dem Björk-Cover „Who Is It?“ und „For Emma“, war dann um 21.45h auch schon wieder Schluss und das gemischte Publikum entfloh in den Deutzer Abendhimmel wieder in seine Nische. Hätte man „Flume“ und „The Wolves“ gegen zwei neuen Track getauscht und die 1LIVE Hörer auf die Liegewiese verbannt, wäre die Piratenbühne vielleicht noch in See gestochen.

BON IVER Fotogalerie:

 

bon_iver_koeln_galerie

Tracklist:
Perth
Minnesota
Towers
Brackett
Creature Fear
Team
Beach Baby
Hinnom
Wash
Skinny Love
Blood Bank
re: Stacks
Holocene
Calgary
Beth/Rest

Who Is It
For Emma

boniver.org

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