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BOYSETSFIRE – 21.08.2015, Köln, Palladium

26 August 2015 No Comment

Boysetsfire

Familiär geht’s bei 4000 Besuchern naturgemäß nicht mehr zu, dafür kriegen BOYSETSFIRE nachdem sie sich jahrelang den Arsch ab getourt haben, endlich das, was sie verdienen: die ganz große Bühne.

Family First, unter dieses Motto hatten BOYSETSFIRE ihren langen Konzertabend im Kölner Palladium gestellt und musikalische Freunde und Wegbegleiter eingeladen. Unter anderem standen WAR ON WOMEN, FUNERAL FOR A FRIEND und CHUCK RAGAN auf der Bühne. Ähnlich voll war es vor der Bühne, auch wenn man bei der Ankündigung „ausverkauft“ durchaus Schlimmeres erwartet hatte.

Stattdessen gab es im Palladium trotz der vielen Menschen ein bisschen Platz und Luft zum atmen, auch wenn die sehr schnell sehr warm wurde. Bei sommerlichen Temperaturen draußen, wurde es drinnen ordentlich schwül, zumal ein Wiederauslass nicht drin war. Das war wie immer ärgerlich, aber ist bei dieser ansonsten sehr schönen Örtlichkeit ganz offensichtlich nicht anders machbar.

Das kurbelte natürlich den Umsatz an den Getränketheken an, vor denen sich immer wieder lange Schlangen bildeten, und die einen auch mal über die ökonomischen Dimensionen des Ganzen nachdenken ließen. Der Rubel rollte, soviel ist klar, BOYSETSFIRE sind inzwischen eine ganz schön große Nummer und vergolden sich ihre Wiedergeburt. 4000 verkaufte Karten, ausverkauftes Haus, für eine Band, die es vor wenigen Jahren gar nicht mehr gab, ist das nicht schlecht, wobei es vielleicht gerade die Auflösung und das spätere Comeback waren, die dem ganzen Projekt neues Leben eingehaucht haben.

Eine Menge Leben, auch das ist klar. Denn obwohl es als familiäres Miteinander gedacht war, steuerte der ganze Abend doch nur auf eines hin: den Auftritt von BOYSETSFIRE. Das spürten auch die anderen namhaften Bands, bei denen zwar jeweils die Fans und Kenner Radau machten, die Stimmung aber nur selten auf die ganze Halle übergriff. Nicht nur für FUNERAL FOR A FRIEND waren die Dimensionen einfach etwas zu groß, selbst ein CHUCK RAGAN tat sich schwer, wobei es bei Letzterem auch daran lag, dass das hier heute nicht sein Stammpublikum war.

Das bekam dann gegen halb zehn, was es wollte, und zwar so richtig. Mit „After the Eulogy“ fiel der Vorhang und BOYSETSFIRE zogen anderthalb Stunden etwas vom Leder, dass man wohl nur noch als Rockstarshow bezeichnen kann. Perfekter Sound, ein fast religiös angefixtes Publikum und eine Band, die einen beeindruckenden Spagat schafft zwischen knüppelharten Brechern und poppigen Hymnen. Von der ganzen Ausstrahlung und Optik her kann man sich BOYSETSFIRE dabei immer noch im kleinen Club vorstellen, nimmt ihnen aber auch sofort die großen Posen ab und wundert sich kaum, wenn plötzlich 4000 Menschen die Hände über dem Kopf zusammenklatschen oder eine Songzeile beziehungsweise den ganzen Song mitgrölen.

Die große Bühne ist BOYSETSFIRE nicht zu groß, das ist spätestens nach dieser Show glasklar. Das kann einen auch ein bisschen wehmütig machen, aber so lange sie, wie am Abend zuvor, immer mal wieder in der Kategorie Gebäude 9 spielen, passt das schon. Gegönnt sei ihnen dieser Triumph allemal. Wenn es jemand verdient hat, dann die Truppe um Nathan Gray.

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