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BROADWAY THERAPY

20 August 2015 No Comment
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Broadway-Therapy Plakat

© Wild Bunch Germany

Der Broadway-Regisseur Arnold Albertson (Owen Wilson) hat einen sehr spezifischen Fetisch: Wenn er mal fernab von seiner Frau und seinen Kindern in einem edlen New Yorker Hotelzimmer absteigt, bestellt er sich gern eine Prostituierte. Damit aber nicht genug. Nach vollzogenem Liebesspiel schenkt er ihnen eine Geldsumme, die weit über die übliche Bezahlung hinausgeht, allerdings nur unter der Bedingung, dass sie sich ein neues Leben aufbauen.

Arnold kann sich schließlich als Held fühlen, der mit Stolz geschwellter Brust und in dem Wissen, er habe etwas Gutes getan, wieder zu seiner Familie und seiner Arbeit zurückkehren. Dieses Mal ist er wegen seines neuen Stücks in New York und trifft auf die junge und naive Isabelle Patterson (Imogen Poots), der er wie allen anderen seiner zweifelhaften Bekanntschaften die gleiche Chance ermöglicht. Isabelle möchte allerdings dummerweise Schauspielerin werden und spricht für Alberts neues Stück vor. Während Albert versucht, Isabelle so schnell wie möglich los zu werden, sind Regisseur Joshua Fleet (Will Forte), Alberts Schauspieler-Ehefrau Delta Simmons (Kathryn Hahn) und auch deren Ex-Freund, der berühmte Darsteller Seth Gilbert (Rhys Ifans) begeistert von dem neuen Talent.

Imogen Poots und Owen Wilson

Theaterregisseur Arnold (Owen Wilson) möchte der Prostituierten Izzy (Imogen Poots) helfen © Wild Bunch Germany

Während Joshua immer mehr von diesem neuen Talent fasziniert ist, vor allem weil er unter der Fuchtel seiner dominanten und chronisch schlecht gelaunten Freundin, der Therapeutin Jane Claremont (Jennifer Aniston) steht, muss Albert versuchen, die Situation unter Kontrolle zu bringen, denn sein fein aufgebautes Charade-Spiel droht in sich zusammenzubrechen.

Regisseur und Autor Peter Bogdanovich kann durchaus als Regie-Legende Hollywoods bezeichnet werden, der Klassiker wie „Die letzte Vorstellung“, „Paper Moon“ und die Screwball-Komödie „Is was Doc“ auf die große Leinwand brachte und heutzutage hauptsächlich amüsante Gastauftritte in Serien wie „Die Sopranos“, „The Good Wife“ und „How I Met your mother“ hinlegt. Besonders an seinen alten Screwball-Erfolge orientiert sich nun „Broadway Therapy“.

Bogdanovich bevölkert seine Komödie mit Charakteren mit sehr spezifischen Vorlieben, Unsicherheiten und Neurosen und man merkt schnell, dass er ein Zeitgenosse Woody Allens ist, denn der Humor ähnelt sich stellenweise doch sehr. Es ist jedoch immer geradezu erfrischend zu sehen, dass zumindest ein alteingesessener Regisseur wie Bogdanovich noch Komödien für Erwachsene produzieren kann, die sich nicht immer wieder mit Derbheiten, Pointen oder Punchlines überbieten, sondern deren Humor aus Charakteren und cleveren Dialogen gezogen wird. Heutzutage können oder wollen sowas nur noch Regisseure wie Noah Baumbach, Wes Anderson (welche den Film auch produzierten) oder eben Woody Allen.

Eine glückliche kleine Hollywood Familie

Eine kleine, glückliche Hollywood-Familie. Von links nach rechts: Jennifer Aniston, Rhys Ifans, Imogen Poots, Will Forte, Kathryn Hahn, Owen Wilson © Wild Bunch Germany

Dennoch wirkt die Situationskomik gelegentlich sehr konstruiert, und wenn alle Hauptcharaktere ständig in Restaurants, Hotels oder Arztpraxen aufeinandertreffen, scheint die Skurilität arg erzwungen. Man könnte manchmal glauben, dass in Bogdanovichs New York nur etwa fünf bis zehn Menschen leben würden. Darstellerisch bietet die Besetzung nicht wirklich etwas Neues, aber das muss auch nicht sein, denn jeder dieser Schauspieler ist im Komödienfach ein Vollprofi.

BROADWAY THERAPY

Bewertung: 4 von 6
Darsteller: Owen Wilson, Imogen Poots, Jennifer Aniston, Kathryn Hahn, Will Forte, Rhys Ifans, Austin Pendleton, George Morfogen
Regie: Peter Bogdanovich
Kamera: Yaron Orbach
Drehbuch: Peter Bogdanovich, Louise Stratten
Musik: Ed Shearmur
Produktion: George Drakoulias, Logan Levy, Louise Stratten, Holly Wiersma
Ausführende Produktion: Wes Anderson, Robert Ogden Barnunm, Noah Baumbach, Christa Campbell, Cassian Elwes, Lati Grobman, Hollis Hill, George J. Steiner Jr., Jeff Rice

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