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CHARLES BRADLEY – 28.06.2016, Düsseldorf, zakk

4 Juli 2016 No Comment
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Charles BradleyCHARLES BRADLEY – der „Screaming Eagle of Soul“ – ist unbestritten einer der interessantesten Vertreter den dieses Genre in den vergangenen Jahre hervor gebracht hat und bereits mit seinem Debütalbum No Times for Dreaming von 2011 beförderte er sich in den Olymp des heutigen Retro-Souls. Dass BRADLEY gut 60 Jahre auf diesen Erfolg warten musste, in Armut aufwuchs und sich mit allerlei schlechten Hilfsjobs durchs Leben schleppte, verleiht ihm dabei so etwas wie das inoffizielle Gütesiegel der „Blackmusic-Herzschmerz-Credibillity“.

Bereits im April war CHARLEY BRADLEY mit seinem aktuellen Album Changes auf Tour und legte in der ausverkauften Kölner Live Music Hall ein fulminantes Konzert hin. Und auch an diesem Juniabend in Düsseldorf gab es zahlreiche Anhänger, die sich seinen erneuten Auftritt nicht entgehen lassen wollten.

Mit etwas Verspätung (vor allem beim Einlass) aufgrund des verzögerten Soundchecks legte die Hausband von Daptone Records mit ihrem Intro den musikalischen Teppich, um den Meister unter großem Jubel auf die Bühne zu lotsen. Neben dem perfekt abgestimmten Sound ist es vor allem die Inszenierung, die eine Show des frischen Altmeisters ausmacht. Die Stimme eines Otis Redding, die Theatralik des großen James Brown und der gelebte Weltschmerz, der selbst Marvin Gaye wie ein unbekümmertes Sonntagskind erscheinen ließe, gehören zum Show-Repertoire, das CHARLES BRADLEY auch an diesem Abend in Düsseldorf gekonnt abfeuerte.

Hits wie The World (Is Going Up In Flames) oder Why Is It So Hard? und der lässige Hüftschwung des Seniors zeigten schnell Wirkung und das Publikum feierte jede einstudierte Pose und den typischen Aufschrei, der ihm zurecht seinen Spitznamen verleiht. Natürlich waren es besonders die eher rar gesäten aber gut platzierten flotteren Nummern wie You Put The Flame On It, die dem Publikum etwas mehr Euphorie entlockten.

Während BRADLEY zur Halbzeit der Show für eine Verschnaufpause schließlich die Bühne verließ, bekamen dann auch die Musiker seiner hervorragenden Backingband die Chance ihr Können unter Beweis zu stellen, bevor er sich erneut in frischem Outfit auf die Bühne rufen ließ. Insbesondere Ain’t it a Sin, das wie üblich zum Ende des Sets gespielt wurde, bildete den vorläufigen Höhepunkt des Abends und wurde im Anschluss durch das Black Sabbath-Cover Changes nochmals getoppt.

Mit großartiger Stimme, einer gut eingespielten Band und den nötigen Entertainer-Qualitäten verwandelte CHARLES BRADLEY mal wieder eine deutsche Konzert-Halle ins legendäre New Yorker Apollo Theater, wobei er zukünftig gut beraten wäre, die Theatralik, roten Rosen und großen Gesten besser dosiert einzusetzen. Denn zum Absturz auf das rührselige Senioren-Beglückungs-Niveau eines Howard Carpendale ist es bekanntlich ein schmaler Grat.

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