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DAVID GILMOUR – Rattle That Lock

1 Oktober 2015 No Comment
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David Gilmour Rattle That Lock

Neun Jahre nach seinem letzten Solowerk “On An Island”, das ein wenig so klang als könnte es auch sein letztes Werk bleiben, und nur ein Jahr nach dem überraschenden finalen PINK FLOYD-Album “The Endless River“ bringt DAVID GILMOUR jetzt mit “Rattle That Lock“ eine Platte heraus, die so gar nicht nach Schwanengesang klingt. Im Gegenteil: So frisch wie auf dem vorab ausgekoppelten Titelsong, der genial um ein SNCF-Bahnhofsjingle herum konzipiert wurde, klang er lang nicht mehr.

“Rattle That Lock“ groovt und beißt sich in den Gehörgängen fest, ein veritabler Ohrwurm, der auf den Deluxe-Editionen mit DVD bzw. Bluray sogar noch in einem 12“(gibt es den wirklich auf Vinyl?)-Remix von keinem geringeren als Youth remixed wurde und zumindest theoretisch irgendwo auf der Welt mal in einer Discothek laufen könnte. Diese Version bleibt jedoch ein Zwitter der Sorte „nicht Fisch, nicht Fleisch“. Weitaus überzeugender ist dagegen die lange „normale“ Version, die sich in diesen Editionen findet. Und wo wir gerade dabei sind: Das weitere Bonusmaterial von DAVID GILMOURs „Rattle That Lock“ ist durchaus überzeugend. So bekommt man auch eine sehr schöne orchestrale Version von “The Girl In The Yellow Dress“, sowie Videomaterial von einer Jamsession mit Rick Wright aus dem Jahre 2007, das durchaus seine Reize hat. Neben 5.1- und High Resolution-Mixen gibt es auch interessante Interviews mit DAVID GILMOUR und seiner Frau Polly Samson, die auch zu dieser Platte wieder einige Texte geschrieben hat.

Das reguläre Album beginnt mit dem wenig spektakulären Intro “5 A.M.“, das unsanft ausgeblendet wird und dann den bereits erwähnten SNCF-Jingle ertönen lässt, der in den Titelsong führt. Song Nummer drei ist ein weiterer Höhepunkt des Albums: “Faces Of Stone“ stammt von DAVID GILMOUR allein und handelt von seiner verstorbenen Mutter. Über einen als solchen nicht gleich zu erkennenden Dreivierteltakt baut er sehr feine Harmonien, singt als wäre er deutlich jünger als 69 Jahre und liefert natürlich auch ein gediegenes Gitarrensolo. Das folgende “A Boat Lies Waiting“ ist Rick Wright gewidmet und hätte so auch hervorragend auf “The Endless River“ gepasst. Zu Beginn hört man auch Wright noch einmal über den Tod reden, als Backgroundsänger veredeln David Crosby und Graham Nash, die auch schon auf “On An Island“ zu hören waren, den Song.

“Dancing Right In Front Of Me“ klingt dann wieder sehr leicht, dabei aber nicht simpel. So beschwingt hört man Gilmour selten, einen solchen Song würde man eher von einem Paul McCartney erwarten. Danach gibt es jedoch wieder Vintage-Gilmour mit “In Any Tongue“, das genau auch auf “The Devision Bell“ hätte erscheinen können. Bombastisch, dynamisch, effektvoll – genauso wie Floyd-Fans es lieben. Das instrumentale “Beauty“ geht sehr in die Richtung der Musik von “The Endless River“, bevor dann wieder eine Überraschung ansteht: “The Girl In The Yellow Dress“ kommt als langsamer, swingiger Barjazz daher und auch in diesem Gewand vermag Gilmour zu überzeugen.

Es folgt das funkig groovende “Today“, das auch durchaus Single-Potential besitzt bevor das Album erneut instrumental mit den Gitarrenfiguren von “And Then…“ ausklingt. DAVID GILMOUR ist mit “Rattle That Lock“ ein kurzweiliges Album gelungen, das sowohl die nach Floyd-Momenten lechzenden Fans bedient, aber auch darüber hinaus immer wieder überrascht. Sehr erfreulich, das.

DAVID GILMOUR – Rattle That Lock
Bewertung: 5 von 6
VÖ: 18. September 2015
davidgilmour.com
Label: sonymusic.de

DAVID GILMOUR „Rattle That Lock“ Tracklist:

  1. 5 A.M
  2. Rattle That Lock
  3. Faces Of Stone
  4. A Boat Lies Waiting
  5. Dancing Right In Front Of Me
  6. In Any Tongue
  7. Beauty
  8. The Girl In The Yellow Dress
  9. Today
  10. And Then…
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