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DIE HEITERKEIT – 18.03.2019, P8, Karlsruhe

20 März 2019 No Comment
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„Meine Mutter meint, an einem Montagabend sollte man keine Konzerte spielen, da kommen keine Leute“ lässt Stella Sommer die Zuschauer der gut gefüllten Räumlichkeiten des Karlsruher Vereinsprojekts P8 wissen. „Schön, dass ihr trotzdem so zahlreich gekommen seid“ bedankt sie sich dann verschmitzt. Dies soll dann aber auch die einzige Ansage an ihr Auditorium an diesem Abend bleiben.

Innerhalb von nur 60 Minuten zeigt die Wahlberlinerin warum sie heutzutage quasi die Antithese zu z.B. Künstlern wie Bosse darstellt, der sich auf der Bühne das Herz aus dem Leib reißt und es seinen Fans auf einem Silbertablett serviert. Die Textzeile: „Distanz als Form von Nähe“ aus „Im Zwiespalt“, welches an diesem Abend große Resonanz erntet, sagt auch mehr über das Selbstverständnis der Protagonistin als 1.000 Worte.

Die Aura der Stella Sommer funkelt auch in Karlsruhe ungebrochen dunkel. Ganz in schwarz und mit Haar-Dutt, deutet sie mit komplett neuer Begleitband, das Artifizielle in der Musik der aktuellen Platte „Was passiert ist“, in griffige Liveversionen um. Dabei wechselt sie ständig zwischen Keyboard und Gitarre, steht auch öfters mal als Nur-Sängerin am Mikrofon und fesselt alle Anwesenden mit ihrer Stimme, die so viele Vergleiche kennt und doch so einzigartig ist.

„Was passiert“, „Wie finden wir uns“ und vor allem „Jeder Tag ist ein kleines Jahrhundert“ lauten die neuen Hits und werden jetzt schon wie alte Bekannte gefeiert. „Die Linie im Sand“ tost mit zwei Keyboards und lauten Drums gewaltig. „Im Fluss“ ist als zarter Opener wunderbar platziert. Auch das wagnerianische „Dieses Mädchen“ oder das majestätische „Ein alter Traum“ überzeugen ebenfalls auf ganzer Linie. Die Chemie der neuen Besetzung ist zu Beginn der Tournee noch fragil, doch Stella Sommers Stimme ist über jeden Zweifel erhaben und pendelt zwischen zärtlich und herb.

Ansonsten bietet Die neue Heiterkeit ausschließlich Songs der Vorgängerplatte, dem epochalen „Pop und Tod I und II“. „Große Namen“, „Panama City“ oder „Schlechte Vibes im Universum“ kommen im neuen Bandsound teilweise in leicht veränderter Form über die Bretter und zeigen, dass sie jetzt schon Klassiker des deutschsprachigen Indie-Pops der Neuzeit sind.

„Die Sterne am Himmel“ beschließt sphärisch das reguläre Seit, bevor Stella Sommer und ihre Mitstreiter an Keyboard, Bass und Schlagzeug zurückkehren, um „Die Kälte“ zu erzeugen und sich mit „The End“ fatalistisch aber pointiert zu verabschieden.

Die Heiterkeit live 2019: So eigenwillig, so tröstlich, so groß!

Jetzt noch live erleben:
19.03.2019 (CH) Zürich – Bogen F
20.03.2019 München – Strom
21.03.2019 (A) Wien – Fluc
22.03.2019 (A) Salzburg – Arge Kultur
23.03.2019 (CH) St. Gallen – Palace
24.03.2019 Nürnberg – Z-Bau
26.03.2019 Dresden – Societätstheater
27.03.2019 Leipzig – Werk2
28.03.2019 Frankfurt – Mousonturm
29.03.2019 Hamburg – Uebel & Gefährlich
30.03.2019 Berlin – Lido

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