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DIE KOMM‘ MIT MANN!S – 08.04.2016, Wuppertal, LCB

15 April 2016 No Comment
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Kommmitmanns01
Nur noch ein Jahr, dann steht diese Band ein Vierteljahrhundert auf der Bühne. Was soll man zu den KOMM‘ MIT MANN!S also noch schreiben? Dass die Kultband aus dem Ruhrpott sämtliche Soul-Klassiker von „Respect“ bis „Mustang Sally“ im Schlaf beherrscht? Natürlich! Dass ihre energetischen Interpretationen den Originalen in Nichts nachstehen? Selbstverständlich! Dass die Bandmitglieder auf der Bühne furchtbar schick aussehen? Alles richtig! Und doch wäre solch ein Text nur das Herunterbeten ohnehin bekannter Fakten. Um über das Offensichtliche hinaus zu gehen, und um die Begeisterung dieses Abends einzufangen, bleibt nur ein Tatsachenbericht.

Und der beginnt damit, dass der Keller des Wuppertaler LCBs an diesem lauen Frühlingsabend bei weitem nicht ausverkauft ist. Ein Jammer; noch dazu wo dieser kleinen Location die schweißtreibende Enge eines dichtgedränten Publikums doch so gut steht. Wer will, kann es sich also bequem direkt vor der Bühne gemütlich machen und die Hand nach der Band ausstrecken. Diese, zumindest der männliche Teil, steht natürlich ausnahmslos im lässig sitzenden Anzug auf der winzigen Bühne. Und während sich die Herren an den Instrumenten einrichten, wird die Hälfte der Soli vom Saxophon über die Trompete bis zur Orgel gleich mal im Intro rausgehauen. Selbstverständlich. Doch drei unbesetzte Mikros lassen natürlich schon erahnen, dass hier noch die weiblichen Stimmen fehlen. Die Soul Ladies stimmen dann auch gleich „Ain’t No Mountain High Enough“ an, während im Hintergrund schon Mr. Chris Tanzza ungeduldig wartet, um den Abend mit „I Heard It Through The Grapevine“ endgültig zu eröffnen.

Damit ist es bewiesen: es passen tatsächlich zehn Musiker auf diese Bühne. Allen voran natürlich Chris Tanzza, dieser Hühne mit dem verschlagenen Blick eines übermütigen kleinen Jungen. So passt es auch, dass er Katja Kutz für ihre erste Leadstimme mit den Worten ankündigt: „Sie ist damals in die Band eingestiegen im zarten Alter von drei Jahren.“ Wer würde dem schon widersprechen? Ja, das hier, sowohl auf der Bühne als auch im Publikum, die meisten nicht mehr die Jüngsten sind, wird gar nicht erst verschwiegen, sondern lieber charmant kommentiert. Da zieht man sich schon mal – angeblich – einen Wadenkrampf beim Hüpfen auf der Bühne zu. Alter und Erfahrung haben natürlich auch ihre Vorteile: als bei „Papa Was A Rolling Stone“ von den TEMPTATIONS plötzlich kein Sound mehr auf der Gitarre ist, springt eben kurzerhand das Saxofon mit einem Solo ein.

Von Anfang an dabei auf dieser never-ending Tour waren da Songs wie „Hit The Road Jack“, das natürlich auch an diesem Abend gespielt werden muss. Inklusive Mitmachpart im Refrain. Wohlwissend um die gesanglichen Qualitäten vieler anwesender Männer dürfen die Frauen hier natürlich den Großteil des bekannten Refrains beisteuern. Den Männern bleibt nur ein kehliges „What you say?“, das aber deshalb nicht weniger hingebungsvoll gegrölt wird als die gesangliche Meisterleistung der anwesenden Damen. Nicht umsonst heißt es schon seit Jahren bei den KOMM MIT MANN!S, wenn man in Wuppertal auftritt, dann stellt man sich den Bestien. Ob diese Anekdote stimmt, ist zweitrangig. Was zählt, sind die Geschichten, die man in 25 Jahren so anhäuft. Und die funktionieren jeden Abend aufs Neue.

Natürlich muss man am Ende aber doch über all die Songs sprechen, die im Wuppertaler LCB an diesem Abend für eine Soul-Party sorgen, die aus gutem Grund seit einem viertel Jahrhunderts schon hunderte, wenn nicht tausende Male von den KOMM MIT MANN!S gefeiert wurde. Da ist von Wilson Pickett über Otis Redding und Percy Sledge bis Aretha Franklin und natürlich James Brown alles dabei, was dieses zehnköpfige Ensemble in schweißtreibende Grooves verwandeln kann. Und da reichen die großzügigen zweieinhalb Stunden an diesem Abend eigentlich noch längst nicht aus. Aber irgendwann muss ja auch mal Schluss sein. Alles Gute zum Jubiläum!

Infos:
diekommmitmanns.de
liveclub-barmen.de

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