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DIE LIGA DER GEWÖHNLICHEN GENTLEMEN, 02.10.2019, Schon Schön, Mainz

4 Oktober 2019 No Comment
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Zum Start der „Fuck Dance, Let’s Art“ Tournee ist der kleine Mainzer Schon Schön Club bereits zur frühen Stunde pickepackevoll gefüllt mit Anglophilen, Altmods, Northern Soul Jüngern und Freizeitpunks. Nachdem Bassist Tim Jürgens etwas verspätet aus Berlin eintrifft legt die lebende Legende aus Hamburg gleich Rhythm’n Blues-mäßig mit der Verneigung vor „Eis-Gerd“ los. Die Vespa läuft, auch wegen der geringen Soundcheck Zeit, noch nicht auf Hochtouren, doch rumpelt die liebevolle Geschichte über die untergegangene Institution in Hamburg-Altona mitten in die Herzen der Anhängerschaft.

Im Folgenden stellen die Gentlemen Spieler ihre neue Platte fast in Gänze live vor. „Der letzte große Bohemien“, „Ich verlieb mich wieder in mich“ und besonders „Der kleine Matratzenmarkt“ werden abgefeiert wie alte Bekannte. „Ein Leben in Rot mit purpurnen Blitzen“ und „Wie ein Kronkorken auf dem weiten Meer“ öffnen den Discokorridor strahlend weit und Schlagzeug-Schwerstabeiter Heiko Franz lässt die Hi-Hat gen Dancefloor marschieren.

Der Stimmungspegel steigt mit oder ohne Hopfen deutlich an und natürlich muss das Thema Fußball bei „Hässlich und faul, Musik und der HSV“ auch im Dialog mit dem Publikum aus Mainz, Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden ausgetragen werden. Hart aber fair.
Carsten Friedrichs als Sänger und „Schlag-Gitarrist“ bereits bei Superpunk das Aushängeschild und Erinnerungsträger der Hamburger Jugend in den 80s läuft nun auf Hochtouren und die Pointen sitzen, egal ob: „Wir sind eine Modband wir müssen hektisch sein“ oder „Ihr seid hier die richtigen Punks, ihr hasst alles“.

„Kennst du Werner Enke“ ist ein älterer Crowdpleaser und Northern Soul Stomper par excellence und die fehlenden Philly Streicher fallen gar nicht groß ins Gewicht. Keyboarder und Tapete-Veteran Gunther Buskies sorgt mit seiner Orgel für die nötige Schmiere und agiert obendrein als lakonischer Sidekick zu Friedrichs. „The Out-Crowd“ ist der beste frühe Madness Song den eine deutsche Band je gemacht hat und die Menge schwoft zum Ska der Hamburger. Fabio Papais kann dabei als neuer Leadgitarrist ebenfalls Akzente setzen.

Nach knackigen 60 Minuten und den augenzwinkernden Verweis auf die nachfolgende 90s-Disco beschließt die Band mit dem neuen Brecher „Frustration“ das reguläre Set nur um umgehend „Der fünfte Four Top“ und „Jeder auf Erden ist schön, sogar du“ von ihrem Debut als Zugabe zu spielen. Kevin Rowland wäre bei Letztgenanntem sicher besonders stolz auf die feine Adaption seines Celtic Soul.

Das Publikum lässt die DLDGG nicht von der kleinen Bühne und so gibt es die obligatorische letzte Zugabe von Deutschlands vielleicht ehrlichster und sympathischster Band. „Alleine auf Partys“, ebenfalls vom starken „Alle Ampeln auf gelb“ Album aus dem Jahr 2014, spielt und singt sich fast von selbst. Das Publikum gröhlt den Refrain immer noch während Friedrichs bereits vom Merchstand aus dirigiert und Superpunk Weggefährte Jürgens über das Mikrofon einen Schlusspunk setzten muss – wegen der anstehenden 90s Party!!!

Superpunk im verflixten siebten Bandjahr 2019 unbedingt noch live erleben könnt ihr in:

Do 03.10.2019 München (Milla)
Fr 04.10.2019 Ulm (Hudson)
Sa 05.10.2019 Stuttgart (Goldmark’s)
Do 10.10.2019 Dortmund (Subrosa)
Fr 11.10.2019 Hannover (Lux)
Sa 12.10.2019 Wolfsburg (Sauna Club)
Mi 30.10.2019 Potsdam (Waschhaus)
Do 31.10.2019 Leipzig (Naumanns)
Fr 01.11.2019 Köln (Gebäude 9)
Sa 02.11.2019 Osnabrück (Kleine Freiheit)
Fr 27.12.2019 Bremen (Lagerhaus)
Sa 28.12.2019 Hamburg (Knust)
So 29.12.2019 Berlin (Lido)

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