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V.A. – Ciao Bella! Italian Girl Singers Of The 60s

30 Mai 2015 No Comment
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Ciao BellaNach England und Amerika waren in der Musiklandschaft der 60er Jahre wohl Frankreich und Italien die Länder mit der eigenständigsten Prägung. Allerdings geschah dies meist regional begrenzt, da es selten einer der Stars über die Ländergrenzen hinaus schaffte. Selbst die großen französischen Pop-Ikonen JOHNNY HALLIDAY oder FRANCE GALL blieben außerhalb ihrer Heimat weitgehend unbekannt. Den italienischen Stars ging es da ähnlich. Nicht zuletzt geprägt doch das unsägliche Schnulzen Image von musikalischen Weichflöten wie EROS RAMMAZZOTTI und Konsorten ist auch in der Rückschau noch nicht so arg viel wieder ausgegraben worden.

Nachdem ACE Records aber mit ihren beiden Zusammenstellung französischer Beat und Yé-Yé Sängerinnen „C’est Chic“ und „Très Chic“ zwei tolle Compilations auf den Raritäten Markt geworfen haben, nehmen sie sich nun mit „Ciao Bella“ erstmals den italienischen Mädels an. Bei Namen wie RITA PAVONE und ORNELLA VANONI denkt man zwar dumm-deutsch zuerst an irgendwelche Nudelgerichte oder Barilla-Soßen, doch sind diese beiden Damen nur zwei von vielen Sängerinnen, die man dank „Ciao Bella“ nun endlich neu entdecken darf.

Direkt zu Anfang gibt es mit dem wilden Trash-Stomp „Baluba Shake“ ein absolutes Highlight zu hören, das auch als knisternde 7inch bei jedem 60s Abend die Tanzfläche füllen würde. Anderenorts geht es auch mal sanfter zur Sache, wie auf CATHERINE SPAAKs luftigem Bossa Nova „La Notte È Fatta Per Rubare“ oder dem schönen 60s Kitsch von „Il Mio Posto Qual’e“. CATERINA CASELLI liefert mit „Sono Qui Con Voi“ eine herrlich krachende Version von „Baby Please Don’t Go“ und die gleich mit drei Songs vertretene MINA brilliert mit knalligem Beat („No“), zuckrig-tollem 60s Girl Group Pop („Più Di Te“) und der melodietrunkenen Ballade „Se Telefonando“.

Letztendlich ist tatsächlich jeder hier versammelte Song eine Neuentdeckung wert – wenn man des Italienischen nicht mächtig ist, braucht man zwar unter Umständen einen Tick länger, um hinter die Songs zu steigen, aber die Zeit ist das allemal wert. Im reich bebilderten Booklet gibt es außerdem alles an Hintergrundinformationen und Fotos, um diese tollen Songs und Sängerinnen in den richtigen Kontext zu setzen. Mal wieder eine vorbildliche Veröffentlichung für alle Sammler obskurer 60s Raritäten.

Bewertung: 6/6
Label:
Ace Records
VÖ: 13.02.2015
acerecords.co.uk

Trackliste:

  1. Baluba Shake – Brunetta e i suoi Balubas
  2. No – Mina
  3. Il Mio Posto Qual’è – Ornella Vanoni
  4. Questa Sinfonia (Symphonie) – Carmen Villani
  5. L’Uomo D’Oro – Caterina Caselli
  6. Un Amore Inutile – Isabella Iannetti
  7. Il Geghegè – Rita Pavone
  8. Sono Qui Con Voi (Baby Please Don’t Go) – Caterina Caselli con Gli Amici
  9. Più Di Te (I Won’t Tell) – Mina
  10. La Notte È Fatta Per Rubare – Catherine Spaak
  11. Thrilling (La Regola Del Gioco) – Rita Monico
  12. Credi (Getting Ready For The Heartbreak) – Iva Zanicchi
  13. Penso A Te – Catherine Spaak
  14. Se Telefonando – Mina
  15. L’Appuntamento (Sentado À Beira Do Caminho) – Ornella Vanoni
  16. Non Ho L’Età (Per Amarti) – Gigliola Cinquetti
  17. Un Bacio Sulle Dita – Wilma Goich
  18. Quanti Ragazzi – Isabella Iannetti
  19. Ragazzo Triste (But You’re Mine) – Patty Pravo
  20. Pà Diglielo A Mà – Nada
  21. Un Minuto E Non Di Più – Milena Cantù
  22. Come Un Anno Fà – Wilma Goich
  23. Non È Mai Tardi (Dressed In Black) – Rita Monico
  24. Cuore (Heart) – Rita Pavone
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