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EA80 – 26.11.11, Düsseldorf, zakk

28 November 2011 No Comment

Titel

 

EA80, eine der ältesten amtierenden deutschen Punkbands, meldeten sich eindrucksvoll im Düsseldorfer zakk zurück. Im Gepäck hatten sie nicht nur eine fast zweistündige Punk-Galavorstellung sondern auch die streng limitierte Testpressung ihres neuen Albums „Definitiv: Nein!“.

Nicht nur diese 300 in Handarbeit zusammengebastelten Polyvinylchlorids waren der Grund dafür, dass Punkrock an diesem Abend zunächst einmal eines bedeutete: Schlange stehen. Wer am zakk ankam, musste sich zunächst einreihen – und zwar in einem Umfang, wie man es sonst nur vom Postschalter kennt.

Kurios: Während des Wartens konnte man Konzertgänger beobachten, die mit bis zu fünf Exemplaren der heiß begehrten EA80-Neuerscheinung unterm Arm die Halle bereits wieder verließen. Da hieß es tapfer stehen bleiben und hoffen, dass das persönliche Muster von „Definitiv: Nein!“ noch zu haben sein wird.

Drinnen angekommen wurde endgültig klar, dass die rechtzeitige Ankündigung des Konzerts (bei dieser Band auch keine Selbstverständlichkeit) ihre Wirkung zeigte. Die Halle im zakk war fast ausverkauft und der Weg zur heiß begehrten LP und dem ähnlich heiß begehrten ersten Bier gestaltete sich schwierig. Vor allem an der Theke wiederholte sich erneut das Dominoprinzip vom Eingang.

Ohne Vorband ging es dann direkt los und EA80 begannen das Konzert mit „Fort von krank“, dem Eröffnungslied ihres neuen Albums. Das Publikum nahm diesen und andere noch unbekannte Songs dankbar an und feierte sie nicht weniger als die Klassiker, des über dreißig Jahre umfassenden Repertoires der Gladbacher.

Die Stimmung war von Anfang an gut, ohne jemals überzukochen. Mit mehr Bewegung vor der Bühne und mehr andächtigem Lauschen auf den hinteren Rängen bekam jeder Besucher das, was er von diesem Abend erwartete. Ekstase geht womöglich anders, aber die schien hier auch keiner zu suchen.

Bei älteren Nummern wie „Gast“, ganz alten Liedern wie „Licht“ und eben denen, die noch keiner in seinem Plattenschrank hatte (unter anderem „Armer Arm“ und „Vor dem Untergang“) zeigten EA80, was sie können und so gut praktizieren wie nur wenige andere deutsche Bands: Punkrock mit schlauen Texten, ohne dabei die nötige Geschwindigkeit und Härte aus den Augen zu verlieren. Hirn muss eben auch mal Eier haben!

Nach fast zwei Stunden beendeten EA80 ihr gelungenes Release-Konzert mit dem zwölfminütigen Kracher „Die Suche“ und waren für eine Zugabe nicht mehr zu haben. Unzufrieden ließen sie damit aber keinen zurück.

Unterstrichen haben EA80 an diesem Abend nicht nur ihre musikalische Klasse, sondern auch ihre allgemeine Verweigerungshaltung gegenüber den heute üblichen Marktmechanismen, wie sie auch in der im Grunde nicht vorhandene Bandhomepage, der limitierten Veröffentlichung neuer Platten im Eigenvertrieb oder dem spärliche Bewerben der Konzerte zum Ausdruck kommt.

So war am Plattenstand ein deutliches „ebay seller fuck off“ zu lesen und die Band betonte ihre Abneigung dagegen, dass die neuen Lieder schon auf Youtube zu finden seien, noch bevor das Album überhaupt erschienen sei.

Die Realität ist: Der durchschnittliche ebay-Preis für die Testpressung von „Definitiv: Nein!“ liegt heute schon bei um die 45 Euro und „Fort von krank“-Clips dieses Konzerts waren bereits am nächsten Tag online zu bestaunen. Definitiv „Nein“ sagen kann man ja mal. Nützt nur leider nichts.

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