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EAGLES – Hotel California (40th Anniversary Edition)

25 November 2017 No Comment
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Ein Megaseller-Mainstreamalbum aus der Zeit als Punk sich gerade anschickte eben diese Rockgeneration in die Rente zu schicken wird dieser Tage neu aufgelegt und es lohnt sich schon mal zu schauen, was wie gealtert ist. Unbeirrt von der Power der jungen Punks, die großartige Platten und Konzerte in ihrer Jugend und teilweise auch noch deutlich später veröffentlicht haben, steht dieses Album immer noch als ein Monolith in der Rockgeschichte. Es ist, ohne Frage, nicht das beste Album der Eagles – dazu waren die Vorgängeralben dieser Band, die aus der Countryrock-Bewegung der späten 60er und frühen 70er als die erfolgreichste hervorging, einfach zu stark. Aber es war das Album, das mit dem Titeltrack einen Klassiker geschaffen hat, der sowohl am Lagerfeuer geklampft, aber vor allem auch in dem Arrangement der Band einfach immer noch dasteht wie eine Eins.

Es ist als LP – und das muss ich anmerken, ich hatte nie eine CD-Version, sondern nur eine alte, mittlerweile abgespielte, LP und seit einiger Zeit ein noch makelloses LP-Reissue – auf der ersten Seite ein Meisterwerk, das die zweite Seite dann nicht halten kann. Vor allem die ersten drei Tracks – neben dem Titelsong auch noch „New Kid In Town“ und „Life In The Fast Lane“ – hauen dermaßen rein, dass es nahezu unmöglich ist, dieses Level zu halten. Der letzte Song auf Seite 2, „The Last Resort“ ist dann noch einmal ein Höhepunkt. Es war das erste Album mit Joe Walsh, der Bernie Leadon erstetzt hatte und damit klar einen weiteren Schritt in Richtung Mainstreamrock und weg von einem dem Country verbundenen Stils, beeinflusste. Die CD klingt gut, um wie viel besser die hochauflösenden Soundfiles auf der Blu-Ray, die in der großen Version des Reissues enthalten ist, klingen, lässt sich auf Basis der 2 CD-Edition, die hier vorliegt, nicht sagen.

Was sich auf jeden Fall sagen lässt, ist dass der Livemitschnitt, der hier vorliegt, das bislang als Referenz dienende „Eagles Live“ von 1980, das auch einige Tracks von diesen Auftritten im L.A. Forum aus dem Oktober 1976 enthielt, klar übertrifft. Der Sound der Band ist differenzierter, die Performance fokussierter. Nur bei „Hotel California“ ist die Gitarre von Walsh im Solo zu zarghaft, da setzt sich Don Felder als alter Platzhirsch deutlich besser durch. Die Liveaufnahmen sind unter professionellen Bedingungen durchgeführt wurden und jetzt von Don Henley belgeitend produziert worden. Ein hervorragendes 10-Song-Livealbum wurde hier am Rande veröffentlicht und es wäre wünschenswert, wenn auch noch mal eine deutlich reichhaltige Auswahl aus diese Fundus herausgebracht würde.

Man mag die Eagles, und das für das sie stehen/standen, hassen. Aber ihre frühen Platten sind Meisterwerke, die bis heute Schablonen für Acts aus ihrem Metier darstellen. Und wenn man sich fragt, wer letztendlich den Traum der Cosmic American Music am weitesten getragen hat, kommt man zu der Einsicht, dass die Eagles mit ihren frühen Alben einen bedeutenden Anteil an dieser Entwicklung hatten. Und mit „Hotel California“ lieferten sie einen Meilenstein des Classic Rock ab. Muss man erst mal schaffen, sowas!

Bewertung: 5 v0n 6

VÖ: 24.11.2017

https://eagles.com/

Tracklist:
Disc One: Original Album
01. Hotel California
02. New Kid In Town
03. Life In The Fast Lane
04. Wasted Time
05. Wasted Time (Reprise)
06. Victim Of Love
07. Pretty Maids All In A Row
08. Try And Love Again
09. The Last Resort

Disc Two: Live at The Los Angeles Forum (October 1976)         
01. Take It Easy
02. Take It To The Limit
03. New Kid In Town
04. James Dean
05. Good Day In Hell
06. Witchy Woman
07. Funk #49
08. One Of These Nights
09. Hotel California
10. Already Gone

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