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FIRST AID KIT – Ruins

19 Januar 2018 No Comment
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Sie haben sich 4 Jahre Zeit gelassen. Die beiden Schwestern Johanna und Klara Söderberg alias FIRST AID KIT fühlten nach den ersten drei Alben in vier Jahren, dass sie eine Phase mit weniger intensiven Aktivität brauchten und machten mal Pause. Jetzt – angefüttert durch die vorab veröffentlichten Tracks „It’s A Shame“und „Fireworks“ – kommt ihr viertes Album „Ruins“ und sie haben sich einige Veränderungen gegönnt. So haben sie sich diesmal nicht von Mike Mogis aus dem Bright Eyes-Lager produzieren lassen, sondern stattdessen mit Tucker Martine, der durch seine Zusammenarbeit, mit The Decemberists und  My Morning Jacket bekannt ist und auch auf dem letzten R.E.M. -Album „Collapse Into Now“ als Toningenieur tätig war, zusammen gearbeitet. Und so konnte Martine auch Peter Buck für die Produktion für „Ruins“ gewinnen, der auf sieben der zehn Tracks spielt. Andere namhafte Musiker auf diesem Album sind Glenn Kotche von Wilco und McKenzie Smith von Midlake.

Auch wenn diese Veränderungen für die Bedingungen der Aufnahme dieser Platte sicherlich maßgeblich waren, so hört man im Vergleich zu den letzten von Mogis produzierten Alben gar keinen so großen Unterschied. Die Söderberg Schwestern und ihr auch diesmal wieder Bass spielender Vater Benkt haben einfach einen sehr eigenen Stil, der auch auf „Ruins“ wieder durchschlägt. Klaras Leadvocals, die Harmonien von Johanna und die Art wie sie ihre Songs schreiben und dann umsetzen, ist einfach typisch FIRST AID KID und dafür lieben wir sie ja auch.

Natürlich gibt es Momente, wo Kotches perkussiver Schlagzeug-Stil klar zu erkennen ist und man meint auch hier und da mal Peter Buck heraus zu hören, aber letztendlich ist das Album vom ersten Ton an ein guter Bekannter, 10 weitere Songs mit der magischen Formel –  mit dem Schmerz, der Melancholie, der Hoffnung und vor allem der Sehnsucht, die aus allen Songs tropfen. Angeblich gab es im Leben von Klara eine Trennung, die Einfluss auf das Songwriting genommen hat.

Das Album beginnt stark mit „Rebel Heart“, „It’s A Shame“und „Fireworks“ und auch im weiteren Verlauf bleibt das Niveau hoch. „Postcard“ ist die erste Nummer, die man als Country einordnen würde, davor werden die Genregrenzen durchaus weiter gehalten. Am Ende lassen sie es bei „Nothing Has To Be True“ gar ein wenig indierockig krachen. First Aid Kit etablieren sich mit „Ruins“ als eine maßgebliche Band des Genres, das so häufig als Americana bezeichnet wird. Nicht neu, aber überzeugend.

Bewertung: 5 von 6
VÖ: 19.01.2018
Columbia/SONY
www.firstaidkitband.com

Tracklist:

  1. Rebel Heart
  2. It’s A Shame
  3. Fireworks
  4. Postcard
  5. To Live A Life
  6. My Wild Sweet Love
  7. Distant Star
  8. Ruins
  9. Hem Or Her Dress
  10. Nothng Has To Be True

Jan Woelfer
Jan Woelfer

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