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FRIEDRICH SUNLIGHT – Kommen und Gehen

8 August 2018 No Comment
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Mitten in der größten Hitzewelle seit mindestens 2015 erreicht die triggerfish Redaktion ein betörend-flirrender Sommergruß aus Deutschlands inoffizieller Indie-Hauptstadt Augsburg. Friedrich Sunlight senden zwei Jahre nach ihrem Debut mit der 7“ „Kommen und Gehen“ auf Tapete Records ein erstes Lebenszeichen.

Die A-Seite kombiniert Westcoast-Sound mit Chamber Pop Anleihen und ist mindestens so entzückend wie ihre Debüt-Single „Nicht ans Meer“, die 2016 ebenfalls ein endloses Vintage-Sommergefühl evozierte und noch auf dem Augsburger Label „Kleine Untergrund Schallplatten“ (Zimt, Endlich Blüte) erschien. Aufgenommen mit Unterstützung des selbsterklärten Fans und hauptberuflichen „Zimmermanns“ Timo Blunck, badet „Kommen und Gehen“ förmlich im warmen Harmoniegesang der Beach Boys und klingt dabei „playful“ wie 60s Sunshine-Pop.

Auch als Liveband sind Friedrich Sunlight immer mehr gewachsen und haben ihre Vorstellung von Pop perfektioniert. Der Bass von Thomas Riederer klingt melodiös, die Gitarre von Florian Meya geschmackvoll und songorientiert. Pianist Bernd Maier gibt die Melodie vor und Schlagzeuger Marc Frank spielt geschmackvolle Fill-Ins. Der japanisch-stämmige Kalifornier Kenji Kitaham verleiht dem neuen Stück mit seiner besonderen Aura und dem eigenwilligen Gesang weiterhin einen fast schon androgynen Charme.

Die Single setzt voll auf „Pop“, sollte den ganzen Sommer über im Radio laufen und beiläufig das Gefühl vermitteln, dass wirklich Wertiges bleibt und eben nicht „Kommt und Geht“. „Wo ist die LP, die schöne LP?“ und „Das Herz es hängt an diesen Dingen“ singt Kenji und man kauft es ihm und seinen vier gestandenen, hochmusikalischen Mitstreitern ab.

Auch die Flipside „Mit dem Nachtbus nach Wien“ der vorliegenden Vinylsingle übt sich im Wohlklang und barocken 60s-Popelementen. Burt Bacharach grüßt gönnerhaft vom Cembalo aus und Sänger Kenij ist mit glockenklarer Stimme „Close to“ Karen Carpenter. Der kleine Eskapismus mit dem Nachtbus ins Herz des südlichen Nachbarlandes und „was morgen sein wird, wer weiß das schon?“ ist auch textlich eine feine Angelegenheit.

Die Vinyl-Single ist wieder streng auf 500 Stück limitiert und zeigt, dass von den fünf Fuggerstädtern auf ihrem nächsten Longplayer einiges zu erwarten sein wird. Zugreifen!

Bewertung: 5,5 von 6
VÖ: 27.07.2018
Label: Tapete Records
Format: Vinyl-Single/ Digital

Tracklist:
A: Kommen und gehen / B: Nachtbus nach Wien

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