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Girls Gonna Bop – Rockin‘ Girls from the late ’50s

28 November 2016 No Comment
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girls-gonna-bopElvis, Chuck Berry, Little Richard, Jerry Lee Lewis, Buddy Holly… man kennt sie alle noch die großen Jungs des ’50s Rock’n’Roll. Auf der weiblichen Seite wird es ungleich schwerer – in den 50ern war Emanzipation ja noch nicht das ganz große Ding und wilde Musik wurde damals eben noch primär von wilden Jungs gespielt. Aber natürlich gab es auch damals schon ein paar Ausnahmen, die nun auf der hier vorliegenden CD „Girls Gonna Bop – Rockin‘ Girls from the late ’50s“ wirklich vorzüglich zusammengestellt wurden. WANDA JACKSON – hier vertreten mit dem groovenden „Sparkling Brown Eyes“ – ist wohl die eindeutig bekannteste Sängerin dieser Auswahl, während schon die Nummer zwei JANIS MARTIN nur noch Insidern ein Begriff ist. Ihr „My Boy Elvis“ braucht sich aber was Intensität und Ausdruck angeht nicht zu verstecken. Abgesehen von diesen zwei Namen kommt einem aber auf den ersten Blick wenig bekannt vor. Umso besser das mal flott zu ändern.

Schon bei der zweiten Nummer findet man allerdings schon die nächste Bekannte – JACKIE DEE ist die unglaublich erfolgreiche ’60s Hit Songwriterin JACKIE DeeSHANNON, die mit dem melodiösen Rock’n’Roll von „Buddy“ Ende der ’50s ihr erstes Ausrufezeichen setzte. Weiter hinten versteckt sich ANITA CARTER, jüngstes Mitglieder der CARTER FAMILY, die hier mit dem flotten Rockabilly von „He’s A Real Gone Guy“ eine extrem gute Figur macht. Der exzellente Opener ist  STORMY GAYLEs selbstverfasstes „Flipsville“, das unerklärlicherweise auch ihre einzige Single bleiben sollte. Generell präsentiert „Girls Gonna Bop“ so einige Raritäten über die selbst der Liner Notes Autor Bob Stanley nicht viel Informationen ans Tageslicht bringen konnte. Von diesen Ausnahmen abgesehen bietet das Booklet aber einen feinen Text, der einem einen feinen Informations-Happen nach dem anderen serviert und schön zu lesen ist.

Musikalische Highlights sind im Mittelteil der CD insbesondere die poppigeren Rock’n’Roll Stücke wie PATSY RUTH ELSHIREs „Sugar Lump“ oder LINDA GLOVERs „Counting Sheep Over You“. JO ANN CAMPBELL hat auf ihrem „Mama Can I Go Out“ Unterstützung von BO DIDDLEY an der Gitarre, JEROME GREEN an den Maracas und KING CURTIS am Saxophon, die den Track zusammen mit CAMPBELLs intensivem Gesang zu einem weiteren Höhepunkt machen. Generell ist es aber bei einem Rock’n’Roll Sampler schwer eindeutige Highlights zu bennenen – „Girls Gonna Bop“ versammelt 25 ausnahmslos tolle Aufnahmen, die es unbedingt wert sind wieder entdeckt zu werden. Gerade für Rock’n’Roll Fans, die die männlichen Counterparts schon längst zur Genüge gehört haben, ist diese Zusammenstellung ein absolutes Muss.

Bewertung: 6/6
Label:
Cherry Red
VÖ: 11.11.2016
cherryred.co.uk

Trackliste:

  1. Flipsville – Stormy Gayle
  2. Buddy – Jackie Dee
  3. Fijiyama Mama – Debbie Lynn,
  4. Move it on over – Rose Maddox
  5. Don’t wait up – Laura Lee Perkins
  6. My boy Elvis – Janis Martin
  7. Rocky rolly lover boy – Judy Faye
  8. Sentimental fool – Barbara Pittman
  9. Black Cadillac – Joyce Green
  10. Mercy – Lorrie & Larry Collins,
  11. Hello Baby – Charlene Arthur
  12. Sparking brown eyes – Wanda Jackson
  13. Sugar Lump – Patsy Ruth Elshire
  14. Razzle Dazzle – Ella Mae Morse
  15. Jeopardy – Jean Shepard
  16. Counting sheep over you – Linda Glover
  17. Mama can I go out – Jo Ann Campbell
  18. Long Sideburns – Bolean Barry
  19. Little Fool – Donna Rae & The Sunbeams
  20. Mad Mama – Jane Bowman
  21. Rough Lover – Annisteen Allen
  22. He’s a real gone guy – Anita Carter
  23. Chilli dippin‘ baby – Joyce Poynter
  24. We’re gonna bop – Alvadean Coker
  25. Just whistle or call – Martha Carson
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