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Happy Lovin‘ Time – Sunshine Pop From The Garpax Vaults

15 Oktober 2015 No Comment
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Happy Lovin Time

„Ich habe am liebsten mit richtig guten Bands oder solchen, die nicht so gut, aber dafür nett waren gearbeitet.“ So die Aussage von Kult-Produzent GARY S. PAXTON, der in den 60ern große Hits wie „Alley Oop“ oder die ASSOCIATION Singles „Along Comes Mary“ und „Cherish“ produzierte. Letztere Band passte dann auch in keine der beiden bevorzugten Kategorien. Die sich selbst überschätzende Truppe tauschte PAXTON daher kurzerhand nach einem verschenkten Studiotag gegen seine bevorzugte Session-Crew aus und nahm besagte Hits größtenteils ohne instrumentales Zutun der Band auf.

Dieser konsequenten Arbeitsweise ist es allerdings auch zu verdanken, dass die von ihm produzierten Songs allesamt perfekt produzierte und gespielte kleine und größere Meisterwerke sind. Keine schwankenden Tempi, keine falschen Noten, sondern Perfektion bis ins letzte noch so kleine Detail. Wer also die wilde ungezähmte Seite der 60er sucht, ist beim PAXTON eher falsch. „Happy Lovin‘ Time“, die neue Zusammenstellung von ACE Records versammelt nun einige seiner Arbeiten der späteren 60er Jahre im weiten Genre des Sunshine Pop. Zumeist sonnige Harmonien, eingängige Melodien, aber auch psychedelische Untertöne finden sich auf den 24 größtenteils tollen Songs.

Viele der besten Momente sind dann auch die poppigsten. Zu nennen wäre da der anschmiegsame Titeltrack von THE BLACK BOX oder DAVE ANTRELLs großartiges „You Take Things Lightly Babe“ – beide hier erstmals veröffentlicht. Merkwürdig, dass damals keiner diese eindeutigen Hits auf den Markt schmeißen wollte. ANTRELL ist später übrigens Zahnarzt geworden. Die Routiniers der FOUR FRESHMAN liefern mit der vertrackten Harmonie-Glanzleistung „Nowhere To Go“ einen weiteren Höhepunkt. Düsterer wird es dann bei MARY SAXTONs „Is It Better To Live Or To Die“, das aber eher die Ausnahme bildet.

Der mittlerweile 76-jährige GARY S. PAXTON gehört gerade in Deutschland sicherlich nicht mehr zu den bekanntesten Figuren im Popzirkus, aber eine Wiederentdeckung lohnt sich allemal. „Happy Lovin‘ Time“ ist nur ein kleiner Einblick in seine zahlreichen Betätigungsfelder, bietet trotzdem einen guten Einstieg für alle, die mal über den Rand schauen wollen und keine Abneigung gegen melodieseelige Musik haben.

Bewertung: 5/6
Label:
Ace Records
VÖ: 17.07.2015
acerecords.co.uk

Trackliste:

01. Make Up Your Mind – Augie Moreno
02. Dadelion Wine – The Whait Four
03. The Thinking Animal – The New Wing
04. Christina, In My Dreams – Curt Boettcher
05. Happy Lovin‘ Time – The Black Box
06. Ostrich People – The Chocolate Tunnel
07. She Loves Me – Dave Antrell
08. How Many Times – Jim Gordon
09. Games – The Bogart Cult
10. Bad Sign – The Jaybees
11. Am I Wastin‘ My Time – Johnny Apollo
12. Clean Up Your Own Backyard – The Bakersfield Poppy Pickers
13. Nowhere To Go – The Four Freshmen
14. Is It Love – Willie & The Walkers
15. Savin‘ (Everything For You Girl) – The Lords
16. Stay – Curt Boettcher
17. You Take Things Lightly Babe – Dave Antrell
18. The Highly Sucessful Young Rupert Whine – The Privilege
19. Is It Better To Live Or To Die – Mary Saxton
20. Don’t Put Me Down – The Lords
21. It’s Written All Over My Face – The Bakersfield Poppy Pickers
22. Who Do You Think You Are? – The Jaybees
23. Dirt Beneath My Feet – Homogenized Dirt
24. If I Can Help It – Dave Antrell
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