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IAN BROWN – Ripples

7 März 2019 No Comment
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IAN BROWN - Ripples

Sind wir doch mal ehrlich. So schön die Live-Reunion der Manchester Säulenheiligen The Stone Roses auch war, die beiden Versuche („All For One“ & „Beautiful Thing“) auch im Studio nochmal zueinander zu finden, waren nicht das Gelbe vom Ei und weit entfernt von ihren meisterhaften frühen Singles.

Also hieß es für Sänger und Frontman IAN BROWN nach einem letzten Konzert im Sommer 2017 erstmal zurück zur bewährten Soloarbeit. Das neue Album „Ripples“ wurde von Brown selbst produziert, in Liverpool aufgenommen und in den legendären Londoner Abbey Road Studios abgemischt. Er schrieb außerdem den Großteil der Songs selbst, drei davon entstanden gemeinsam mit seinen Söhnen, die auf der Platte auch als Musiker intensiv mitwirken. Ian selbst, ist zusätzlich an der Gitarre zu hören und übernahm auch u.a. auch Drum-Parts.

IAN BROWNs „First World Problems“, das bereits im Jahr 2018 als Appetizer ausgekoppelt wurde, vereint dann auch gleich alle Stärken des charismatischen Mancunians. Zu hypnotischen Beats und ravelastigen E-Pianoanschlägen leben die frühen 90s wieder auf. Ohne große Mätzchen haut der Altmeister auch mal wieder einen coolen Refrain raus, singt mit hoher Intensität und hält der „ersten Welt“ und ihren sogenannten Problemen den Spiegel vor. Ein euphorischer Beginn und gleichzeitig auch einer der besten Solotracks des „Monkey Man“ überhaupt.

Den Ragamuffin Dancehall Klassiker „Black Roses“ von Barrington Levy dreht Brown durch den Fleischwolf und die Wucht der Gitarren und die Angriffslust des Sängers springen einen förmlich an. Ganz anders die zweite Coverversion der Platte, der Schlusstrack „Break Down The Walls“ von Mikey Dread.

Im authentischen Reggae Stil, singt IAN BROWN mit viel Dub im Sound und spiritueller Überzeugungskraft in der Stimme: „We’re from the righteous tribe down inna Babylon, and Jah Jah will guide us. We’ve got to break down the walls down inna Babylon, that separate us“ und man wähnt sich von der Atmosphäre her beinahe im Triple-Album „Sandinista“ von The Clash.

Dazwischen gelingt Brown eine wirklich homogene Platte, die ihm bestens zu Gesicht steht. Egal ob er ihm Titelsong „Ripples“ Funkeinflüsse einbaut, mit „Breathe & Breath Easy“ eine wirklich großartige Ballade an den Start bringt oder wie in „Blue Sky Day“ griffige Spannungsbögen in die Songs einbaut: Brown und sein eindringlicher, oft repetitiver Gesangstil, sind Herr des Geschehens.

In der Vergangenheit waren IAN BROWNs Soloplatten nicht immer in Gänze lobenswert, oft auch weil er sich in Experimente verstrickte oder sich zu sehr dem Zeitgeist annäherte. Auf „Ripples“ besinnt er sich, auf zehn Songs reduziert, wieder ganz auf seine Stärken und es macht wirklich Spaß, die Platte auf Heavy Rotation laufen zu lassen, was in der schnelllebigen Zeit von Clicks und Clips, in der viele Künstler nicht mehr auf Albumlänge überzeugen können, eine Wohltat ist.

„If I could fly me to the moon I’d do so in an instant“ singt Ian Brown gegen Ende der Platte in „Soul Satisfaction“, das lässig die spacigen Vibes der Franzosen AIR mit der Brit-Coolness der 90s kombiniert und wir nehmen es ihm einfach ab, weil er es natürlich kann.

Bewertung: 5 von 6
VÖ: 01.02.2019
Label: Universal
Format: Vinyl / Download / CD

IAN BROWN „Ripples“ Tracklist:
01. First World Problems
02. Black Roses
03. Breathe and Breathe Easy (The Everness of Now)
04. The Dream and the Dreamer
05. From Chaos to Harmony
06. It’s Raining Diamonds
07. Ripples
08. Blue Sky Day
09. Soul Satisfaction
10. Break Down the Walls (Warm Up Jam)

www.ianbrown.co.uk

IAN BROWN „Ripples“ im Stream:

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