Home » Konzerte, Reviews

IMARHAN – 30.05.16, Düsseldorf, zakk

4 Juni 2016 No Comment
Share

IMARHAN

Funkhaus Europa, der von Kürzungs- und Formatierungswahn bedrohte Sender mit feinem Gespür für Musik aller Kontinente, präsentierte am Montag, den 30.05.16, im Club im Düsseldorfer Zakk Imarhan.

Seit einem Jahr ist die fünfköpfige Touaregband mit ihrer aktuellen Veröffentlichung, die bereits auf Funkhaus Europa Anfang Mai als CD der Woche geadelt wurde, auf Tour. 2008 haben sich Imarhan als loses Kollektiv formiert und reflektieren in ihren Songs und Texten seitdem sowohl ihren kulturellen Hintergrund aus vergangenen Zeiten als auch ihre Sozialisation als junge Generation des 21. Jahrhunderts.

Die familiären Wurzeln der jungen Musiker – wenn der Begriff bei einer ursprünglich nomadischen Lebensweise überhaupt passend ist – wurden aus Mali in das südalgerische Exil zwangsverlegt.

Klanglich verbinden Imarhan traditionelle Touaregmusik mit dem Desertblues eines Ali Faka Touré und afrikanische Percussion mit laufenden, trockenen Gitarrenriffs.

Das Publikum im Zakk feiert die treibende Fusion von den ersten Takten an. Die fließenden Rhythmen werden getragen von Sänger Sadams weicher Stimme, die bei „Tahabort“ von den anderen Bandmitgliedern flankiert wird.

Textlich geht es hier um Getrenntsein und Verlust: „Separation, yet more Separation and scattering. This World, here below, burns so.“

Das Einssein und Überwinden der Schranken wird beim ruhigen und getragenen „Ibas Ichikku“ thematisiert und beschreibt die Exilerfahrung und den Verlust der Gemeinschaft in der Diaspora: „My Goal, which is still my dream, ist the mutual understanding of my community; for it to cease with all these divisions.“

Den Höhepunkt erreicht das Konzert im gut besuchten Club im Zakk mit „Imarhan“, das bei Funkhaus Europa auf der täglichen Playlist zu hören ist.

Nach zwei Zugaben, die das schwitzende Publikum lautstark einfordert, hallen die Gitarrenriffs der Touaregband Imarhan, die die Weite des Raumes ins urbane Düsseldorf gebracht haben, lange nach. Ein Statement zum Innehalten in sich beschleunigenden Zeiten und eine Warnung, die Seele nicht von Angst aufzehren zu lassen:

„It’s bitter to leave, accompanied by misgivings, at the centre of a world without those who wish you well. This world of yours is fast and competitive, beware of chasing it, it’ll make you anxious.“

Share

Leave your response!

Add your comment below, or trackback from your own site. You can also subscribe to these comments via RSS.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

You can use these tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar.