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JAKE BUGG – 07.03.2013, Köln, Bürgerhaus Stollwerck

11 März 2013 No Comment
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JAKE BUGG - 07.03.2013, Köln, Bürgerhaus Stollwerck

Foto: Stephanie Broch

Einen Parkplatz in der Kölner Südstadt zu bekommen, ist wahrscheinlich ähnlich schwierig wie bisher noch nicht vom Songwriting-Wunderknaben JAKE BUGG gehört zu haben. Für die Livepremiere des kleinen Nottinghamers in der Domstadt gab es demnach sehr schnell keine Tickets mehr und als es dann soweit war, auch keinen Parkplatz in der näheren Umgebung des Bürgerhaus Stollwercks.

Mit etwas Verspätung gelang es letztlich mehr oder weniger pünktlich zum Supportact Jack Savoretti die Halle zu betreten und nach einer kurzen Hörprobe auch direkt wieder nach draußen an die Theke zu gehen. Allgemeines Desinteresse bis böse Bon Jovi-Vergleiche musste der 30-jährige Brite über sich ergehen lassen. Dann hätten die JAKE BUGG „Fans“ beziehungsweise „Interessierten“ und „Wellenreiter“ lieber was vom Band zum Einheizen gehört. Das gab es dann auch nach dem lauen Support. Mit den Arctic Monkeys, Neil Young oder Jimi Hendrix ein Rundumschlag stilsicherer Musikgrößen, die JAKE BUGG allesamt zum Frühstück hatte.

Erst um halb Zehn betrat der kleine Mann alleine die bunt beleuchtete Bühne und begann nach einem Gospelsong vom Band mit „Fire“. Seine 2-Mann-Band kam wenig später dazu und machte am Schlagzeug und besonders am Bass einen überaus talentierten Job. Von den Qualitäten des Herrn BUGG mal ganz zu schweigen. Nicht nur die Songs seines Nummer-1-Debütalbums werden hohen Qualitätsansprüchen gerecht, auch die Dramaturgie von ruhigen Momenten und schnelleren Nummern ist perfekt austariert.

Bei so viel Lob und prominenter Schützenhilfe sind „Trouble Town“, „Country Song“, „Lightning Bolt“ und „Two Fingers“ allseits bekannte Lieder, die hier und da sogar Bewegung im sonst eher still-staunenden Publikum erkennen ließen. Aber JAKE BUGGs markante Stimme geht am besten ins Mark, wenn er ganz alleine mit der Akustikgitarre brilliert. Ziemlich schüchtern und fast schon dauerstoned sieht er aus, ohne sich von der Stelle zu bewegen. Bei den wenigen Gitarrensoli beweist der smarte Brite zudem, dass er technisch lockerflockig vom Countryfolk ins rockige Indie-Sujet wechseln kann. Selbst „psychedelisch“ hat das Trio auf dem Kasten.

Einen neuen und schnelleren Song bekam Köln bei dem gut einstündigen Set ebenso zu hören, wie zum Abschluss JAKE BUGGS Lieblingssong „Folsom Prison Blues“ von Johnny Cash. Der Junge mit der Gitarre und dem bürgerlichen Namen Jacob Edwin Kennedy hat den unschönen Titel Wunderkind wirklich verdient und die Gerüchteküche – wo das nur mal enden soll – brodelt schon gewaltig. Jetzt nur nicht verbrennen!

Zwischen den Deutschlandauftritten in Köln und später in Berlin flog die Band übrigens mal eben zum SXSW nach Texas, um auch dem letzten Hinterwelter der US-Musikindustrie sein Talent zu beweisen. Für Europa hat er das ja bereits im Januar beim Eurosonic getan. Von wegen Tourstress, der ist ja noch jung und hat sich als Support von NOEL GALLAGER noch über das alkoholarme Backstageleben des Britpop-Onkels beschwert. Jetzt kann er endlich selbst das Tempo vorgeben und hat bis Mitte November bereits einen vollen Kalender. Volle Kraft voraus!

Setlist:
Fire
Kentucky
Love Me The Way
Trouble Town
Seen It All
Simple As This
Slide
Slumville Sunrise
Ballad Of Mr. Jones
Someone Told Me
Country Song
Note To Self
Someplace
Two Fingers
Taste It
Lightning Bolt

Broken
Folsom Prison Blues

jakebugg.com
facebook.com/jakebugguk

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