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JAKE BUGG – Hearts That Strain

28 August 2017 No Comment
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Nach dem viel gefeierten Debüt, das Erinnerungen an den jungen Bob Dylan weckte, dem starken von Rick Rubin produzierten „Shangri-La“ und der durwachsenen Gemischtwarenplatte „On My One“ aus dem Jahr 2015 legt der 22-jährige Hoffnungsträger aus Nottingham mit „Hearts That Strain“ nun bereits seine vierte Platte in nur fünf Jahren vor. Hier wirkt der junge Brite nun wie ein gereifter Folksänger, der wehmütig zurückblickt auf zerbrochene Beziehungen und verflossene Liebschaften.

Mit der Weisheit und Ruhe amerikanischer Folklegenden wie Gordon Lightfoot oder Tim Hardin beginnt der Brite die Platte. „How Soon The Dawn“ und „Southern Rain“ atmen amerikanische Weiten, die auch schon das Cover der Platte andeuten. Mitglieder der legendären „Memphis Boys“, die u.a. bereits Elvis in den späten Sechzigerjahren den perfekten Sound für dessen Comeback („Suspicious Minds“) verliehen haben, gaben sich bei der Produktion in Memphis die Klinke in die Hand. Sie wissen ganz genau wie entspannte Flows und Grooves funktionieren. Das, mit britischer 60s-Psychedelika versehene und von Dan Auerbach mit komponierte „In The Event Of My Demise“ macht den starken Einstieg in „Hearts That Strain“ perfekt. Es erinnert zusammen mit „Burn Alone“ noch am ehesten an den schmissigen R&B der früheren Platten.

Ansonsten beherrschen zarte Folktöne dieses „Liebesalbum“. Bugg gelingen dabei eine Fülle feiner Popmelodien. In manchem Momenten ist es ein schmaler Grat zwischen durchaus ehrenwertem 70s-Songwriterpop z.B. eines Leo Sayer („The Man On Stage) und der modernen Radiotauglichkeit eines James Blunt („Bigger Lover“). „Indigo Blue“ ist eine wunderbare, den Spätherbst assoziierende, Ballade. Das Duett mit Miley Cyrus Schwester Noah Cyrus „Waiting“ ist wegen des tollen Arrangements der Nashville Cracks samt Bläsersatz als gelungen zu bezeichnen. Der Titelsong „Hearts That Strain“ ist nochmal atmosphärischer Fingerpicking-Folk englischer Prägung.

Zusammenfassend kann konstatiert werden, dass es dem Talent aus Birmingham mit seiner neuen Platte gelungen ist neue Wege zu gehen und die transatlantische Verbindung zwischen US und UK Folk hier wunderbar tiefenentspannt auf einer homogene Platte zu zelebrieren. Der perfekte Soundtrack zum Spätsommer 2017 für traditionsbewusste Musikhörer mit Sinn für feine Arrangements.

Bewertung: 4 von 6
VÖ: 01.09.2017
Website: jakebugg.com
Label: Universal
Format: CD/LP/Download

JAKE BUGG „Hearts That Strain“ Tracklist:
1. How Soon The Dawn
2. Southern Rain
3. In The Event Of My Demise
4. This Time
5. Waiting
6. The Man On Stage
7. Hearts That Strain
8. Burn Alone
9. Indigo Blue
10. Bigger Lover
11. Every Colour In The World

Sascha Kilian
Sascha Kilian

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