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JAMES ROYAL – Call My Name: Selected Recordings 1964 – 1970

18 August 2017 No Comment
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James RoyalJAMES ROYAL – was ein Name für einen Künstler, der zwischen 1965 und 1972 ganze 18 Singles veröffentlichte und dabei keinen einzigen Charthit verbuchen konnte. Auf der Rückseite der neuen Zusammenstellung von RPM „Call My Name: Selected Recordings 1964 – 1970“ wird ROYAL dann auch noch großspurig als „king of British blue-eyed soul“ betitelt. Kling irgendwie nach Augenwischerei könnte man auf den ersten Blick meinen. Etwas skeptisch ist man jedenfalls schon, wann man das Rezensionsexemplar in den CD-Player schmeißt. Mit dem druckvollen, aber auch nicht über die Maßen außergewöhnlichen Cover von „She’s About A Mover“ geht es auch erst mal nur okay los. Die B-Seite seiner Debüt-Single „Black Cloud“ ist direkt interessanter – das JACKIE WILSON Cover zeigt ROYAL von seiner poppigsten Seite.

Seine nächste A-Seite „Work Song“ wurde damals von ERIC BURDON zwar als „poor in comparison to the original“ bezeichnet, aber dieser Einschätzung kann man sich aus heutiger Sicht nicht mehr anschließen. Spitze Schreie wechseln sich mit entspannter Intonation ab und sorgen für eine spannende Performance, die so gar nicht „poor“ ist. So ganz kommt ROYAL aber dann erst ab dem Titelgebenden „Call My Name“ bei sich an – der Song, der später im Northern Soul Zirkel wiederentdeckt und so quasi zum verspäteten Underground-Hit wurde, ist düsterer Soul-Beat, der im Gespann mit der grandiosen B-Seite „When It Comes To My Baby“ vollkommen unverständlicherweise nicht die Charts erreichte. Und dieses Niveau konnte JAMES ROYAL tatsächlich über weite Strecken für den Rest der ’60s halten.

Im Gespann mit Arrangeur Keith Mansfield und dem kanadischen Songwriter Ralph Murphy, der mindestens einen Song für jede Single beisteuerte gelangen ROYAL einige wunderbare Doppel-Seiter, die sich trotz des damaligen kommerziellen Scheiterns wirklich nicht hinter der weitaus erfolgreicheren Konkurrenz verstecken müssen. „Green Days“, „House Of Jack“ oder das verhangene „A Woman Called Sorrow“ sind allesamt tolle Songs bei denen JAMES ROYAL stimmlich ein ums andere Mal beweißt, dass er seinen Künstlernamen tatsächlich verdient hat.  Der LP Track „You’d Better Run“ übertrifft das ebenfalls gute Original von den YOUNG RASCALS noch mal mit einer extra Portion Stimm-Volumen – ROYAL klingt hier fast wie STEVE MARRIOTT. Einzig das ansonsten hübsche „She’s Independent“, wird durch den etwas bräsigen Refrain inklusive lalalas runtergezogen. Sonst ist „Call my Name: Selected Recordings 1964 – 1970“ aber eine sehr lohnenswerte Ergänzung in jeder Soul-afinen Musik-Sammlung.

Bewertung: 5/6
Label:
RPM Records / Cherry Red
VÖ: 23.06.2017
http://cherryred.co.uk/

Trackliste:
1. SHE’S ABOUT A MOVER – James Royal & The Hawks
2. BLACK CLOUD – James Royal & The Hawks
3. WORK SONG
4. I CAN’T STAND IT
5. I’M LEAVING YOU – Jimmy Royal & The Hawks
6. CALL MY NAME
7. WHEN IT COMES TO MY BABY
8. GREEN DAYS
9. HEY LITTLE BOY
10. I’VE LOST YOU
11. SEND OUT LOVE
12. THRU’ THE LOVE
13. A WOMAN CALLED SORROW
14. TIME HANGS ON MY MIND
15. I’VE SOMETHING BAD ON MY MIND
16. SHE’S INDEPENDENT
17. YOU’D BETTER RUN
18. A LITTLE BIT OF RAIN
19. I CAN’T STAND IT
20. HOUSE OF JACK
21. LITTLE RED WAGON
22. I’M GOING HOME
23. AND SOON THE DARKNESS
24. WHICH WAY TO NOWHERE
25. SITTING IN THE STATION

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