Home » Konzerte, Reviews

KASABIAN – 15.11.2011, Köln, E-Werk

17 November 2011 No Comment
Share

KASABIAN - 15.11.11, Köln, E-Werk

Ende September stürmten sie mit ihrem vierten Album zum dritten Mal an die Spitze der UK-Charts und auch in Deutschland gehören KASABIAN zu den gefragtesten Gitarrenbands aus dem Königreich Pop. Nach dem eher verhaltenen Auftritt beim HURRICANE Festival beehrten uns die gefeierten New-Wave-Indierocker nun mit einem Jakobs-Krönung-Auftritt in Köln.

Der Support-Slot wurde mit ASTAIRRE anscheinend kurzfristig aus der Hüfte gebucht, drei junge Herren aus Bottrop, die sich selbst als emotionales Energiebündel mit Hang zum Weltschmerz beschreiben. Ein Griff ins Klo waren sie vielleicht nicht unbedingt, aber auf dem WC des E-Werks war derweil sicherlich mehr Stimmung als in der Halle.

Das sollte sich natürlich noch ändern und so kamen dann heiß ersehnt KASABIAN mit „Days Are Forgotten“ auf die Bühne. Raketenstart-artig folgte „Shoot The Runner“ und der Titeltrack vom neuen Album „Velociraptor!“, das es gerade zu promoten gilt. Ach nein, mittlerweile läuft das ja genau andersrum. Die Platte promotet ja die Tour. Und das, was die Herren aus Leicester da auf der Bühne abfeuern ist wie gemacht für Livekonzerte. Die Dino-Ästhetik ihrer aktuellen Scheibe deckt sich auch mit dem Status ab, den sie mittlerweile innehaben. In England als legitime Nachfolger von OASIS gefeiert, war auch ihr Köln-Konzert schon Wochen ausverkauft.

Am Anfang mussten die Gitarren von Sergio Pizzorno soundtechnisch noch etwas an Dominanz einbüßen und den überall flirrenden Synthie-Teppichen und drönenden Bassläufen von Chris Edwards Platz machen. Der neue (Live-)Gitarrist Christopher Karloff (heimliches Ashcroft-Double und übrigens mit der Ringo Starr Tochter liiert) machte trotz seiner US-Wurzeln einen Topjob, doch auch seine Klampfe gewann erst allmählich an Wums. Spätestens beim Debüt-Hit „Club Foot“ waren die gut 1.500 Zuschauer aber kaum noch vom Tanzen abzubringen. Schreiende Indiekids streckten ihre Arme genauso in die Höhe wie die semi-feiertauglichen Reste der 90er und die hierundda bierbefüllten Engländer. Mit einem Circle of Death hatte Frontman Tom Meighan anscheinend nicht gerechnet, trotz des etwas unkoordinierten Ausbruchs der Feiermeute war er sichtlich davon begeistert. Insgesamt nicht unbedingt das beste aber eins der besseren KASABIAN Konzerte, was Sound, Stimmung und Publikum betrifft.

Nach dem letzten Song vor der Zugabe „L.S.F. (Lost Souls Forever)“ sangen die Kölner den Refrain noch minutenlang nach, bis KASABIAN endlich wieder zurück kamen vom Näschenpudern. Am wohlverdienten Ende wurden nochmal drei Songs kredenzt: „Switchblade Smiles“, „Vlad The Impaler“ und zuguterletzt der Oberburner „Fire“. Besser kann man mit elektrischverzerrter Rockmusik derzeit kein Konzert bestreiten. Supersonic-Vibes bei „Underdog“ oder „Re-Wired“, um bei „Where Did All The Love Go?“ kurz Luft zu holen und mit „Fast Fuse“ die Hütte abzureißen. Congrats! Falls Spielberg noch Ideen für den „Jurassic Park 4“ Soundtrack braucht, ich hätte da einen Vorschlag.

Foto: Julia Laacks

kasabian.co.uk

Share

Leave your response!

Add your comment below, or trackback from your own site. You can also subscribe to these comments via RSS.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

You can use these tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar.