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KILIANS – They Are Calling Your Name

19 April 2009 No Comment
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KILIANS - They Are Calling Your Name

Bei der zweiten KILIANS Platte sollte man eigentlich vermeiden von Dinslaken, Thees Uhlmann, den Strokes und so was wie Reife zu schreiben. All das haben sie in tausenden Studentenradio-Interviews vorgesetzt bekommen und mittlerweile überwunden. Dank emsigen Tourens und popmedialer Präsenz sind sie so was wie etabliert im Indierock-Zirkus. Ihr Zweitwerk „They Are Calling Your Name“ will aber noch mehr. Es sei das „(What’s The Story?) Morning Glory“ der KILIANS, behauptet eben dieser Mann mit T im aktuellen GHvC-Newsletter, der das Schwärmen um die fünf Sympaticos ja erst kultiviert hat. Bei aller Euphorie, vielleicht hat er wieder mal Recht. Aufgenommen wurde auch diesmal mit Grand Hotel van Cleef-Hofproduzent Swen Meyer. Deutlich mehr Zeit im Studio und gesteigerte Fähigkeiten beim Beherrschen und Zusammenspiel der Instrumente und auch Simons gestandener Stimme tun ihr Bestes dazu, dass man vom perfekten zweiten Album sprechen darf.

Angekommen und trotzdem herbeisehnend – so klingen die zwölf neuen Songs mit ausgefeilter Rhythmusarbeit und dialogischen Gitarrenparts. Die Hooklines verstecken sich beim ersten Hören noch ein bisschen, sind danach aber schnell omnipräsent. „Hometown“ – da ist die Stadt mit D schon wieder – ist nicht nur eine Tanzhymne und Homage an die Heimat, sondern auch fast ihr bester neuer Song. Wenn da nicht noch etliche andere Anwärter wie „You Should Be Thinking Of Me“, „Tackern“ und „Used To Pretend“ wären, die zur  deutschen Perfektion angelsächsischer Popkunst reifen. „You Should Be Thinking Of Me“ hätte nicht nur wegen dem ähnlichen Gitarreneffekt genauso gut auf dem zweiten Arctic Monkeys Album sein können. Irgendwie packen es die KILIANS aber noch mehr Druck und Dampf rein zu bringen, als die durchschimmernden Bands, von denen sie ihre Inspiration breitgrinsend aufpolieren.

In aller Konsequenz einer „schwierigen zweiten Platte“ klingen sie natürlich „erwachsener und nachdenklicher“ aber eben nie aufgesetzt, wie uns auch Coffee And TV-Blogger Lukas Heinser im Plattenbeipackzettel verrät. Dass als erstes das poppigere „Said and Done“ ausgekoppelt wurde, hat ja seine Gründe. „Where did you go, my darling??“ wunderschön! Die Überraschung mit dem ganzen Album in all seinen juvenilen Rock-Facetten ist dann umso größer. Sie sind und bleiben eben eine druckvolle Liveband und gelten jetzt auch auf Platte als die Indie-Underage-Matadore der Republik. Und die KILIANS fühlen sich pudelwohl in ihrer Haut, das hört man am meisten auf der neuen Platte. Die Intro titelte in ihrer KILIANS-Review von der Generation „Bachelor auf Bier“. Ich finde, sie haben mit „They Are Calling Your Name“ längst den Master in der Tasche.

Bewertung: 6/6
Label: Vertigo/Universal
VÖ: 10.04.2009

Trackliste:
01. The Lights Went Off
02. Tackern
03. Hometown
04. Said & Done
05. Legally Fly
06. Used To Pretend
07. Who Will Win
08. You Should Be Thinking Of Me
09. Innocence
10. Vulture’s Ballroom
11. She´s So Tired
12. 12 Boxes

 

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