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THE KOOKS – 18.07.2015, Hannover, Capitol

21 Juli 2015 No Comment
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THE KOOKS - 19.07.2015, Hannover, Capitol Foto: Daniel Junker / www.junkerphoto.de
Schon lange bevor die lang ersehnte Band aus Südengland die Bühne im komplett ausverkauften Capitol erklimmt, ist es brütend in der Halle. Noch schlimmer: Es ist schwülheiß, der Schweiß dringt den Besuchern schon im Stehen aus den Poren. Als THE KOOKS pünktlich um 21 Uhr vor ihrem Publikum erscheinen läuft der Schweiß umso mehr, und ohne ein Wort zu verlieren legen die Brightoner mit „Around Town“ los. Als gleich danach mit „Ooh la“ einer der Hits der ersten Stunden aus den Boxen schallt, wackelt die Masse sofort im Takt mit.

Nach einer knappen halben Stunde verlässt die Band die Bühne, Sänger Luke Pritchard spielt „Watching the Ships roll in“ und den Hit „Seaside“ alleine und begleitet sich dabei nur mit seiner Akustikgitarre, bei „Tick of Time“ steht ihm schließlich wieder die ganze Kapelle beiseite.

Nach den ersten Takten von „Always where I need to be“ kommt es dann zu einer sehr unschönen Szene: Ein Besucher wirft einen noch halb gefüllten Plastikbecher in Richtung Bühne und trifft Prichard am Oberkörper. Der quittiert die Attacke standesgemäß mit einem Stinkefinger in Richtung Publikum und bricht kurzerhand den Song ab. Doch zum Glück ist der Sänger professionell genug, um sich vom dem Schrecken schnell wieder zu erholen. Mit einem Handtuch kommt er auf die Bühne zurück, ruft seinen Kollegen ein kurzes „Second Verse“ zu, und schon geht es mit der zweiten Strophe weiter. Kurz darauf kehrt auch die Stimmung ins Capitol zurück.

Vieler Worte verlieren sich THE KOOKS an diesem Abend allerdings nicht: Zwischen den Songs herrscht Totenstille auf der Bühne, weder Pritchard noch seine Mitstreiter sind zu einem Schwätzchen aufgelegt. Mit dem Becherwurf ist das nicht zu erklären; auch vorher schon hüllt sich die Band ansagetechnisch in tiefes Schweigen.

Sowieso wirkt die Show etwas uninspiriert: Die Songs sprechen zwar fast durchweg für sich, so richtig Spaß scheinen die Herren auf der Bühne aber den ganzen Abend lang nicht zu haben. Zumindest lassen sie es sich nicht anmerken. Die Show ist professionell, wirkt an manchen stellen trotz der Hitze aber etwas kühl.

Fast ganz zum Schluss wird auf der Bühne dann immerhin doch noch geredet: Ein Roadie schleppt eine Flasche Sekt und einen Kuchen herein, Pritchard überreicht sie dem Gitarre und Keyboard spielenden Geburtstagskind Hugh Harris. Die Fans stimmen ein lautstarkes Happy Birthday an, Band und Publikum sind wieder versöhnt. Vielleicht Als kleine Revanche für den Becherwurf schüttelt Harris dann trotzdem kräftig die Sektpulle – und verspritzt einen großen Teil des Inhaltes über die ersten Reihen der Besucher, bevor er mit einem dicken Schluck seinen Geburtstag begießt und die Flasche schließlich an seine Kollegen weiterreicht

Nach etwa 80 Minuten und den Zugaben „See me now“, „Junk of the Heart“ und „Naive“ ist dann auch schon Schluss mit THE KOOKS in Hannover. Die Meute der Fans, von denen der größte Teil das Alter von 30 Jahren locker unterschreitet, freut sich dann auch schon darauf, endlich vor der Tür wieder frische Luft und damit etwas Sauerstoff schnappen zu können.

Fotos & Text: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

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