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LAGWAGON – 24.06.15, Düsseldorf, zakk

26 Juni 2015 No Comment

Lagwagon_Ddorf_24.06.15

War was? Beim LAGWAGON-Konzert im zakk ging es für ein paar Stunden gefühlte 20 Jahre zurück in die Vergangenheit. Band und Publikum bewiesen, dass man auch im Punk in Würde altern kann.

Wann hat man zuletzt so viele Fat-Wreck-Bandshirts auf einem Haufen gesehen? Wann so viele Männer in Cargo-Shorts mit Vans oder Chucks an den Füßen? Wann überhaupt so viele 30- bis 40-Jährige, die ganz offensichtlich ähnlich musikalisch sozialisiert sind? Ob man ihnen nun treu geblieben ist oder sie für diesen Anlass aus der Mottenkiste geholt hatte, der alte Skatepunk-Look und die dazugehörige Haltung erlebten an diesem Abend im zakk bei Bier und Musik ein erstaunliches Revival.

LAGWAGON selbst machten da natürlich mit, auch wenn Joey Cape inzwischen eher wie ein Lehrer aussieht. Die anderen von der Band, die mit Gitarre, die wussten allerdings noch ganz genau, wie das geht, dieses Skate-Punk-Ding. So nämlich: Luftsprünge mit Gitarre, Gitarre ins Publikum halten, Formationen mit Gitarre und zwischendrin immer mal wieder längere Dialoge, denen man nicht immer folgen konnte.

Und Joey Cape? Der gab den charmant-ironischen Moderator des Ganzen, nahm sich auch mal zugunsten der Band zurück und führte lässig und gekonnt durch den Abend und eine Setlist, die eine gute Mischung aus (viel) alt und (ein bisschen) neu bot. Langes Aufwärmen war da natürlich nicht nötig, auch weil STRUNG OUT und AUTHORITY ZERO gut vorgearbeitet hatten. So ging es vom ersten Song an vor der Bühne zur Sache und auch in den hinteren Reihen des proppenvollen zakk wurde teilweise mit einer Inbrunst mitgegrölt, wie sie nur möglich ist, wenn echte Gefühle und eine gemeinsame Vergangenheit dahinter stecken.

Eine solche hatte wohl fast jeder der Anwesenden mit der Band und ihren Songs. Und so war es trotz aller Euphorie eine fast schon sentimental-nostalgische Veranstaltung, bei der die Gedanken immer mal wieder nach früher abschweiften, als man jung war und mit dieser Musik im Hintergrund durch wilde aber meistens gute Zeiten torkelte.

Aber auch wer weniger emotional mit der Sache befasst war, den ließ das Ganze nicht kalt. Denn vor allem anderen zeigten LAGWAGON einen sehr soliden und mitreißenden Auftritt, auch wenn sie sich etwas zu sklavisch an die Setlist hielten und man sich am Ende noch etwas Spontanität in Form einer nicht geplanten Zugabe gewünscht hätte. Das aber war schnell vergessen, denn glücklich gemacht hat es trotzdem. Sogar die, die das vielleicht gar nicht erwartet hatten. Der Muffel neben mir zum Beispiel, der bei „May 16th“ plötzlich begeistert mitgrölte. Den Song kannte er von Tony Hawk 2.

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