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LED ZEPPELIN – „Celebration Day“

26 November 2012 No Comment
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LED ZEPPELIN - "Celebration Day"

 

Eine der größten Rockbands aller Zeiten lud 2007 erneut zum Comeback, um nach eher mittelmäßigen Versuchen in den 80er Jahren ihr grenzenloses Talent abschließend unter Beweis zu stellen. Mission Accomplished! Unter dem Titel „Celebration Day“ erschien nun der LED ZEPPELIN Kinofilm, DVD und Doppel-CD der legendären Reunion als Tribute Concert für Atlantic Records Gründer Ahmet Ertegun in der Londoner O2 Arena. Stolze 20 Millionen Ticketanfragen gab es für 20.000 Plätze. Für Rekorde waren LED ZEPPELIN bereits zu Lebzeiten bekannt, daher wurde zu Beginn des Megakonzerts, auch ein Einspieler aus alten Tagen gezeigt, wie sie Stadien füllten und als Götter gehandelt wurden.

Die erstklassigen Video-Aufnahmen von „Celebration Day“ wechseln sich mit Super8-Filtern ab, die zwar nett aussehen, aber auch schnell überflüssig erscheinen. Vielmehr sind die animierten Leinwände über der Bühne der helle Wahnsinn. LED ZEPPELIN standen in London ohne Klimbim, nur als Band mit Instrumenten und 8 Gitarrenverstärkern vor ihrem psychedilisierten Videobild auf der Bühne. Denkt man sich die Videoleinwand einmal weg, würde das Feuerwerk ebenso zünden. Denn London lag seinen Legenden zu Füßen und die Legenden lieferten ab, als hätten sie die letzten 30 Jahre nichts anderes gemacht.

Für die alten Herren John Paul Jones am Bass und Keyboards, Gitarrist Jimmy Page und Sänger Robert Plant sowie Jason Bonham, Sohn des 1980 verstorbenen Schlagzeugers John Bonham bedeutete der Auftritt sicherlich großes Lampenfieber, doch schon nach dem Opener „Good Times, Bad Times“ lächelten sich die Musiker an und hatten augenscheinlich eine Menge Spaß, um bei „Black Dog“ schon volle Kraft voraus zu brüllen. Besonders Jimmy Page mit schlohweißen Haaren rann der Schweiß über’s Hemd, denn natürlich folgten die Finger nicht mehr ganz so schnell dem Genie im Kopf. Auch Plants Stimme hat etwas an Stärke verloren, aber das ist bei einem Sänger mit 64 Jahren Jammern auf allerhöchstem Niveau.

Die Dramaturgie der Setlist war perfekt inszeniert und folgte fast schon einem James Bond Thriller. Bei „Stairway To Heaven“ kam standesgemäß die Gibson-Doppelhalsgitarre zum Einsatz und die mit voller Seele mitsingenden Zuschauer – im Bild meist junges weibliches Publikum in den vorderen Reihen –  wussten sofort, dass es sich um einen dieser Abende handelte, nachdem man getrost sterben kann. Bevor die Band „The Song Remains The Same“ anstimmte, grüßte Plant dann auch den Patronen des Abends: „Ahmet, we did it!“ Späte Einsicht oder Ausdruck der eigenen Unsicherheit bezüglich dieses Konzerts..?

Ein Hit jagte den nächsten und mittendrin ist natürlich auch Zeit für ruhigere Stellen und virtuose Jameinlagen. Als letzten Song kredenzten LED ZEP „Kashmir“ und zur Zugabe sofort „Wohle Lotta Love“. Bang! Bis zur zweiten Zugabe dauerte es dann ein bisschen länger und Page – als einziger in weiß statt schwarz gekleidet – bedankte sich artig bei den Fans, um „Rock And Roll“ anzustimmen: „It’s been a long time, since i rock and roll“. Zur Abschlussverbeugung eines unglaublich kraftvollen Konzerts für die Ewigkeit erschien noch einmal das Bandlogo auf der Leinwand und die Zuschauer konnten sich kaum Halten vor Ekstase. Das waren gerade wirklich LED ZEPPELIN, diese ultrageniale Rockband aus den Siebzigern.

Label: Atlantic Records / Warner Music
VÖ: 16.11.2012
Format: 2CD+DVD
Bewertung: 6/6

ledzeppelin.com
atlanticrecords.com

Trackliste:
01. Good Times Bad Times
02. Ramble On
03. Black Dog
04. In My Time Of Dying
05. For Your Life
06. Trampled Under Foot
07. Nobody’s Fault But Mine
08. No Quarter
09. Since I’ve Been Loving You
10. Dazed And Confused
11. Stairway To Heaven
12. The Song Remains The Same
13. Misty Mountain Hop
14. Kashmir
15. Whole Lotta Love
16. Rock And Roll

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