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LEONIDEN – Two Peace Signs

31 März 2016 No Comment
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Die norddeutsche Band LEONIDEN braut seit einigen Jahren ihr ganz eigenes Sound-Süppchen und haut mit „Two Peace Signs“ eine weitere wirklich gute EP über ihr eigenes Label raus. Überhaupt machen die fünf Musiker ihr eigenes Ding. Ob nun in Sachen Vertrieb oder bei der Komposition ihrer Musik. Da mischen sich Indie-Pop, Funk und Rock zu einer stets tanzbaren Melange heiterer Musik. Auch wenn auf der hier besprochenen EP nur vier Songs zu finden sind, decken die Nordlichter in diesen knappen Minuten Spielzeit doch eine schöne Bandbreite an Genres ab.

Wie soll man LEONIDEN beschreiben? Im Pressetext werden CHROMEO, TIMBALAND oder auch MAROON 5 zum Vergleich herangezogen. Passt! Handgemacht und stets mit dem Gitarren-Amp auf Action, werden die Synthies bespielt und Tanzschuhe abgenutzt. Fiel findet sich in der energetischen Power-Musik des Quartetts. Die kribbelige Hektik von PANIC! AT THE DISCOs „I Write Sins Not Tragedies“, die Gesangsharmonien von FENECH SOLER und die gepresste, sexuelle Art von THE 1975 genauso, wie auch die rockige Verspieltheit der FOALS. Hier und da wirbeln die Gitarreneffekte und MINUS THE BEAR poppen wohlwollend als Assoziation auf.

Gerade habe ich noch die Platte von ASTAIRRE besprochen. LEONIDEN teilen sich mit dieser Band die Freude am Indie-Pop und dann noch die Benennung von Songs nach Jahreszahlen. ASTAIRRE haben den Track „1984“ und LEONIDEN ihr „1990“. Und jeweils sind in den Videoclips zu den Songs Partyszenen zu sehen, in denen Mittzwanziger feiern. Scheint so ein Trend zu sein.

LEONIDEN trauen sich was! Der Opener, mit der Jahreszahl als Titel, schaukelt sich gemütlich hoch. Kuhglocken sind das rythmische Salz in der bunten Suppe. Gegen Ende bricht der Song aus, ein Frauenchor singt mit und alles tanzt und wabbert fröhlich stampfend ineinander. Richtig Spaß macht der Titeltrack. Hier liegt Sex in der Luft. Die Synthies und Jakob Amrs hoher Gesang geben die Richtung an. Pointierte Stopps und schöne Melodiebögen machen Laune. Gut produziert, tanzbar und verspielt. Und mittendrin stets diese bestechende Kuhglocke.

EPs sind immer kurz. In der Kürze liegt die Würze. LEONIDEN verstehen es jedoch, auch in nur vier Songs viele rhythmische Kniffe, Sounds und eine energetische Präsenz an den Tag zu legen. Mit einer markanten Stimme und dem Wissen um gute Arrangements, dürften LEONIDEN einige Ohren gewinnen.

Bewertung: 4 von 6
VÖ: 01.04.2016
facebook.com/leonidenleoniden

Tracklist:

  1. 1990
  2. Two Peace Signs
  3. Doves
  4. Storm
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