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Let It Be – Black America Sings LENNON, McCARTNEY and HARRISON

28 November 2016 No Comment
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Let It Be„Come Together – Black America sings LENNON & McCARTNEY“ war eine brillante Zusammenstellung von BEATLES Neuinterpretationen schwarzer Künstler. Wo man sich sonst normalerweise schon bei dem Gedanken einer Beatles Cover-CD gähnend wegdrehen würde, lohnte sich ein Hinhören hier ungemein. Der Reissue Spezialist ACE Records hatte es tatsächlich geschafft 24 tolle Neuinterpretationen vorwiegend aus den ’60s zu versammeln, die den natürlich in Stein gemeißelten Originalen neue Seiten abgewinnen konnten, ohne dabei bemüht zu wirken.

Mit „Let It Be – Black America Sings LENNON, McCARTNEY and HARRISON“ kommt nun eine Fortsetzung, die 22 weitere Tracks ins Rennen schickt. Es gibt bekanntermaßen ja nur selten Sequels, die so gut sind wie das Original auf das sie sich beziehen. Und eins vornweg – „Let It Be“ hat nicht die gleiche Durchschlagskraft wie „Come Together“. Das heißt aber noch lange nicht, dass sich ein Hinhören nicht auch beim zweiten Mal sehr lohnt. Direkt zum Einstieg zerpflückt ARETHA FRANKLIN in ihrer 1969er Version „Eleanor Rigby“ und setzt es als dampfende Soul-Exkursion neu zusammen – ein fulminanter Einstieg.

FATS DOMINO lieferte schon auf dem ersten Teil eins der Highlights und ist hier mit seiner ’68er Interpretation von „Lovely Rita“ wieder vorne dabei. IKE & TINA TURNER braten sich derweil durch eine hitzige Version von „She Came In Through The Bathroom Window“, während SCREAMIN‘ JAY HAWKINS seinem Künstlernamen bei der herrliche derangierten Version von „A Hard Day’s Night“ alle Ehre macht. NINA SIMONEs „Here Comes The Sun“ fügt der reinen Schönheit von HARRISONs Original eine spröde Zerbrechlichkeit hinzu. Überhaupt ist es eine schöne Bereicherung, dass diesmal auch Songs des „stillen BEATLE“ in der Auswahl auftauchen. Auch „Savoy Truffle“ passt perfekt zu ELLA FITZGERALD und rückt den Soul Aspekt des Originals weiter nach vorne.

Ebenfalls neu: Im Gegensatz zum ersten Teil gibt es auf „Let It Be“ auch einige Interpretationen späterer Prägung, was für mehr Funk aber weniger Leidenschaft sorgt. EARTH, WIND & FIRE liefern mit „Got To Get You Into My Life“ die beste „Spät“-Interpretation, während RANDY CRAWFORD „Don’t Le Me Down“ nichts an Intensität oder Soul hinzufügen kann. BOYZ II MEN  rutschen auf ihrer 2009er Interpretation von „It“s My Life“ gar auf ihrer eigenen Schleimspur aus und machen gesanglich genau die Fehler, die einem moderne Gesangslehrer heutzutage so beibringen. Wer hat diesen glattgebügelten Quatsch bloß hier reingeschmuggelt? Immerhin gibt GARY „US“ BONDS im Gespann mit SPRINGSTEENs E-STREET BAND dem vom Autor selbst wenig geliebten „It’s Only Love“ ein glänzendes neues Gewand und zeigt dabei, das auch ein Filler im BEATLES Kanon zum Hit taugt. Eine etwas stringentere Song-Auswahl hätte „Let It Be“ zwar gut getan, doch trotzdem handelt es sich hierbei um einen Pflichtkauf für BEATLES- und Soul-Fans gleichermaßen.

Bewertung: 5/6
Label:
ACE Records
VÖ: 14.10.2016
https://acerecords.co.uk/

Trackliste:

  1. Eleanor Rigby – Aretha Franklin
  2. Dear Prudence – The 5 Stairsteps
  3. Got To Get You Into My Life – Earth, Wind And Fire
  4. Do You Want To Know A Secret – Mary Wells
  5. The Fool On The Hill – Four Tops
  6. Lovely Rita – Fats Domino
  7. Here Comes The Sun – Nina Simone
  8. Ob La Di Ob La Da – Arthur Conley
  9. A World Without Love – The Supremes
  10. Tomorrow Never Knows – Junior Parker
  11. Don’t Let Me Down – Randy Crawford
  12. With A Little Help From My Friends – The Undisputed Truth
  13. A Hard Day’s Night – Screamin‘ Jay Hawkins
  14. She Came In Through The Bathroom Window – Ike & Tina Turner
  15. For No One – Maceo & All The King’s Men
  16. It’s Only Love – Gary US Bonds
  17. We Can Work It Out – Dionne Warwick
  18. Hey Jude – The Temptations
  19. In My Life – Boyz II Men
  20. Savoy Truffle – Ella Fitzgerald
  21. Something – Isaac Hayes
  22. Let It Be – Bill Withers

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