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LOVE A – Irgendwie

6 April 2013 No Comment

Love A - IrgendwieEin unvergleichlicher Sound als klares Identifizierungsmerkmal ist vielleicht die wichtigste Voraussetzung für langfristigen Erfolg im Punkrock. In dieser Hinsicht sind LOVE A auf der richtigen Spur. Und da sie auch sonst nicht viel falsch machen, ist ihr Zweitwerk sogar noch ein bisschen besser geworden als das hervorragende Debüt.

Die ersten Töne reichen aus, und man hat „Irgendwie“ noch bevor der Gesang einsetzt als LOVE A-Platte identifiziert. Auf ihrem Debüt „Eigentlich“ (hier geht es zur Rezension) sowie ein paar 7“ hat die Band aus Trier ihre ganz eigene Version von Deutschpunk entwickelt und setzt diesen nun auch auf der neuen Platte konsequent um.

Die glasklaren Gitarren und das treibende Schlagzeug erzeugen einen rhythmischen und unruhigen Sound, der mal sperrig ist, mal tanzbar und eigentlich immer mitnickbar sowie eben ziemlich einmalig. In der Welt gegen die Sänger Jörkk Mechenbier ansingt, würde man das wohl ein gutes Alleinstellungsmerkmal und ein Erfolg versprechendes Benchmarking nennen.

Das gilt noch stärker für den Gesang selber, der zwischen schnoddrig und schneidend und nah beim gesprochenen Wort den Wiedererkennungswert von LOVE A noch einmal steigert. Das kann polarisieren und ist sicher nicht jedermanns Sache (was LOVE A mit TURBOSTAAT gemein haben, deren Sänger übrigens auch auf der Albumversion von „Valentinstag“ zu hören ist), gehört aber inzwischen genauso und nicht anders.

Außerdem passt der Gesang dadurch zu den scharfen Texten, die gegen alles und jeden austeilen – und die dann auch der Grund sind, warum LOVE A trotz der musikalischen Näher zu Indie-Rock und den Referenzen an die frühe NDW vor allem Punk sind. Jörkk Mechenbier findet nämlich ziemlich viel scheiße. In druckreifen Sätzen poltert er gegen Individualisten und Mitläufer, gegen Selbstdarsteller und Spießer, gegen Moderne 2.0 und gegen Gewöhnlichkeit.

Dabei wird zwar nicht klar, für was LOVE A nun eigentlich selbst stehen, aber irgendwie fällt das (noch) nicht ins Gewicht. Solange die ablehnende Haltung so frisch, wortgewandt und überzeugend daherkommt und nicht zur Pose erstarrt, ist auch diese Attitüde eine Botschaft. Punk eben, der ja auch nie wirklich große Ziele hatte oder ein Ideal. Und Zynismus und Misanthropie sind auch nicht für ihre hoffnungsvollen Perspektiven bekannt.

Derlei Verdruss verpacken LOVE A auf „Irgendwie“ in großartige neue Songs, von deren Klasse man sich auch schon auf einigen Konzerten der Band überzeugen konnte. Es geht also voran und man wird den Verdacht nicht los, dass LOVE A in der Szene ein ziemlich großes Ding werden könnten. Die Anzeichen dafür häufen sich zumindest.

Immer mehr Menschen kommen zu den Auftritten und immer mehr singen auch mit. Die LOVE-A-T-Shirt-Dichte bei ähnlichen Szenetreffen wird auffälliger und dann ist da noch die Sache mit Google. Einen suchmaschinenfreundlichen Namen haben sich LOVE A nämlich nun wahrlich nicht gegeben und noch vor zwei Jahren war die Suche ziemlich mühsam. Das hat sich geändert und es scheint, als hätte sich die Qualität der Band nun auch im Algorithmus der Suchmaschine durchgesetzt. Wenn das mal kein Zeichen ist.

Bewertung: 5 von 6
VÖ: 12. April 2013
Label: Rookie Records
Format: LP / CD / Digital

Mehr Infos:
www.love-a.de
www.facebook.com/makingloveathreatagain
www.lovea.bandcamp.com
www.rookierecords.de

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