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MANIC STREET PREACHERS – Resistance Is Futile

14 Mai 2018 No Comment
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Mit „Resistance Is Futile“ liefern die Manic Street Preachers ihr dreizehntes Studioalbum seit „Generation Terrorists“ 1992 ab. Es ist ihr erstes, das in den eigenen, neuen Studioräumlichkeiten in Newport/Süd-Wales entstand. Dave Eringa hat wieder produziert sowie als Gastmusiker mitgewirkt und die Platte soll laut der Band den Sturm & Drang des ersten Albums mit dem orchestralen Schwung von „Everything Must Go“ verbinden.

Ein hohes Ansinnen, das die Fans im Grunde bei jeder Manics Platte seit Ende der Neunziger einfordern. Mal gelang dies besser („Postcards From A Young Man“) mal weniger einprägsam und zu dunkel („Lifeblood“).

Vorab: 2018 gelingt das Generieren des typischen Manic-Sounds zu weiten Teilen sehr überzeugend und eingängig- mitreißend wie lange nicht mehr. Mit „People Give In“ tastet man sich noch vorsichtig, scheinbar resignativ („People Get Tired People Get Old“) aber kämpferisch wie eh und je („People Stay Strong“) hinein, in dieses erste Studioalbum seit 4 Jahren.

Bei „International Blue“ folgt jedoch gleich einer jener XXL-Popmomente, welche die kleine Band aus Wales einst auf „This Is My Truth Tell Me Yours“ fast bis zum Exzess ausgelebt hatte. Zur sägenden Gitarre, mächtigem Keyboardsound und dem himmelwärts stürmenden Beat seiner Rhythmusgruppe um Nicky Wire und Sean Moore, erreicht James Dean Bradfields hoher Refrain jeden, der klassischen, englischen 90s-Pop mag. Überhaupt sind die Manic Street Preachers eine der ganz wenigen Bands, die seit Beginn der Neunziger ihren Erfolg konservieren konnte, auch als die Britpopwelle Ende der Neunziger abebbte.

„Distant Colours“ wirkt dann zwar trotz schönem Schlussteil einen Inch zu beliebig, vielleicht aber auch nur weil die Band mit „Vivian“ und dem großartigen „Dylan & Caitlin“ zwei sehr starke Tracks nachlegt. Letzterer steht in der Tradition von großartigen Manics-Singles mit weiblichen Duett-Partnerinnen (hier. Catherine Anne Davies) wie Traci Lords, Nina Persson oder aber auch kürzlich auf „Futurology“ mit Nina Hoss. Die melodieführenden Streicher verleihen speziell diesem Stück den gewissen Pop-Appeal, den man in dieser Form wohl einst nur bei ELO finden konnte.
Auch das griffige „Liverpool Revisited“ profitiert vom Streicherarrangement des Vulcan String Quartetts und Bradfields Gitarre jubiliert fast wie bei Bernard Butler zu dessen seligen SUEDE-Glam-Zeiten.

Textlich lässt sich nach der Hälfte des Albums attestieren, dass es Bradfield wieder gelingt, die wortgewaltige Dichtprosa von Wire und ihm selbst, dem Popsong-Schema anzupassen. Es dreht sich wie immer um „vergessene Geschichte, verworrene Realität und Kunst als Zufluchtsort und Inspiration“. Inhalte, die in bester Tradition von Richey Edwards, den 1995 verschwunden Gitarristen und Textschreiber der Band, stehen.

Die zweite Hälfte der Platte paart bei „Sequels Of Forgotten Wars“ die ungestüme Wucht der Anfangstage mit massiven Prog-Elemeneten. „Broken Algorithms“ könnte sogar direkt vom Debut sein. Die Gitarre hat einen speckigen Früh-90s-Hook am Start und die Manics sind bei diesem Uptempo-Stück ganz bei sich. Sehr gut!

„Hold Me Like A Heaven“ lässt Zeit zum durchatmen, animiert aber mit Stadionchören zum globalen Mitsingen und auch “In Eternity“ überzeugt mit seinen flächigen Früh-80s-Keyboards als guter Albumtrack. „A Song From Sadness“ ist Manics-By-Numbers und drängt mit seinen großen Chören, dem wuchtigen Schlagzeugbeat von Moore und Bradfields eindringlicher Gitarre nochmal in Richtung Stadionrund.

So bleibt es Publikumsliebling und Bassist Nicky Wire vorbehalten mit seiner eigenwilligen Stimme im zurückgenommenen „The Left Behind“ das Hohelied auf die Außenseiter zu singen. Jene, für welche die Manics immer da waren und Zeilen wie „I Never Wanted You To Change I Prefer To Stay The Same“ sagen alles über die Haltung der Band aus Wales aus.

Ein wirklich gutes Album der Manic Street Preachers, mit allen intakten Ingredienzen von 80s-Keyboards über Schweinerockgitarren, textlichen Abwegigkeiten und Glam-Appeal bis hin zu den hinausgeschrienen Durchhalteparolen mit Massentauglichkeit. Wie immer wird man ein paar Durchläufe benötigen, dann aber wird die Platte definitiv beim geneigten Manics-Fan zu einem Favoriten im Œuvre der Band heranwachsen.

Bewertung: 5 von 6
VÖ: 13.04.2018
www.manicstreetpreachers.com
Label: Columbia/Sony
Format: CD + CD-Deluxe/LP/Download

Tracklist:
1. People Give In
2. International Blue
3. Distant Colours
4. Vivian
5. Dylan & Caitlin
6. Liverpool Revisited
7. Sequels Of Forgotten Wars
8. Hold Me Like A Heaven
9. In Eternity
10. Broken Algorithms
11. A Song for The Sadness
12. The Left Behind

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