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MARGOS SPUREN

30 Juli 2015 No Comment
Margos Spuren Poster

© 20th Century Fox

Mit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ feierte die erste Verfilmung eines Romans von John Green im letzten Jahr sein Leinwand Debüt. Der Erfolg war nicht wirklich überraschend, denn auch die Romanvorlage war schon extrem populär. Auch wenn es sich hierbei um ein ernstes Thema handelte und das Budget relativ gering ausfiel, schien die Adaption immer wie ein kalkulierter Film: Eine Romanze zwischen zwei jungen Menschen, die keinerlei Chance hat, kommt auch beim Publikum gut an.

So ist es kein Wunder, dass sich Hollywood-Studios von Greens übrigen Romanen einen ähnlichen Erfolg versprechen, auch wenn das Material von „Margos Spuren“ weitaus weniger Dramatik aufweist:Der junge Quentin (Nat Wolff) ist schon seit seiner Kindheit in das Nachbars- Mädchen Margo verliebt. Doch als sich Freigeist Margo eines Nachts mit ihm auf ein Abenteuer begeben will, kneift der brave Junge. Seitdem haben sich die beiden in grundverschiedene Richtungen entwickelt:

Während Margo (Cara Delevingne) sich am liebsten mit den coolen Footballspielern und Cheerleadern auf Parties rumtreibt, ist aus dem ernsten Kind Quentin ein ernster junger Mann geworden, der jeden Schritt seine Lebens vorausplant. Allerdings ist er immer noch in Margo verschossen und da er schon mit einem Fuß im College steht, trauert er ihr bereits als Verflossene hinterher. Nach Jahren des gegenseitigen, höflichen Ignorierens klopft Margo jedoch ganz unverhofft an sein Fenster und benötigt dieses Mal nicht viel Überzeugungskraft, um ihn aus seinem Zimmer zu locken.

Margo und Quentin auf Tour

Margo (Cara Delevingne) und Quentin (Nat Wolff) auf Abenteuer-Tour

Von ihrem Freund mit einer anderen betrogen und von ihrer coolen Clique an der Nase herumgeführt, macht Margo sich auf dem Weg, mit kleinen fiesen Streichen Rache zu üben. Quentin weicht als ihr Helfershelfer vom Pfad der Tugend ab und glaubt endlich, seine Seelenverwandte für sich gewinnen zu können. Jedoch ist sie am nächsten Morgen und auch in den nächsten Wochen verschwunden.

Während Margos Eltern diese Ausbrüche schon gewohnt sind, deuten die Spuren, die Margo hinterlassen hat und augenscheinlich Quentin bestimmt sind, auf ein tiefer sitzendes Mysterium hin. Und so macht er sich mit seinen vier Freunde Ben (Austin Abrams), Radar (Justice Smith), Angela (Jaz Sinclair) und Lacey (Halston Sage) auf den Weg, die Verschwundene zu finden.

Während Green und dementsprechend auch Regisseur Jake Schreier sowie Drehbuchautoren Scott Neustadter und Michael H. Weber fast schon zwanghaft vielen Klischees aus dem Weg gehen, stolpern sie in ebenso viele hinein. Zunächst aber erzählen sie eine recht einnehmende Geschichte über Freundschaft. Vor allem möchten sie ihrem Publikum mitteilen, dass auch hinter einer Angebeteten eine echte, dreidimensionale Persönlichkeit stecken kann.

Margo flieht vor sich selbst

Margo (Cara Delevingne) fliegt vor sich selbst ©20th Century Fox

Allerdings müssen diese Erkenntnisse auf einem relativ klischeehaften und selten mit Humor gewürzten Roadtrip gewonnen werden: Während Lacey es satt hat, auf ihr Äußeres reduziert zu werden, muss Radar endlich zu sich selbst stehen und feststellen, dass er keine Angst vor seiner Freundin zu haben braucht, wenn er nur ehrlich mit ihr ist. Dann ist es auch nicht so schlimm, dass seine Eltern ein bisschen merkwürdig sind.

Natürlich darf der dauergeilie Klischeefreund Ben nicht fehlen, der zwar für den Humor in der Gruppe und für den Zuschauer sorgen soll, aber eher nervtötend und aufdringlich ist. Quentin muss dagegen einsehen, dass er ab und an auch von seinem geraden Lebensweg abbiegen sollte, um sein Leben wirklich in vollen Zügen auszukosten.

Filmisch gibt „Margos Spuren“ leider nicht viel her und gerade weil er mysteriös erscheinen soll, ist das Einzige, was gegen ihn spricht, die glatte und zielgruppengerechte Aufbereitung. Den Rat, den Margo an Quentin weitergibt, nämlich ab und zu etwas aus sich rauszugehen, beherzigen Filmemacher und Autoren leider nicht und trotz des netten Mysterien-Element kann man sofort sehen, wo die Straße hinführt.

Mit den talentierten Jungdarstellern, dem zahmen Melodrama und Witz, der herzigen Botschaft und den typischen Teenagern, die reden wie noch nie ein Teenager in der Menschheitsgeschichte geredet hat, ist „Margos Spuren“ so ziemlich genau das, was man erwartet, aber eben auch nicht mehr.

MARGOS SPUREN

Starttermin: 30.07.2015
Darsteller: Nat Wolff, Cara Delevingne, Austin Abrams, Justice Smith, Halston Sage, Jaz Sinclair, Cara Buono, Josiah Cerio, Hannah Alligood, Griffin Freeman, Caitlin Carver
Regie: Jake Schreier
Kamera: David Lanzenberg
Drehbuch: Scott Neustadter, Michael H. Weber
basierend auf einen Roman von: John Green
Musik: Son Lux
Produktion: Marty Bowen, Wyck Godfrey
Ausführende Produktion: John Green, Isaac Klausner, Nan Morales, Scott Neustadter, Michael H. Weber

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