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MAZE RUNNER – DIE AUSERWÄHLTEN DER BRANDWÜSTE

26 September 2015 No Comment
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© 20th Century Fox

Nur ein Jahr ist es her, dass sich ein paar verwirrte Jugendliche erst gegeneinander und dann durch ein Labyrinth in die vermeintliche Freiheit einer postapokalyptischen Wüste kämpften. Und weil das Cliffhanger-Ende des ersten Teils geradezu danach bettelte, die Einspielergebnisse solide genug waren, alles heutzutage mindestens eine Trilogie sein muss und es noch zwei weitere Romanvorlagen gibt, die verfilmt werden müssen. Nun kommt der zweite Teil kurz vor der gefürchteten Young Adult-Konkurrenz „Tribute von Panem“ in die Kinos.

Da der erste Teil weniger mit der für das Genre typischen Melodramatik aufwartete und sich mehr auf dynamische Action verließ, standen die Chancen nicht schlecht, dass auch die Fortsetzung mehr Spaß am Abenteuer findet und sich nicht selbst zu ernst nimmt. Falsch gedacht!

„Die Auserwählten der Brandwüste“ setzt inhaltlich dort an, wo der letzte Film der Reihe aufgehört hat: Der junge Thomas (Dylan O’Brien) und seine Mitstreiter aus austauschbaren Charakteren werden vom zwielichtigen Janson (Aiden Gillan) mit jeder Menge anderer Jugendliche, die ähnlich wie Thomas andere Labyrinthe überlebt haben, in eine Militäranlage im Untergrund eingepfercht, Dort soll sich schnell herausstellen, dass nicht alles so koscher ist, wie es zunächst scheint. An den Jugendlichen werden unschöne Experimente durchgeführt, um ein Heilmittel gegen einen Virus zu finden, welcher ein Großteil der Menschheit ausgemerzt und/oder in Zombies (die schnelle Art) verwandelt hat.

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Thomas (Dylan O’Brien) und seine Mitstreiter auf der Flucht © 20th Century Fox

Thomas und seine Freunde sind damit jedoch gar nicht einverstanden und fliehen in die Wüste, wo sie sich ganz anderen Herausforderungen wie eben diese Zombies, zwielichtigen Drogendealern, Menschenhändlern und einer Rebellenarmee stellen müssen, die alle ihre eigene Ziele verfolgen. Vor allem eine relativ simple Actionsequenz spiegelt die Dynamik der ersten Episode wieder: Der Hauptcharakter Thomas flieht vor seinen Verfolgern und rennt auf eine sich langsam schließende Stahltür zu. Im letzten Moment kann er gerade noch durchrutschen, bevor sie sich schließt.

Ein Versprechen, das der restliche Film nicht einlösen kann, denn die Action wird immer redundanter – sich immer wiederholende Zyklen aus Action-Setpieces, aus denen die meisten Charaktere mit ein oder zwei Abstrichen gerade noch mit dem Leben davon kommen, ein paar neue Figuren werden eingeführt, die langsam und mit aufgesetzter Geheimnistuerei erklären, wer sie sind, welche Motivationen sie leiten und was als nächstes zu tun ist, dann die nächste Actionssequenz. Zyklen, die bis zum unvermeidlichen Cliffhanger-Ende fortgesetzt werden.

Dementsprechend vorhersehbar und langweilig ist die Fortsetzung geraten. Es ist nicht einmal schlimm, dass sich Regisseur Wes Ball an unterschiedlichsten Genre-Vertretern von „World War Z“ über „Resident Evil“ bis hin zu „Mad Max“ bedient (all dies war der FSK wohl zu gruselig und kürzte noch einmal 1 1/2 Minuten aus den Film). Das Problem, mit dem Maze Runner zu kämpfen hat, ist eine Krankheit, die mittlerweile viele Genre-Filme im Allgemeinen und Young Adult-Verfilmungen im Speziellen plagt: Dem Publikum wird so ziemlich jeder Handlungsschritt bis ins kleinste Detail erklärt und jeder Charakter muss seine Hintergrundgeschichte in einem langen Monolog erklären (hätte die FSK doch mal lieber bei den schnarchigen Dialogen die Schere angesetzt).

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Von Labyrinth-Läufern zu gefangenen Versuchskaninchen © 20th Century Fox

Ein Beweis dafür, wie wenig Vertrauen die Produzenten in die Intelligenz des vornehmlich jungen Publikums setzen, selbst Schlüsse aus den Handlungen ihrer Charaktere zu ziehen. Die schlimmste Sünde ist allerdings, dass man damit die Kinetik der teilweise immer noch dynamisch inszenierten Actionszenen ausbremst. begeht man hier die größte Sünde eines dieser Filme und bremst die Kinetik der teilweise immer noch durchaus dynamisch inszenierten Actionszenen aus, so dass man jeder zwischenmenschlichen Szene nur noch mit einem müden Schulterzucken entgegen blickt.

Letztendlich nimmt sich „Maze Runner – Die Auserwählten der Brandwüste“ selbst so ernst und ist gleichzeitig so albern, wie der Titel vermuten lässt. Die jungen Schauspieler spulen leidenschaftslos ihre Zeilen herunter, bleiben blass und nicht erinnerungswürdig. Auch alteingesessene Darsteller wie Patricia Clarkson, Lily Taylor, Barry Pepper, Alan Tudyk und „Breaking Bad“- Bösewicht Giancarlo Esposito verleihen der Fortsetzung nicht mehr Format oder Charakter. „Maze Runner – Die Auserwählten der Brandwüste“ leidet also an den typischen Mittelteil-Problemen einer Trilogie, welche die Fortsetzung bestenfalls auch zu einem mittelmäßigen Film machen.

MAZE RUNNER – DIE AUSERWÄHLTEN DER BRANDWÜSTE

Bewertung: 2 von 6
Starttermin: 24.09.2015
Darsteller: Dylan O’Brien, Ki Hong Lee, Kaya Scodelario, Thomas Brodie-Sangster, Dexter Darden, Alexander Flores, Jacob Lofland, Giancarlo Esposito, Patricia Clarkson, Aiden Gillen
Regie: Wes Ball
Kamera: Gyulu Pados
Drehbuch: T.S. Nowlin
basierend auf einen Roman von James Dashner
Musik: John Paesano
Produktion: Marty Bowen, Eddie Gamarra, Wyck Godfrey, Ellen Goldsmith-Vein, Joe Hartwick Jr., Lee Stollman Ausführende Produktion: Lindsey Williams

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