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NOEL GALLAGHER’S HIGH FLYING BIRDS – 19.03.2015, Düsseldorf

23 März 2015 No Comment
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NOEL GALLAGHER

Was waren wir aufgeregt und freudetrunken, wenn OASIS wieder auf Tour gingen. Selbst auf den ersten Touren der Solo-Gallaghers war die Anspannung vor, während und nach den Gigs noch groß. Aber irgendwie verflog das Feeling für die große Geste bei einem selbst und der Qualität der Musiker-Helden gleichermaßen immer mehr.

Beim letzten Gastspiel von NOEL GALLAGHER’S HIGH FLYING BIRDS in der Mitsubishi Electric Halle (Ex-Philiphalle) waren daher auch schon gar keine Massen mehr vor Ort. Wo sonst Klassentreffen-ähnliche Events anstanden, freut man sich heute über jedes Britpop-Gesicht, das sich alle paar Jahre aus Gewohnheit zur Noel-Messe begibt. Im Endeffekt hat er mit dem gleichen Problem zu kämpfen wie die Kirche auch. Die Parolen sind von gestern und mit allem Neuen tut man sich grundsätzlich schwer.

Dabei hat NOELs zweites Album „Chasing Yesterday“ durchaus seine Ausbrüche und Innovationen. Wie diese bei den Konzerten umgesetzt werden, war daher die größte Spannung des Donnerstagskonzerts, das von PAUL NEWMAN eröffnet wurde. Dessen Band PROUD MARY war mal das erste Signing auf NOELs Label Sour Mash, doch leider spielte der Brite ohne Band, was nach kurzer Betrachtung stilecht mit Nichtbeachtung gestraft wurde.

Fast pünktlich um 21 Uhr enterte dann NOEL GALLAGHER die Bühne und startete sein Set mit einer neuen B-Seite. Nach dem vierten Song, dem OASIS-Klassiker „Fade Away“ gab es ein erstes „Hello“ an die teils weit angereisten Fans, von denen einer wissen wollte, wo denn NOELs Bruder sei. Der steht wahrscheinlich irgendwo vor dem Spiegel, konterte der 47-Jährige treffsicher wie immer. Die Leadsingle vom neuen Album, „In The Heat Of The Moment“, ist erwartungsgemäß ein Livebrüller, ebenso kamen die neuen „Lock All The Doors“, „Riverman“ und „Dying Of The Light“ ganz gut an beim vergleichsweise mittelbegeisterten Publikum.

NOEL GALLAGHER

Ungefähr alle 5 Songs stimmte ein OASIS-Song die Nostalgie-Fans freudig, wobei die „Champagne Supernova“-Nummer im halbakustischen Gewand leider irgendwie fad rüberkam. Bei „The Mexican“ changierten die sonst in blau gehaltenen Projektionen in rot und ein Bläser-Trio erweiterte die Band stimmungsvoll. Nach dem neuen Song trat der Chief erneut in Interaktion mit den ersten Reihen, dieses Mal mit einem Kölner Fan, was zu den obligatorischen Buh-Rufen führte. Überraschend war an diesem Abend äußerst wenig.

Bevor mit „Masterplan“ der letzte Song des Abends und einer der besten aus Noels Feder begann, stellte die Songwriting-Legende ganz ordentlich seine Band vor, die einen sehr soliden aber unaufgeregten Job machte. Eigenschaften, mit denen man ein NOEL GALLAGHER Konzert in den 10er-Jahren ganz gut zusammenfassen kann. Jammern auf sehr hohem Niveau!

Das Konzert wurde vom WDR für das TV aufgezeichnet und sogar live auf spiegel.de gestreamt. Ein Fakt, den selbst ein NOEL GALLAGHER nach gefühlt 1.000 Konzerten etwas einschüchternd findet. Insgesamt war der Auftritt einer der schlechteren der aktuellen Tour, wie NOEL selbst in seinem Blog anmerkte. Das wollen wir auch mal hoffen, denn großartig konnte man das Konzert höchstens finden, wenn man noch nie einen Gallagher live gesehen hat.

NOEL GALLAGHER
Setlist:
01: Do the damage
02: (Stranded on) The wrong beach
03: Everybody’s on the run
04: Fade away (Oasis)
05: In the heat of the moment
06: Lock all the doors
07: Riverman
08: The death of you and me
09: You know we can’t go back
10: Champagne supernova (Oasis)
11: Ballad of the mighty I
12: Dream on
13: The dying of the light
14: The Mexican
15: AKA… Broken arrow
16: Digsy’s dinner (Oasis)
17: If I had a gun…

18: Don’t look back in anger (Oasis)
19: AKA… What a life!
20: The masterplan

noelgallagher.com

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