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OASIS – 27.10.2005, Frankfurt, Jahrhunderthalle

29 November 2005 No Comment
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Ein goldener Herbst Tag im Frankfurter Industrieviertel Höchst. Schon früh versammeln sich vor der Jahrhunderthalle sonnende, trinkende und hoffende Besucher voller Erwartungen an OASIS und die exzessiv-chaotischen Gallaghers Liam und Noel. Mit der neuen Scheibe „Don’t Believe The Truth“ und einer begabten und inzwischen gefestigten Truppe im Gepäck, haben Oasis eine neue Ära manifestiert. Nach jahrelanger königlicher Herrschaft in Sachen Britpop und Stadion Rock scheinen sie sich musikalisch als auch öffentlich etwas zurückgenommen zu haben.

Vor Frankfurt wurde sogar erstmals eine USA Tour abgeschlossen und das ganz ohne Skandal. Auch die von Andy Bell, Gem Archer und Liam geschriebenen neuen Songs vermitteln die neue Entspanntheit. Vergessen zu rocken, so hat der Abend gezeigt, haben die Jungs trotzdem noch lange nicht, wuchtig und verzerrt-wummernde Gitarrenwände mit viel Geschick für Melodien begleiten die beste Stimme der 90er, gewohnt nörgelig und kratzig aber immer noch mit viel Rock’n’Roll und Herzblut.

The Coral, die in der leicht unterbesetzten Jahrhunderthalle mit „Skeleton Key“, „Goodbye“ und ihrem neuesten „Arabic Sun“ erste Stimmungen hoben, machten den Anfang. Sogar die reichlich gestreuten Folk Passagen der Band mit den drei Gitarristen fanden euphorischen Zuspruch unter den angereisten Britpop Jüngern.

Mit „Fucking In The Bushes“ wurde dann, etliche Dezibel lauter, der anscheinend spannendste Moment des Abends eingeläutet. Oasis betreten die Bühne. Liam natürlich vorne in der Mitte und Noel hinten am Rand; der Chief zieht sich zurück, ganz dezent und seinem Bruder keines Blickes würdigend. Der erste Song, Andy Bells „Turn Up The Sun“ und danach die Single „Lyla“bringt das neue Liedgut begeistert an den Mann. Alte Kamellen wie „Wonderwall“ als auch „Don’t Look Back In Anger“, vom Publikum fast alleine besungen, wurden ebenso wie die alten Rocker „Cigarettes and Alcohol“ und „Acquiesce“ gigantomanisch gefeiert. Die meisten Songs, wie soll es auf einer Promo Tour auch anders sein, sind aber vom aktuellen Album „Don’t Believe The Truth“. Keine von „Be Here Now“ oder „Heathen Chemistry“.

Die Oasis-typisch kargen Ansagen wurden mit dem üblichen Liam Geblödel mehr oder eben weniger kompensiert, bis hin zu einem „this’s the last, good night“ nach „Champagne Supernova„, das vermutlich das best gejubelte war.
Die aktuelle Oasis Mannschaft schreibt eben keine große Epik Hymnen oder Stadionkracher mehr, sondern immer irgendwo dazwischen mit anderen und neuen Nischen vermengt. Gerne auch mit Beat und Mod Rock, so wunderte es nicht, dass The Who Drummer und Ringo Starr Sohn Zak Starkey nach „Rock’n’Roll Star“ noch mal ein grandioses Drum Solo zum Besten gab, bevor man hinter der Bühne verschwand.

Manche stellten sich in der Stille dann die Frage Who The Fuck Is Man United?, andere hingegen wo denn „O-a-sis!“ bleiben. Die Zugabe, so will es die genau befolgte Tour-Setlist, startete psychedelischst mit Sitar bei „Guess God Thinks I’m Abel“,  danach „The Meaning Of Soul“ und zum Schluß My Generation mit Feedback-Noise Abspann und ein nüchternes „Good Night! See you sometime again“. Auf jeden Fall, denn auf dem Plan steht vor Asien und Australien noch die Philipshalle in Düsseldorf, oh wie passend am 1.11, an Allerheiligen.

OASIS Frankfurt 2005 Setlist:

Fuckin‘ In The Bushes
Turn Up The Sun
Lyla
Bring It On Down
Morning Glory
Cigarettes & Alcohol
The Importance Of Being Idle
A Bell Will Ring
Acquiesce
Live Forever
Mucky Fingers
Wonderwall
Champagne Supernova
Rock ’n‘ Roll Star

Guess God Thinks I’m Abel
The Meaning Of Soul
Don’t Look Back In Anger
My Generation

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