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PASCOW – Alles muss kaputt sein!

17 Oktober 2010 No Comment
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Pascow - Alles muss kaputt seinDas PASCOW gut sind, ist kein Geheimnis. Mit welcher Selbstverständlichkeit sie nun aber das bislang beste deutschsprachige Punkrockalbum des Jahres raushauen, überrascht dann doch ein wenig.

Wer an letzter Stelle seiner Diskografie ein Album wie „Nächster Halt gefliester Boden“ stehen hat, für den gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder es geht mit der neuen Platte bergab oder man legt nach und ist spätestens dann über jeden Zweifel erhaben. Das der Weg von PASCOW letzterer ist, macht „Alles muss kaputt sein“ von der ersten Sekunde an klar.

Schon nach dem wilden Opener „The strongest of the strange“ haben PASCOW einen am Wickel. Keine zwei Minuten hat das gedauert – und man grinst sich einen ab und denkt nur noch groß. Und dann geht’s auch schon weiter. „Äthiopien die Bombe“ und „Je ne sais pas wo’s lang geht“ protzen mit Melodien und Zeilen, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt und die man immer wieder hören möchte und das am liebsten sofort.

Da kommt man aber nicht zu. PASCOW legen nach. Der Refrain von „Wenn Mila schläft“ ist schon fast unverschämt eingängig und poppig, fällt aber nicht aus dem Rahmen; „Das ist Gimbweiler nicht L.A“ geht wieder etwas mehr zur Sache und gehört zu den absoluten Höhepunkten einer an Höhepunkten nicht gerade armen Platte; der Refrain von „An die Maulwürfe“ wird bald auf PASCOW-Konzerten selig lächelnd mitgegrölt werden. „KO Computer“, „Herz“ und „Mond über Moskau“ sind die nächsten Ausrufezeichen auf einer durchweg runden Platte ohne wirklichen Aussetzer.

Und so könnte man jeden Song aufzählen und an jedem gäbe es etwas zu loben und zu lieben. Das drückende und gleichzeitig verspielte Gitarrenspiel etwa. Oder die leicht raue und markante Stimme von Sänger Alex, der vielleicht nicht immer die richtige Note, dafür aber immer den richtigen Ton trifft.

Das besondere dabei: die Platte macht nicht nur Spaß, sie packt und berührt einen auch. Und das mit den schlichten Mitteln des Punkrocks. Die Stimmung: grundmelancholisch, etwas wütend. Pathos oder sentimentale Klischees sucht man dafür vergebens. „Alles muss kaputt sein!“ ist ein gefühlsechtes, originelles und aufregendes Punkrockalbum, mit dem sich aus der Reihe neuerer Veröffentlichungen allenfalls TURBOSTAATS „Das Island Manöver“ messen kann. Wer es ins Herz schließt, für den wird es eine ganze Weile lang keine Alternative auf dem Plattenteller geben.

Bewertung: 6 von 6
VÖ: 22. Oktober 2010
Format: LP/CD/Digital
Label: Rookie Records

Weitere Infos:
www.pascow.org
www.rookierecords.de

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