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PASCOW – Diene der Party

25 Februar 2014 No Comment
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PASCOW - Diene der PartyKeine Angst, PASCOW dienen nicht der Party, sondern legen weiter ihre Finger in die Wunden und gehen dahin, wo es weh tut. Dass ihre neue Platte dabei auch noch ordentlich Spaß macht, muss ja kein Widerspruch sein.

Auf ihrer neuen liefern die Saarländer in 15 Episoden ihre Sicht auf die Dinge ab und verdichten dabei noch einmal alles, was PASCOW bisher ausmachte. Die parolenhaften und bildgewaltigen Texte werden noch wütender und galliger herausgeschrien und hingerotzt. Die Musik ist noch rhythmischer, dynamischer, melodischer und ausgefeilter.

Dabei ist der Sound weiterhin unverwechselbar, auch wenn PASCOW im Vergleich zum schon sehr eingängigen Vorgänger „Alles muss kaputt sein!“ (hier geht es zur Rezension) noch einmal ein bisschen zugänglicher geworden sind. Wer das mit Harm- und Zahnlosigkeit verwechselt, liegt allerdings falsch: Die Kanten, die PASCOW an der einen Ecke abschleifen, werden an anderer Stelle durch fiese Widerhaken wettgemacht.

Dazu tragen auch die Texte bei, in denen PASCOW scharfzüngig wie immer sind. Sänger Alex zappt sich durch Plattenregal und die Nachrichten, vermischt Politik mit Popkultur und Zitaten aus Songs und verrührt alles zu Slogans fürs Tagebuch oder Hauswände. Es geht ums tägliche Hamsterrad, Flüchtlinge in Booten, die Merkel Jugend oder den Ekel vor rechtslastigen Deutschrockbands und den Zweifel, gegen sie zu singen und ihnen so nur wieder Gehör zu schenken.

Da lohnt sich das genau hinhören, trotz der mitreißenden Musik. Sonst verpasst man schnell man eine Formulierung, auf die man gerne selber gekommen wäre und überhört, wie raffiniert die Texte von PASCOW oftmals sind und welche Detailfreude darin zum Ausdruck kommt.

Da stört es dann auch nicht, dass einem manche Idee in Text oder Musik auch schon von früheren Platten der Band bekannt vorkommt und der nochmals verstärkte Einsatz von englisch-sprachigen Zitaten. Ersteres verstärkt eher das wohlfühlen und zurecht finden im Sound, zweiteres ist natürlich nicht das originellste Stilmittel, aber gehört zu PASCOW dazu und ist unheimlich wirkungsvoll.

Das gilt für die ganze Platte, die sofort zündet, aber danach nicht verblasst und zu der man lieber heute als morgen auf einem Konzert der Band die Fäuste ballen und mitgrölen möchte. Wenn es soweit ist, wird es auch spannend zu beobachten sein, wie viel größer die Band mit diesem Album geworden ist und ob nun doch noch der Durchbruch kommt. Verdient hätten sie es schon längst, noch nie waren die Voraussetzungen besser

Bewertung: 5 von 6
VÖ: 28. Februar 2014
Format: LP/CD/Digital
Label: Rookie Records

Weitere Infos:
www.pascow.org
www.rookierecords.de

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