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PATRICK RICHARDT – So, wie nach Kriegen

25 Januar 2013 No Comment

PATRICK RICHARDT - So, wie nach Kriegen

Das GHvC schickt mit dem jungen Niederrheiner PATRICK RICHARDT sein neuestes Pferd ins SingerSongwriter-Rennen. Sein Debütalbum „So, wie nach Kriegen“ beschwört die Geister von Knyphausen, Rio Reiser, Bob Dylan und Bright Eyes herauf und lässt auch mal einen jungen Westernhagen oder Jan Plewka durchklingen. Langeweile besäuft sich und so. Aber Namedroppping bringt uns letztendlich ja auch nicht weiter. Ja, PATRICK RICHARDT erfindet die Welt nicht neu und ja, er singt sogar beständig gegen sie an. Sein Jammern wird aber nie zu trotzig, kapitulierend oder über-schnulzig. Wortgewandt mit schönen Bildern, sympathisch ungestüm und gerne auch mal mit doppeltem Boden.

Die erste Single „Ade, Ade“ ist ein waschechter Ohrwurm mit Breitarm-Theatralik und hätte mit seinem „reißt die Mauern ein, jetzt oder nie“ 25 Jahre früher veröffentlicht The Hoff historische Konkurrenz bereiten können. PATRICK RICHARDT ist auch noch Jahrgang 89, macht auf den ersten Blick einen etwas verdrossenen Eindruck, verstärkt durch das schwere Klavier und seine manchmal etwas selbstmitleidige Kratz-Stimme. Dabei brennt er für das Vorwärts und das Glückauf, lichterloh!

Noch als Schlagzeuger bei der Krefelder Band Oh, Napoleon! entstanden Anfang 2011 die ersten eigenen Lieder von PATRICK, die in deutscher Sprache getextet wurden. Damit spielte er bereits im Vorprogramm von Klee und Fertig, los! Vor einem Jahr wurde dann auch die Plattenfirma Grand Hotel van Cleef auf den Wuschelkopf aufmerksam und schickte ihn mit Kettcar und Thees Uhlmann zwei Mal auf Deutschlandtour. In der Zwischenzeit gesellte sich der ehemalige The Fog Joggers Schlagzeuger Benjamin Kronski dazu, mit dem in einem Bunker in Eigenregie am Debütalbum gearbeitet wurde.

Das Ergebnis ist ein Überraschungsfeuerwerk, das über 13 Songs hinweg schmerzende Parolen bereithält, die am besten klingen, wenn sie eher nach Indierock als Tim Benzko trachten. Auch wenn das Herz so schwer wie ein Planet erscheint. Ein Glück wurde das Album mit voller Bandinstrumentierung produziert und nicht nur als Songschreiber-Platte, so entfalten sich die Melodien und Geschichten in vollem Glanze und lassen auch die eingangs erwähnten Ähnlichkeiten PATRICK RICHARDT zu den Großen nichtens erscheinen. Der Krefelder Schule sei Dank!



Label: Grand Hotel van Cleef
VÖ: 25.01.2013
Bewertung: 5/6

ghvc.de
facebook.com/Patrichardt

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