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PEARL JAM – Let’s Play Two

4 Oktober 2017 No Comment
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PEARL JAM. Die einzige Band aus der Grunge-Generation, die den Sprung in die erste Liga nicht nur erreicht hat, sondern auch über jetzt schon mehr als 25 Jahre verteidigen konnte. Eine Band, die in dieser Zeit 10 Studioalbem veröffentlichte, kommt jetzt mit ihrem schon 13. Livealbum und da sind die ganzen „offiziellen Bootlegs“, die es zwischendurch auch schon in den Läden gab, noch gar nicht hinzuaddiert. Was sagt das über eine Band aus? Dass sie nach 10 Jahren schon so weit waren, dass die Liveplatten mit zugegebenermaßen meist starken Liveversionen des Repertoires der ersten und besten Alben zum dominierenden Element wurden?

So ganz von der Hand zu weisen ist das nicht und doch muss man anerkennen, dass die Band nun wirklich sehr konsequent ihren Weg gegangen ist und vor allem zusammen geblieben ist und nach den Drummerwechseln der ersten Jahre jetzt seit fast 20 Jahren auch auf dieser Position fest besetzt ist. Interessant ist, dass auf dem Booklet von „Let’s Play Two“ der langjährige Gast-Organist Boom Gaspar auch als gleichberechtigtes Bandmitglied aufgeführt wird.

Warum also nun ein weiteres Livealbum, das bis auf wenige Ausnahmen nur Songs enthält, die bereits mehrfach auf den anderen Livedokumenten dokumentiert wurden? Die Antwort liegt in der speziellen Verbindung der Band und speziell Sänger Eddie Vedder zu Chicago und dazu noch zum Baseball, denn im letzten Jahr spielten sie zwei Shows in Wrigley Field der legendären Heimstätte der Chicago Cubs, die 2016 die World Series gewannen. Diese Auftritte wurden auch von Regisseur Danny Clinch gefilmt und jetzt im Oktober soll der daraus entstandene Kinofilm in den USA gezeigt werden.

Neben dem bereits in den Medien verbreiteten Gastauftritt von dem ehemaligen Chicago Bulls Star Dennis Rodman (der den deutlich kleineren Vedder in den Armen trug) bei dem Song „Black Red Yellow“, der übrigens ein Outtake der Sessions zu ihrem besten Album „No Code“ ist und nur selten aufgeführt wird, gab es auch noch weitere spektakuläre Songauswahlen auf den Gigs zu bestaunen. Dass Pearl Jam zwei Who-Songs spielen, ist so ungewöhnlich nicht. Dass es zweimal der gleiche Song an einem Abend („Baba O’Riley“) ist, schon. Aber dass sie zwei Pink Floyd-Songs („Comfortably Numb“, „Interstellar Overdrive“) spielen, ist definitiv selten. Nur ist davon leider nichts auf der CD zu hören.

Auch die vielen anderen Coverversionen, bis auf das finale „I’ve Got A Feeling“ von den Beatles und „Crazy Mary“ von Victoria Williams bleiben unberücksichtigt und es werden stattdessen die altbekannten Pearl Jam-Schlachtrösser wieder in den Fokus gerückt. Diese sind von bekannter Qualität, aber man hätte aus diesem Livealbum auch ein weniger redundantes Werk machen können.

Bewertung: 4 von 6
VÖ: 29.09.2017
Label: Universal
pearljam.com

PEARL JAM „Let’s Play Two“ Tracklist:

  1. „Low Light“
  2. „Better Man“
  3. „Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town“
  4. „Last Exit“
  5. „Lightning Bolt“
  6. „Black Red Yellow“
  7. „Black“
  8. „Corduroy“
  9. „Given to Fly“
  10. „Jeremy“
  11. „Inside Job“
  12. „Go“
  13. „Crazy Mary“
  14. „Release“
  15. „Alive“
  16. „All the Way“
  17. „I’ve Got a Feeling“
Jan Woelfer
Jan Woelfer

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