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PINK FLOYD – Animals (Vinyl-Reissue)

16 November 2016 No Comment
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animals

„Animals“ von 1977 hat einen besonderen Status im Ouevre von PINK FLOYD. Die beiden Vorgänger („Dark Side Of The Moon“ und „Wish You Were Here“ – die übrigens im Rahmen dieser Wiederveröffentlichungs-Kampagne auch wieder als LP erhältlich sind) warteten auch mit nicht allzu lange Songs auf, die geeignet waren um Radio- oder gar Disco-Hits zu werden. Nun kam dieses Album, das von drei langen Songs dominiert wird, die in zwei Variationen eines schlichten, kurzen Songs namens „Pigs On The Wing“ eingefasst werden. „Sperrig“ ist das Attribut, das man da gemeinhin zuweisen kann, sowohl im negativen als auch im positiven Sinne, denn es gibt viele Floyd-Fans, die „Animals“ in der Tradition der prä-Dark-Side-Floyd sehen.

Wie man es nimmt, das Album macht es dem Zuhörer erst mal nicht leicht. Aber es lohnt sich dran zu bleiben und diese zentralen drei Songs, namentlich „Dogs“, „Pigs (Three Different Ones)“ und „Sheep“ in den Fokus zu rücken, sie in ihrer Komplexität zu erfassen und ihnen schließlich zu verfallen, denn in der Tat gibt es ganz viele Verbindungen in die späten 60s und frühen 70s dort zu hören, gespielt jedoch von einer Band, die klar gereift ist. Der Song „Pigs On The Wing“ erinnert dagegen eher an Tracks auf „The Wall“ oder „The Final Cut“, ein reiner Waters-Song, an dem die anderen Bandmitglieder nicht beteiligt sind.

Schaut man sich die Credits für das Songwriting auf der Platte an, stellt man fest, dass mit Ausnahme von „Dogs“ (Waters/Gilmour) alle Songs von Roger Waters stammen. „Animals“ markiert klar den Beginn der Phase, in der er die Dominanz im Songwriting für die Band übernahm. Zwei der drei langen Stücke („Dogs“ und „Sheep“) waren bereits Kandidaten für das Vorgängeralbum und wurden auch 1974 bereits live aufgeführt, damals jedoch noch unter den Ur-Namen „You’ve Got to Be Crazy“ bzw. „Raving and Drooling“.

Ein Grund dafür, dass „Animals“ neben den bereits oben erwähnten Vorgängern und dem folgenden „The Wall“ ein wenig untergeht, mag auch daran liegen, dass Pink Floyd die Songs lediglich auf der „In The Flesh“-Tour 1977 auch live gespielt haben. Während auch nach Waters Ausstieg die zentralen Songs aus „Dark Side Of The Moon“, „Wish You Were Here“ und „The Wall“ das Liveset der Band dominiert haben,  wurde „Animals“ bei der Songauswahl konsequent übergangen. Lediglich Waters baute Songs aus dem Album immer in seine Liveshows ein.

Die jetzt neu aufgelegte LP ist wie alle Veröffentlichungen aus der Reihe sehr liebevoll aufgemacht und in 180 Gramm-Qualität gepresst. Der Sound der LP unterscheidet sich signifikant von dem der 2011 neu gemasterten CD. Der Frequenzbereich der LP konzentriert sich klar auf die Mitten, während auf der CD die Höhen und Tiefen für ein deutlich breiteres Klangspektrum sorgen. Welche Variante des Sounds man bevorzugt ist persönlichen Präferenzen geschuldet. Wenn man das großartige Cover betrachten möchte, hat die LP natürlich einen unschlagbaren Vorteil!

Bewertung: 5 von 6
VÖ: 11.11.2016
pinkfloyd.com

Tracklist:
A1. „Pigs On The Wing 1“
A2. „Dogs“
B1. „Pigs (Three Different Ones)“
B2. „Sheep“
B3. „Pigs On The Wing 2“

 

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