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PIXELS

30 Juli 2015 No Comment
Pixels Poster

© Sony Picures

Nach dem Betrachten von Chris Columbus neuen Film „Pixels“ basierend auf einem Kurzfilm (wäre es doch nur ein Kurzfilm geblieben) darf man sich durchaus legitimiert fragen, ob Adam Sandler wirklich nur seinen Text aufsagt und sich gleich nachdem der Regisseur „Cut!“ geschriehen hat, umdreht, um die Hand für seinen 25 Millionen Dollar Gagen-Scheck aufzuhalten.

Sandler ist mittlerweile eine dermaßen langweilige Schlaftablette geworden, dass man sich schwer vorstellen kann, dass er jemals etwas anderes war und sogar die ein oder andere gute Performance in seiner Karriere abgeliefert hat. Selbst in seinen frühen fehlgeleiteten Komödienversuchen wie „Billy Madison – Ein Chaot zum Verlieben“, „Happy Gilmore – Ein Champ zum Verlieben“ und „Eine Hochzeit zum Verlieben“ (der deutsche Titelgeber hat sich geradezu mit Kreativität überschlagen) konnte man sowas wie Agilität in Sandlers Stumpfsinn erkennen.

Nerd Truppe auf dem Weg in den Kampf

Die Nerdtruppe bestehend aus Violet (Michelle Monaghan), Brenner (Adam Sandler), Ludlow (Josh Gad) und Eddie (Peter Dinklage) ziehen in den Kampf © Sony Pictures

In „Pixels“ spielt er nun den Schnarchsack Sam Brenner (Adam Sandler), der als Kind ein Held in der Spielhalle war. Er erkannte als Einziger die Verhaltensmuster der Pixel-Wesen in Spielen wie zum Beispiel „Pac-Man“ und „Space-Invaders“. Von den Lobpreisungen seiner Mitspieler und seines Kumpels Will Cooper dermaßen überzeugt, meldet er sich an einem prestigeträchtigen Videospiel-Turnier an. Dort muss er sich allerdings einen noch besseren Nerd namens Eddie „The Fire Blaster“ Plant und seinem Albtraum-Spiel „Donkey Kong“ stellen. Es kommt wie es kommen muss und er verliert.

Und wie es so ist, wenn man ein Videospiel-Turnier verliert, macht Sam nichts aus seinem restlichen Leben, außer deprimiert High Fi und Videospiel-Systeme für reiche Kunden anzuschließen. Sein Freund Will (als Erwachsener gespielt von Kevin James) hat sich währenddessen zum Präsident der Vereinigten Staaten hochgearbeitet und hält seinem besten Kumpel bei jedem Treffen eine neue Standpauke.

Aber es wäre keine Adam Sandler-Komödie, wenn Adam Sandler nicht seine Sternstunde bekommen würde. Außerirdische greifen die Erde an und entscheiden sich die Form gerade dieser Pixel-Monster anzunehmen, die Sam als kleiner Junge so erfolgreich bekämpfte. Um die Alien-Invasion abzuwenden, holt er sich den Proto-Nerd Ludlom Lamonsoff (Josh Gad) und seinen ehemaligen Nemesis „Fire Blaster“ („Game of Thrones“ – Star Peter Dinklage) an Bord.

Sandler und Gad schießen

Videospiel-Enthusiasten Brenner (Adam Sandler) und Ludlow (Josh Gad) nehmen die Kanonen selbst in die Hand © Sony Pictures

Weil sich die Navy-Seals, die sie zunächst für die Aufgabe ausbilden, als unfähig erweisen, springen die Nerds selbst ein und sind bis auf ein paar Stolpersteine ein ums andere Mal erfolgreich, was den Plot so einfallslos wie vorhersehbar macht. Regisseur Columbus und Drehbuchautoren Tim Herlihy und Timothy Dowling, die sich schon für andere Sandler-Komödien verantwortlich zeigten, machen aus der durchaus witzigen Prämisse eine langweilige Komödie, die mit den typischen Nerd-Klischees arbeitet, als hätten sie die abgelegten Witze von „Big Bang Theory“ aus dem Müll des entsprechenden Fernsehstudios gefischt.

Während Sandler und Kevin James ihr übliches, abgenutztes Programm abspielen, ist insbesondere Josh Gad ein nerviges Ärgernis: Ein Komödiant, der scheinbar seine gesamte Karriere auf seinem Übergewicht und seiner semi-lustigen Visage aufbaut, aber daneben recht wenig zu bieten hat. In seiner Figur bündelt man alle gängigen Nerd-Klischees: Er lebt nicht nur im Keller seine Großmutter, sondern ist auch noch irrer Verschwörungstheoretiker, Jungfrau, und ein von sozialer Angst zerfressener Kauz. Und trotz all dieser Eigenschaften ist immer noch kein vollwertiger oder gar witziger Charakter aus dieser Ansammlung von albernen Ticks entstanden.

Josh Gad auf der Flucht vor PacMan

Josh Gad als nervtötende Ansammlung von Nerd-Klischees auf der Flucht vor Pac-Man © Sony Pictures

Einzig und allein Schauspieler Peter Dinklage kann seiner Rolle etwas Spaß abgewinnen und Pep verleihen. Allerdings ist es schon lächerlich (aber immer noch nicht witzig), dass zwei charmante und witzige Frauen wie Michelle Monaghan („Kiss Kiss Bang Bang“, „True Detective – Staffel 1“) und Jane Krakowski („30 Rock“, „Unbreakable Kimmy Schmidt“), immerhin talentierter und witziger als drei der vier Hauptdarsteller, als Liebesgespielinnen aufs Abstellgleis gestellt werden. Eine weitere Dame darf nicht im übertragenen Sinne, sondern sprichwörtlich als stumme Trophäe herhalten.

„Pixels“ orientiert sich in seiner Figurenkonstellation und Handlung stark an den „Ghostbusters“ – Filmen, das beweist schon ein Gastauftritt von Dan Akroyd (und schön zu wissen, dass Dan Akroyd etwas zu tun hat). Dessen Charme oder Witz erreichen Chris Columbus, mit dem man sich einen der einfalls- und fantasielosesten Regisseure an Bord geholt hat, und seine Besetzung allerdings nicht einmal ansatzweise. Auch wenn man noch so viele süße Maskottchen in den Film einbaut, ist Adam Sandler sicherlich kein Bill Murray.

Peter Dinklage und Serena Williams

Zumindest Peter Dinklage hat seine Spaß (im Bild mit Serena Williams) © Sony Pictures

Komödienklischees prägen „Pixels“ mehr als Pixel, bei denen sich höchstens Zwölfjährige noch amüsieren dürften. Selbst dafür setzt der Film mit seinen veralteten Videospielfiguren zu sehr auf einen Nostalgiefaktor. Die deutsche Synchronisation tut ihr Übriges um die noch nicht auf dem Spielhallen-Boden verendeten Witze zu killen.

PIXELS

Starttermin: 30.07.2015
Darsteller: Adam Sandler, Michelle Monaghan, Kevin James, Peter Dinklage, Josh Gad, Matt Lintz, Brian Cox, Sean Bean, Jane Krakowski, Dan Akroyd, Affion Crockett, Ashley Benson
Regie: Chris Columbus
Kamera: Amir Mokri
Drehbuch: Tim Herlihy, Timothy Dowling
Musik: Henry Jackman
Produktion: Michael Barnathan, Chris Columbus, Allen Covert, Mark Radcliffe, Adam Sandler
Ausführende Produktion: Johnny Alves, Barry Bernadi, Mathias Bourcard, Benjamin Darras, Jack Giarraputo, Seth Gordon, Tim Herlihy, Patrick Jean, Steve Koren, Heather Parry, Ben Waisbren

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