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POKEY LAFARGE – 05.07.2016, Köln, Gebäude 9

15 Juli 2016 No Comment
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Pokey lafarge

Eher selten in Deutschland unterwegs und zuvor noch nie in Köln aufgetreten, war es langsam an der Zeit, dass sich POKEY LAFARGE auch in der Domstadt mal für ein Konzert blicken lässt. Nun war es endlich soweit und das Gebäude 9 das, positiv formuliert nur so strotzt vor Patina und optischem Zerfall, bildete die perfekt Kulisse für den Musiker aus Illinois und seine Vorliebe für die traditionellen amerikanischen Musikstile des frühen 20. Jahrhunderts.

Während er es auf anderen Stationen seiner Tour wie Amsterdam schafft auch in größeren Hallen vor ausverkauftem Haus zu spielen, scheint er in der deutschen Musiklandschaft wohl doch noch ein Nischenprodukt zu sein, was den sympathischen kleineren Rahmen ermöglichte.

Mit einem ganzen Haufen Begleitmusiker rund um seine langjährigen Wegbegleiter die SOUTH CITY THREE brachte POKEY mit Knockin‘  the Dust off the Rust Belt Tonight, Something in the Water und Acting a Fool gleich zu Beginn sämtliche Hits seines aktuellen Albums, als wolle er die Nummer schnell hinter sich bringen. Doch damit machte er es sich lediglich auf der Bühne richtig gemütlich.

Gefolgt von Goodbye Barcelona und Summertime Blues war dem Bandleader sowie allen anderen Akteuren die absolute Spielfreude in jeder Sekunde des Auftritts anzumerken. Das Publikum im bei weitem nicht ausverkauften Gebäude 9 danke es mit viel Applaus und leistete so gut es ging Shanty-Chor Schützenhilfe.  Ein enthusiastisch intoniertes Central Time bildete zweifellos den Höhepunkt der Show bevor die SOUTH CITY THREE mit Ryan Koenig am Gesang mal zeigten, wo der Country-Jodelhammer hängt.

Insgesamt lieferte POKEY LAFARGE zusammen mit seinen Kollegen nicht nur den Beweis für sein musikalisches Talent und seine Entertainer-Qualitäten, sondern untermauerte, dass nach wie vor ein großer Unterschied besteht  zwischen professionellem Auftreten und routiniertem Abspulen eines Programms. Denn spätestens mit den Klassikern Hard Times Come and Go zum Abschluss des Sets, La La Blues in der Zugabe sowie dem finalen Chuck Berry-Cover war klar, dass an diesem Abend wohl niemand mehr Spaß hatte als Mr. LAFARGE selbst.

Wer sich nicht bei jeder Spielart von Western-Swing über Ragtime bis Bluegrass zuhause fühlt, der muss auch stets über den einen oder anderen Part hinweg sehen, der nicht ganz dem eigenen Geschmack entspricht. Doch selbst dann kommt man nicht drum herum, den Musikern ihr Können  und die immense Leidenschaft für all diese Spielarten der amerikanischen Rootsmusik abzusprechen. Die Zufriedenheit des Publikums mit der gelungenen Köln-Premiere sowie die Freude der Band über die deutschen Bierpreise lassen auf ein baldiges Wiedersehen hoffen.

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