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PUBLIC IMAGE LTD. – 11.05.2016, Düsseldorf, zakk

24 Mai 2016 No Comment

PIL_Düsseldorf_zakkMit ihrer Musik setzten PUBLIC IMAGE LTD. (PIL) Ende der Siebzigerjahre neue Maßstäbe in dem, was man musikalisch aus den Überresten der ersten Punkwelle machen konnte. 2015 brachten PIL ihr neues, in altbekannter Bescheidenheit betiteltes Album What The World Needs Now… heraus und gingen nun auf Tour durch Europa.

Das zakk in Düsseldorf war an diesem Abend einer von nur vier Austagungsorten der Deutschland-Tour und viele waren gekommen, um JOHN LYDON und seine (eher in der Anonymität verschwindenden) musikalischen Mitstreiter live zu sehen. Gleich um die erste Überraschung bemüht, stand einer der größten Hits der Band This Is Not A Lovesong gleich als zweites auf der Setlist. Von Beginn an hatte der große Zeremonienmeister des New-Wave seine Jünger im Griff und beherrschte den gesamten Auftritt. Spätestens beim Hit Religion, der als ausufernde 10-Minuten-Version gegen Ende des regulären Sets vorgetragen wurde, sollte auch dem letzten im Saal klar geworden sein, dass er an diesem Abend Teil der ‚Holy Church of Post-Punk‘ war. Stets von der heiligen Schrift auf dem Notenständer vor sich ablesend, bellte JOHN LYDON seine Textfetzen ins Publikum unterstützt von seiner allseits bekannten Mimik und Theatralik.

Und das Volk zollte dem Prediger den nötigen Respekt. Auch neuere Stücke des aktuellen Albums wie The One oder I’m Not Satisfied im Zugaben-Teil wurden ähnlich positiv aufgenommen wie ein gefeierter Klassiker der Sorte Rise von 1986. Dennoch verdeutlichte sich hierbei auch die Schwäche des gesamten Konzeptes. LYDON, der die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums einfordert und schließlich auch bekommt, degradiert den Rest der Band zu Statisten, obwohl diese eine musikalisch astreine Performance ablieferten. So keifte der Chef manchmal inbrünstig Textfragmente in den Raum, die hier und da auch völlig an der Musik vorbei zu laufen schienen. Dass der ein oder andere Hit dabei links liegen gelassen wurde, war ebenfalls ein kleiner Wehmutstropfen.

Die zahlreichen Fans der ersten Stunde (gefühltes Durchschnittsalter Ü-50) schienen von der Perfomance insgesamt beglückt, als sich Band nach der Zugabe endgültig verabschiedete. Frei nach dem Motto „Johnny Rotten sehen und sterben“ war es für viele wohl nochmal eine gute Gelegenheit für einen nostalgischen Ausflug in die gute alte Zeit, als Punkrock und seine musikalischen Nachgeburten noch ihre unnachahmlichen Stereotypen hatten, die man so schön verachten und verehren konnte. Dafür war es durchaus gelungen.

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