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REGGAEVILLE EASTER SPECIAL – 26.03.2016, Dortmund, FZW

28 März 2016 No Comment
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RegaeEasterSpecial-0619Das Publikum im gut gefüllten und fast ausverkauften FZW wartete am vergangenen Samstag geduldig auf die 80-jährige Dub- und Rootslegende LEE PERRY, die die Dortmunder Ausgabe des Reggaeville Easter Specials eröffnete.

Seine Backingband „THE WHITE BELLY RATS“ rollte mit ihrem Intro den musikalischen roten Teppich für den Wegbereiter des Reggaes aus. Durch die Boxen schallte die Ansage „Let’s say welcome to the man we call the Mighty Upsetter, Mr. Lee Scratch Perry!“ und unter großem Applaus betrat der Pionier aus Jamaica die Bühne, die unter seiner schamanischen Präsenz zum Kraftfeld für die Austreibung dunkler kosmologischer Kräfte transfomiert wurde.

Seiner Aufforderung, die Feuerzeuge zu zücken und für die Zukunft den Weg zu leuchten, folgten die Reggaeliebhaber aller Altersklassen bereitwillig.

Perrys Mikrofondarbietung wechselte bei den Tracks aus seiner umfangreichen Schaffens- und Produzentenkarriere wie z.B. „Inspector Gadget“, „Soul Fire“ oder „Chase the Devil“ zwischen teils gedubbtem Gesang und gemurmelten Beschwörungen und waberte noch nach seiner etwas kurzen, aber dem Alter geschuldeten Performancedauer als Echo durch das FZW.

Nach der akustischen Reinigungszeremonie ging das Zepter an den Headliner des Abends: PATRICE.

Seine Begleitband startete mit einem dicken Rootsintro und unter großem Jubel kam Patrice auf die Bühne.

Der gebürtige Kerpener begeisterte mit einem Querschnitt aus seinen Veröffentlichungen, der Klassiker seines Debüts wie „Everyday Good“, „Fear Roots“ und mit „Cry Cry Cry“ Stücke aus seinem letzten Album umfasste.

Die Bühnenperformance bestand sowohl aus Verneigungen vor den Roots des Reggaes als auch aus Solopassagen von Patrice, der seine Singer-Songwriterqualitäten an der Gitarre mit einem dankbaren Publikum teilen konnte.

Immer wieder sang das FZW lautstark Passagen der einzelnen Songs mit und hatte Spaß an der Band-Publikum-Rückkopplung, die die Trennung zwischen Bühne und Graben akustisch aufhob.

Das FZW würdigte die Zugabe von PATRICE und Band unter lautem Applaus und verabschiedete den Headliner des gelungenen Abends gebührend. Für die zahlreichen verbleibenden Besucher des Reggaeville Easter Specials zauberte das TOP FRANKIN Soundsystem noch bis in die Samstagnacht an den Plattentellern, auf denen sich zahlreiche Schätze des Dubs und Roots Reggae friedlich weiterdrehten.


Text: Tim Müller
Fotos: Andreas Heller

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